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Schlatter Tüftler entwickelt Spezialmaschine für Erdbeerernten

Landmaschinenmechaniker Thomas Hablützel aus Schlatt hat für die Erdbeerernte eines mit Solarenergie angetriebenes Fahrzeug gebaut. Es ist nur eines von vielen Projekten, die er bisher entwickelt hat.
Roland Müller
Liegend setzen Thomas und Jan Schär Erdbeersetzlinge in die vorgezogene Furche. (Bild: Roland Müller)

Liegend setzen Thomas und Jan Schär Erdbeersetzlinge in die vorgezogene Furche. (Bild: Roland Müller)

Langsam und völlig lautlos bewegen sich zwei einzigartige Fahrzeuge durch ein neu angelegtes Erdbeerfeld nahe der Kantonsgrenze in Truttikon. Vater Thomas und Sohn Jan Schär liegen dabei bäuchlings auf einer im Fahrzeug angebrachten Matte und pflanzen alle 33 Zentimeter in eine vorher gezogene Furche eine junge Erdbeerpflanze. Es einige Tausend Pflanzen, welche in diesen Tagen in den Boden müssen. «Wir produzieren auf rund 75 Aren Erdbeeren, wobei wir jährlich 50 neu bepflanzen», sagt Schär. Das entsprechende Feld ist auch perfekt mit Wasser für die unerlässliche Bewässerung wie auch allenfalls Frostbewässerung erschlossen.

Beide für das Pflanzen benötigen Maschinen tragen die Handschrift des Schlatter Landmaschinenmechanikers Thomas Hablützel. Für das Ziehen der notwendigen Furchen baute er ein altes Vielfachgerät mit den Halbautomaten für das Pflanzen der Kartoffeln um. Die beiden Fahrzeuge für das Setzen und spätere Ernten hat er von Grund auf entwickelt.

Seit über 30 Jahren führt er eine kleine Werkstatt

Bis anhin stand für die Ernte und das Pflanzen auf dem Hof der Schärs ein Doppelflieger im Einsatz, wobei dieser nicht ganz befriedigte. Er war wohl auch mit einem lautlosen und abgasfreien Elektromotor angetrieben, doch dafür musste der benötigte Strom mit einem Kabel dem Motor zugeführt werden. Dies war für Schär keine optimale Lösung, so dass sich eine Alternative aufdrängte. «Ich wollte auf jeden Fall keinen lärmigen Verbrennungsmotor mit Abgasen, sondern wiederum einen Elektromotor, welcher nach Möglichkeit direkt von Solarstrom versorgt wird», meint Schär. Für eine mögliche Lösung bot Thomas Hablützel Abhilfe.

«Viele äussern ihre Wünsche und Ideen für solche Maschinen.» (Thomas Hablützel, Landmaschinenmechaniker aus Schlatt)

Gleichzeitig bildete er als Lehrmeister Jan Schär zum Landmaschinenmechaniker aus und entwickelte nach den Wünschen und Vorstellungen von Thomas Schär gleich zwei Erntemaschinen-Prototypen. «Zu mir kommen Kunden und äussern ihre Wünsche und Ideen für vielfach grosse und auch kleine Spezialmaschinen», sagt Hablützel, welcher seit über 30 Jahren mitten in Schlatt eine kleine Landmaschinenwerkstatt mit zwei Lehrlingen und einem Landmaschinenmechaniker führt.

Thomas Hablützel, Landmaschinenmechaniker und Tüftler aus Schlatt. (Bild: Roland Müller)

Thomas Hablützel, Landmaschinenmechaniker und Tüftler aus Schlatt. (Bild: Roland Müller)

So entwickelte und baute er für einen grossen Rebschulbetrieb beispielsweise eine Spezialspritze oder Bodenbearbeitungs- und Unkrautbekämpfungsgerät. Doch auch für das Herstellen von Maissiloballen und Maissilowürsten baute er Maschinen erfolgreich um.

Solarzellen auf dem Dach speisen Elektromotoren

Bezüglich der Ideen für Thomas Schär für kleine Erntemaschinen machte sich Hablützel auch an die Entwicklung, um ein möglichst einfach zu bedienende, leichte und zweckmässige Maschine von A bis Z zu bauen. Der mit der Solarzelle produzierte Strom fliesst in die am Fahrzeug aufgebaut Batterie, welcher wiederum den Elektromotor mit dem notwendigen Storm versorgt. Auf dem Dach sorgt eine Solarzelle mit dem Ausmass von einem auf 1,65 Meter mit einer Nennleistung von 270 Watt für die Stromproduktion. Dieser fliesst in die Batterie, wo er entweder gespeichert und gleich für den Antrieb benötigt wird. Der Antrieb besorgen zwei kleine Elektromotoren mit einer Nennleistung von je 180 Watt. «Diese Kraft reicht aus, um das Fahrzeug samt Arbeitskraft sowie Pflanzgut oder die gepflückten Beeren im Feld zu transportieren», versichert Hablützel. Dies hat sich auch bereits beim Pflanzen der Setzlinge bestätigt.

Die Geschwindigkeit für das gewünschte Arbeitstempo lässt sich mit Knopfdruck stufenlos verändern. Das gesamte Fahrgestell samt den beiden Motoren wiegt an die hundert Kilogramm. Auch für den Transport vom Hof auf das Feld und zurück hat Hablützel gedacht. Die Pflückmaschine lässt sich mit einfachen Handgriffen einfach anheben und an den Schlepper anhängen, so dass die Antriebsräder ab Boden und die beiden Fahrzeuge problemlos transportfähig sind.

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