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Schimpfis für den Kanton aus Diessenhofen

Für die Interessengemeinschaft Rheinuferaufwertung zögern die kantonalen Behörden am falschen Ort: Die Ufermauer bei der Rheinwiese gehört als Erstes renaturiert. Das sehen aber nicht alle so
Stefan Hilzinger
Ein naturnah saniertes Stück Rheinufer nach dem Gusto der Interessengemeinschaft Rheinuferaufwertung. (Bild: PD)

Ein naturnah saniertes Stück Rheinufer nach dem Gusto der Interessengemeinschaft Rheinuferaufwertung. (Bild: PD)

Günter Rieker doppelt nach. Schon nach Bekanntwerden des kantonalen Konzepts zur Sanierung des Rheinufers im vergangenen Januar sagte er gegenüber dieser Zeitung: «Die Politik ist unter dem Druck der Petition der Pontoniere eingeknickt.» Am Montag, anlässlich der Jahresversammlung der Interessengemeinschaft Rheinuferaufwertung (Igra), wiederholte er seinen Vorwurf: «Für uns gibt es keinen Grund, warum die Mauer nicht abgerissen wird.»

Igra-Präsident Rieker spricht von dem gut 800 Meter langen Abschnitt des befestigten Rheinuferwegs auf Höhe Rheinwiese. Laut Konzept soll dieser Teil nicht in erster Priorität renaturiert werden, sondern nur in zweiter, wie Projektleiterin Claudia Eisenring und Marcel Tanner, Ressortleiter Wasserbau beim Thurgauer Amt für Umwelt (AfU), an der Igra-GV ausführten.

Im Kern sind sich die Igra und die Verantwortlichen beim AfU eigentlich einig: Möglichst viel des meist mit Betonmauern oder Blocksteinen befestigten Rheinufers zwischen Diessenhofen und Stein am Rhein soll verschwinden und durch Flachufer und stellenweise auch durch Steiluferbereiche ersetzt werden.

Mitwirkung und Bewilligung braucht seine Zeit

Vorerst will der Kanton nun die Renaturierung dreier Abschnitte oberhalb Campingplatz Läui und beim Restaurant Schupfen an die Hand nehmen. Projektleiterin Eisenring führte aus, wie viele Hürden die einzelnen Projekte noch zu nehmen haben – angefangen von der Klärung der Finanzierung über das Mitwirkungs- bis zum Bewilligungsverfahren. «Das braucht alles seine Zeit», sagte sie. Doch das kam bei den Igra-Mitgliedern aber nicht gut an. «Das geht uns viel zu langsam», warf jemand ein.

«Einzigartiger Uferweg»

Für 1738 Diessenhoferinnen und Diessenhofer ist klar: Die Beton-Ufermauer zwischen Badi Diessenhofen und Läui soll erhalten bleiben (roter Abschnitt in der Karte). Sie haben im Frühsommer 2017 die Petition der Gruppierung für den Erhalt unserer Rheinlandschaft unterschrieben. Für die Gruppierung aus dem Kreis der Pontoniere stellen Ufermauer und Weg ein Kulturgut dar, das saniert und erhalten gehört. «Der bestehende Rheinuferweg ist einmalig und ein kulturelles Kapital für einen sanften Tourismus», schrieb die Gruppierung, nachdem im April 2018 bekannt wurde, dass die Mauer vorerst keine erste Priorität geniesst. Im Februar davor fand ein runder Tisch mit Regierungsrätin Carmen Haag und den Interessenvertretern statt. (hil)

Urban Brütsch, Präsident der Bürgergemeinde Diessenhofen, sagte, der Kanton setze auf Nebenschauplätze und weiche dem eigentlichen Problem aus – dem fundamentalen Widerstand vor allem der Pontoniere gegen den Abbruch der Ufermauer. Brütsch sagt:

«Besser wäre es, bei der Rheinwiese anzufangen und dann halt die Gerichte entscheiden zu lassen.»

Die beiden Kantonsräte Toni Kappeler (Grüne, Münchwilen) und Maja Bodenmann (CVP, Diessenhofen), die im Igra-Vorstand sitzt, haben im August 2018 eine Interpellation eingereicht. Darin wollen sie und 32 Mitunterzeichnende vom Regierungsrat Genaueres wissen zum Konzept der Sanierung des Thurgauer Ufers des Hochrheins zwischen Paradies und Wagenhausen. Der Regierungrat hat ein Jahr Zeit, die Interpellation zu beantworten. Die Igra-Mitglieder hinterliessen an der Versammlung nicht den Eindruck, dass sie noch bis August darauf warten wollen.

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