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Ein Playboy will Schlossherr von Eugensberg werden

Ein über 80-Jähriger, der es in der Finanzbranche zu einem Vermögen brachte, zeigt Interesse am Schloss Eugensberg. «Ich bin Kaufanwärter für Schloss Eugensberg», schreibt der Casanova, der im Fürstentum Liechtenstein wohnt, in einer E-Mail – zitiert werden will er aber nicht.
Silvan Meile
Das Schloss Eugensberg steht zum Verkauf. (Bild: Donato Caspari)

Das Schloss Eugensberg steht zum Verkauf. (Bild: Donato Caspari)

Der alternde Mann zeigt sich am liebsten umringt von jungen Frauen – sei es auf Facebook oder am Wiener Opernball. Er präsentiert sich so, als hätte er permanent ein paar Schönheiten im Schlepptau. Selten steht der über 80-Jährige mit leeren Händen da. Im Minimum hält er sich an der Hüfte einer Dame fest, wie es sich für einen selbst ernannten Playboy gehört.

Als Bankier soll es P. B. zu einem Millionenvermögen gebracht haben. Gemäss seiner kürzlich erschienenen Biografie «Ich war eine Bank: Und Schlimmeres» machte er sich einst aus einem Solothurner Dorf auf, um schliesslich als Vermögensverwalter die Welt zu erobern und dabei die Bekanntschaft mit unzähligen Frauen zu machen.

E-Mail an die Redaktion

Doch der Playboy hat offenbar noch nicht genug. Nun will er auch noch Thurgauer Schlossherr werden. «Ich bin Kaufanwärter für Schloss Eugensberg und hätte mich gerne mit Ihnen unterhalten», schreibt der Casanova, der im Fürstentum Liechtenstein wohnt, in einer E-Mail an einen Redaktor der «Thurgauer Zeitung».

Seit April 2018 sucht das Thurgauer Konkursamt einen Käufer für das Schloss bei Salenstein, das Pleitier Rolf Erb nebst dem Schuldenberg in Milliardenhöhe hinterliess. 35 Millionen Franken wurde als Richtwert für Schloss Eugensberg genannt, für das nun die Ginesta Immobilien AG einen neuen Besitzer sucht. «Verkaufsverhandlungen sind noch im Gange», sagt der Thurgauer Konkursverwalter Martin Wenk.

Kaufinteressenten sollten das Maul halten

Bei ihm laufen letztlich die Fäden dieses Verkaufs zusammen. Er spricht weder über Playboys noch von anderer Kundschaft. «Über die verschiedenen Kaufinteressenten und deren Kaufofferten können wir verständlicherweise keine Auskünfte geben.» Auch wird von den Kaufinteressenten Diskretion erwartet. Wer vertiefte Gespräche über das Kaufobjekt führe, müsse gar eine Geheimhaltungserklärung unterschreiben, sagt Wenk.

Das prunkvolle Anwesen mit sagenhaften 81 Hektaren Umschwung soll nicht einfach an den Meistbietenden gehen, sondern an eine Person, die auch zum Thurgau passe. Dieses Kriterium scheint dem grossspurigen Playboy nicht in die Karten zu spielen, wie gestern klar wurde. Wohl deshalb wendet er sich an die Medien. Bei seinen Gesprächspartnern auf der Redaktion ist er aber wählerisch, zitiert werden will er nicht. Was er mit seiner Kontaktaufnahme wirklich bezwecken möchte, behält er für sich.

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