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Interview

Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein zieht solide Saisonbilanz und hat für 2020 neue Kursfahrten im Ärmel

«Die Flotte befindet sich auf Kurs»: Das sagt Remo Rey, Geschäftsführer der Schifffahrtgesellschaft Untersee und Rhein (URh) zur kürzlich abgelaufenen Saison. Für den Herbst und die nächsten zwei Jahre verkündet er neue Fahrten. Zudem verlassen zwei langjährige Kapitäne die URh.
Samuel Koch
Das MS Arenenberg am Landesteg in Schaffhausen. Über den Winter erhält das Schiff mit Baujahr 1983 zwei neue Motoren. (Bild: Donato Caspari)

Das MS Arenenberg am Landesteg in Schaffhausen. Über den Winter erhält das Schiff mit Baujahr 1983 zwei neue Motoren. (Bild: Donato Caspari)

Petrus muss ein Freund der Schifffahrt sein.

Remo Rey: Jein. Wir erlebten zwar ein gutes Jahr.

Aber?

Das Hochwasser im Juli zwang uns dazu, die Fahrgäste während 27 Tagen in Diessenhofen umsteigen zu lassen. Zudem verzeichneten wir im eher kühlen Mai ohne einen einzigen Feiertag unterdurchschnittliche Passagierzahlen.

Wie sehen die Zahlen über die ganze Saison aus?

Remo Rey, Geschäftsführer URh. (Bild: Donato Caspari)

Remo Rey, Geschäftsführer URh. (Bild: Donato Caspari)

Die angestrebte Marke von 350'000 Passagieren werden wir wohl knapp verpassen, obwohl wir davon ausgehen, dass die Passagierzahl gegenüber dem Vorjahr um fünf bis sieben Prozent steigt. Zudem lässt sich noch kaum abschätzen, wie gut das neue Herbst-Hopping ankommen wird.

Schlägt sich das auch in den Finanzen nieder?

Die URh ist finanziell auf Kurs. Das hohe Niveau des durchschnittlichen Passagierertrages konnten wir halten. Zudem sind unsere Themen- und Führungsfahrten auf grossen Anklang gestossen.

Die URh verdient mittlerweile auch mit Nebengeschäften Geld.

Ja, auch wenn die Zahlen dabei vergleichsweise marginal sind. Immerhin haben im neuen Schiffshotel auf dem MS Konstanz dieses Jahr insgesamt 115 Mal Gäste übernachtet. Das generierte rund 10'000 Franken zusätzliche Einnahmen, mit einem Schiff, das sonst nur in der Werft steht.

Können Sie sich vorstellen, dass das Schiffshotel einmal den Weg in den Kanton Thurgau findet?

Das ist durchaus vorstellbar, aktuell aber nicht konkret geplant.

Die turbulente See nach den Umstrukturierungen vor drei Jahren hat die URh längst hinter sich gelassen.

Das dürfen wir behaupten. Das Verdienst dafür verteilt sich auf viele Schultern. Einerseits hat der Verwaltungsrat rasch eingegriffen und teils schwierige und unpopuläre Entscheidungen gefällt. Andererseits haben aber auch alle Mitarbeiter bei ihrer täglichen Arbeit mitgezogen, um die Flotte wieder in ruhigere Gewässer zu manövrieren.

Der Wind auf hoher See kann aber rasch drehen?

Dem sind wir uns bewusst. Gerade das vergangene, schwierige Jahr mit der lang anhaltenden Trockenheit, den daraus folgenden rund 85 Tagen mit Niedrigwasser und einem dennoch guten finanziellen Abschluss hat uns aber gezeigt, dass wir uns auf dem richtigen Weg in die Zukunft befinden.

Stimmt das auch im personellen Bereich? Die URh muss innert Kürze zwei langjährige Kapitäne ersetzen.

Entgegen früherer Jahre sind wir gut vorbereitet und haben in unserer nautischen Mannschaft lieber einen Kapitän zu viel als einen zu wenig. Dieses Jahr haben wir mit Markus Böhm und Matti Betz zwei Mitarbeiter neu zu Schiffsführern ausgebildet. Ein weiterer Anwärter befindet sich derzeit in der Ausbildung. Zudem haben wir zwei bis drei Kandidaten, die Potenzial für eine interne Weiterentwicklung zum Schiffsführer haben.

