Schlatt hat genügend Bauland bis ins Jahr 2040

Innenverdichtung heisst das Schlagwort zur laufenden Ortsplanungsrevision in Schlatt.

Thomas Güntert
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Blick auf Schlatt: Die Gemeinde soll auch nach der laufenden Ortsplanungsrevision ländlich bleiben.Bild: Thomas Güntert

Blick auf Schlatt: Die Gemeinde soll auch nach der laufenden Ortsplanungsrevision ländlich bleiben.Bild: Thomas Güntert

Bis 2040 darf die Gemeinde Schlatt keine neuen Bauzonen ausscheiden und die bestehenden Richtplangebiete für Wohnen müssen aufgehoben werden. Das hat Planer Matthias Ott, vom Schaffhauser Raumplanungsbüro Winzeler + Bühl am Dienstagabend klargemacht. Gemeindepräsidentin Marianna Frei konnte im Gemeindehaus in Schlatt rund 100 Besucher am Infoanlass über die Gesamtrevision der Kommunalplanung begrüssen.

Ott erklärte weiter, dass sich die Vorgaben zur Siedlungsentwicklung mit dem revidierten Kantonalen Richtplan grundlegend verändert haben. Die rund 1700 Einwohner zählende Gemeinde verfügt über genügend Bauland, um das prognostizierte Bevölkerungswachstum von 0,5 Prozent auffangen zu können.

Verzicht auf Zonen mit drei Etagen

Ott erläuterte die Entwürfe und bemerkte, dass bei der Ausarbeitung 15 Anliegen aus der Bevölkerung behandelt wurden, beispielsweise der Ausbau des Langsamverkehrs oder die Nutzung der Holzreserven zu Heizzwecken. Durch Verdichtung nach innen und den Verzicht auf dreigeschossige Aufzonungen soll der ländliche Siedlungscharakter erhalten bleiben. «Verdichtung im bebauten Gebiet soll ohne Zwang erfolgen», sagte Ott. In unbebauten Gebieten sollen die Ziele hingegen klar definiert werden. Siedlungsraum soll von der unverbauten Landschaft abgegrenzt werden.

Verbesserung beim ÖV müssen her

Ott bemerkte, dass seit dem Fahrplanwechsel 2019 der Öffentliche Verkehr unattraktiver geworden ist und insbesondere die Bus-Bahn-Umsteigezeiten zu den Bahnhöfen Marthalen und Schlatt verbessert werden sollen. Die Gemeinde will ein lokales Bildungs- und Betreuungsangebot anbieten sowie Dorfladen und Kleingewerbe erhalten. Auf dem Wunschzettel der Gemeinde steht zudem ein eigener Werkhof. Die revidierte Ortsplanung ist noch bis 30. November öffentlich aufgelegt. Parallel dazu erfolgt die Vorprüfung durch das Thurgauer Amt für Raumentwicklung. Die Revision soll bis spätestens Ende 2020 in Kraft treten.

Hinweis
Weitere Informationen und alle Unterlagen zu Ortsplanungsrevision auf der Website der Gemeinde: www.schlatt.ch