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Über die Unmöglichkeit, alles sehen zu können: Während 36 Stunden stehen über 50 Veranstaltungen an den Frauenfelder Kulturtagen auf dem Programm

Einen Frauenfelder Kulturtag gab es schon in den Jahren 2017 und 2019. Heuer präsentieren sich die lokalen Kulturinstitutionen erstmals während dreier Tage – nämlich von Freitag bis Sonntag, 24. bis 26. September. Neu sind auch alle Veranstaltungen kostenlos.

Mathias Frei
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Freuen sich auf die dritte Ausgabe der Frauenfelder Kulturtage: Stadtpräsident Anders Stokholm, Otmar Dossenbach (Kunstverein), Beni Pfister (Konzertgemeinde), städtischer Kulturamtsleiter Christof Stillhard, Kantonsbibliothekar Bernhard Bertelmann und Tabitha Munagapati (städtisches Kulturamt).

Freuen sich auf die dritte Ausgabe der Frauenfelder Kulturtage: Stadtpräsident Anders Stokholm, Otmar Dossenbach (Kunstverein), Beni Pfister (Konzertgemeinde), städtischer Kulturamtsleiter Christof Stillhard, Kantonsbibliothekar Bernhard Bertelmann und Tabitha Munagapati (städtisches Kulturamt).

Bild: Tobias Garcia

Ein klassisches Luxusproblem. «Es ist unmöglich, alle Veranstaltungen zu besuchen», sagt Stadtpräsident Anders Stokholm. Er spricht vom Programm der dritten Frauenfelder Kulturtage, die am Wochenende vom 24. bis 26. September über die Bühne gehen. Nachdem die ersten beiden Durchführungen 2017 und 2019 jeweils auf einen Tag beschränkt waren, sind es nun erstmals drei Tage. Die Veranstaltungsdichte ist deswegen nicht kleiner, wie sich an der Pressekonferenz von Freitagvormittag zeigt, zu der die Stadt eingeladen hat. Stokholm sagt:

«Die Kulturschaffenden und Kulturvermittelnden haben eine schwierige Zeit überlebt.»

Er spricht von Kultur als wichtigem Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält. Jedes Mal sei er wieder aufs Neue erstaunt, wie vielfältig das kulturelle Leben in Frauenfeld sei. «Neues entdecken, dazu sollen die Kulturtage einladen.»

Das reichhaltige Programmheft der dritten Frauenfelder Kulturtage.

Das reichhaltige Programmheft der dritten Frauenfelder Kulturtage.

Bild: Tobias Garcia

Safari, Punk und Bier in der Literatur

Und wahrlich gibt es an diesen drei Tagen vieles zu entdecken. Insgesamt 52 Veranstaltungen stehen auf dem Programm. Von zeitgenössischem Tanz bis zu Kunstinstallationen, von offenen Chorproben in der katholischen Stadtkirche und in der Konvikthalle bis zur Auktion mit dem Titel «Kultur macht reich», vom Referat über «s'Fräuli und s'Leuli» bis zu Manfred Papsts «Bier in der Literatur». In den kantonalen Museen gibt es eine Museumslöwensafari, im Kunstraum und in der Baliere ist die Kunst genau einen Quadratmeter gross, es gibt ein Orgelkonzert für und mit Kindern sowie ein Abend von Augeil-Records mit Egg-Punk, Synthwave und Glitch-Hop-Pop. Beim Kunstverein diskutieren private Kunstsammler, während in der Bildschule Kinder Skulpturen bauen. Man ist einfach überfordert. Und das ist schön. Stadtpräsident Stokholm sagt denn auch:

«Man muss nicht alles sehen.»

Kantonsbibliothekar Bernhard Bertelmann, Gastgeber der freitäglichen Pressekonferenz, erwartet, dass es wieder so inspirierend wird wie 2019 und 2017. Er lobt die Vernetzungsarbeit der städtischen Kulturförderung und sagt: «So können wir gemeinsam auftreten und ein ungleich grösseres Publikum erreichen.»

Von Freitagvormittag bis Sonntagabend

Die Frauenfelder Kulturtage gehen in insgesamt 26 Örtlichkeiten in der ganzen Stadt von Freitag, 24., bis Sonntag, 26. September, über die Bühne. Auf dem Programm stehen von Freitagvormittag, 10 Uhr, bis Sonntagabend, 18.30 Uhr, 52 Veranstaltungen. Mehr als die Hälfte der Angebote, nämlich deren 28, eignen sich auch für Familien und Kinder. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist kostenlos. (ma)

Das komplette Programm: www.frauenfelder-kulturtag.ch

Bei den Kulturtagen ist die Stadt um die Koordination und die gemeinsame Vermarktung besorgt. Christof Stillhard sagt, die Philosophie der Frauenfelder Kulturtage 2021 sei dieselbe wie schon 2017 und 2019. «Kultur soll zum Erlebnis werden, nicht zuletzt auch für Familien», erklärt der Leiter des städtischen Amts für Kultur. Im Zentrum würde das interaktive und interdisziplinäre Moment stehen. Hervorheben will der städtische Kulturförderer, dass erstmals alle Veranstaltungen kostenlos seien. Den Entscheid, ob mit oder ohne Eintritt, habe man bei den früheren Durchführungen den beteiligten Kulturinstitutionen überlassen, sagt Stillhard.

«Aber unser Motto ist, dass Kultur in Frauenfeld möglichst niederschwellig sein soll.»
An der Pressekonferenz zu den dritten Frauenfelder Kulturtagen in der Kantonsbibliothek.

An der Pressekonferenz zu den dritten Frauenfelder Kulturtagen in der Kantonsbibliothek.

Bild: Tobias Garcia

Man wolle mit Gratisveranstaltungen aber keineswegs den Eindruck erwecken, Kultur sei nichts wert. Im Gegenteil, die Kreativwirtschaft sei ein wichtiger Teil der Schweizer Wirtschaft mit einem Jahresumsatz von 70 Milliarden Franken. Auch die Frauenfelder Veranstalter würden einiges investieren, sagt Stillhard.

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