Lausbuben-Kapitän übergibt Ruder nach 21 Jahren

Daniel Martini, URh-Kapitän von 1998-2019. (Bild: PD)

Daniel Martini, URh-Kapitän von 1998-2019. (Bild: PD)

Im Alter von 62 und nach über 21 Jahren bei der Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (URh) verabschiedet sich Daniel Martini in den wohlverdienten Ruhestand. Der gelernte Spengler- und Sanitärinstallateur trat seinen Dienst bei der URh 1998 an und brachte Erfahrungen aus der Bootswerft Labhart AG in Steckborn mit. Ein Jahr später absolvierte der Steckborner erfolgreich die Maschinistenprüfung, zunächst fürs MS Schaffhausen, später fürs MS Munot.
Zum Schiffsführer schaffte er es 2007 und fuhr seither als Kapitän auf dem MS Munot. Auch die beiden Motorschiffe Schaffhausen und Arenenberg steuerte der stille Nautiker seit gut zehn Jahren, wie die URh-Geschäftsleitung mitteilt. «Mit seinem verschmitzten Lachen und den leuchtenden Augen war Daniel Martini der Lausbube unter den Kapitänen», sagt Geschäftsführer Remo Rey. Seine Zuverlässigkeit und sein Einsatz auf mehreren Schiffen haben ihn zu einer wichtigen Stütze im betrieblichen Alltag der URh gemacht.
Gerne hätte die URh seine Dienste bis zur ordentlichen Pensionierung in Anspruch genommen. Wegen der steigenden Belastungen, welche der Freizeitverkehr auf dem Hochrhein mit sich bringen, entschied sich Martini jedoch zu einer vorzeitigen Pensionierung. Nach 45 Jahren bei der URh ist nach dieser Saison auch für Kapitän Erik Zipsin Schluss. «Wir sowie alle Passagiere danken Erik Zipsin und Daniel Martini für ihre treuen und langjährigen Dienste für die URh und wünschen ihnen für den dritten Lebensabschnitt beste Gesundheit», sagt Remo Rey. (red)

Jetzt packen die Mitarbeiter aber zunächst in der Werft mit an.

Viele beziehen derzeit Ferien oder Kompensationstage. Aber es stimmt, die Neumotorisierung der MS Arenenberg läuft seit der Hellingnahme vor elf Tagen und erfordert viel Einsatz. Mit unserem Team um den erfahrenen Bauleiter Herbert Rispy haben wir aber mittlerweile schon viel Erfahrung bei Umbauten oder Revisionen unserer Schiffe.

Ist die Flotte danach für die Zukunft gewappnet?

Ja. Das älteste Schiff, das MS Munot, datiert von 1998. Die langfristige Flottenplanung steht aber auch dann nicht still.

Heuer dauert die URh-Saison mit dem Herbst-Hopping bis im November. Was dürfen die Gäste vom Angebot erwarten?

Sie profitieren nicht nur von zusätzlichen Hop-on-Hop-off-Schifffahrten, sondern von mehreren vielfältigen Erlebnissen rund um den grenzübergreifenden Untersee.

Gibt es Neuigkeiten beim zukünftigen Fahrplan?

Ja. Ab nächster Saison testen wir für zwei Jahre jeweils donnerstags während der Hochsaison einen Zusatzkurs um 10 Uhr von Steckborn und Gaienhofen in Richtung Konstanz. Dasselbe Schiff fährt später leer nach Schaffhausen und verkehrt ab 16.50 Uhr zurück in Richtung Untersee.

Was ist das Ziel dieser zusätzlichen Kursfahrten?

Feriengäste freuen sich vermehrt über Tagesausflüge nach Konstanz oder zum Rheinfall in Neuhausen. Mit dem 16.50-Uhr-Kurs ab Schaffhausen können Gäste fast zwei Stunden länger als beim heutigen Fahrplan am Rheinfall verweilen. Die zusätzlichen Kursfahrten stossen übrigens auch bei den Kantonen Thurgau und Schaffhausen auf offene Ohren.

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