Schattenplätze waren beim Aadorfer «Badifäscht» gefragter denn je

Das «Badifäscht» lockte über 900 Besucher in das Freibad Heidelberg. Ein Guntershauser Bildhauer hatte bei diesem Anlass besonderen Grund zur Freude.

Kurt Lichtensteiger
Drucken
Teilen
Bademeisterin Sabrina Herzog vor dem bronzenen Wandschmuck des Bildhauers Romuald Polachowski. (Bilder: Kurt Lichtensteiger)

Bademeisterin Sabrina Herzog vor dem bronzenen Wandschmuck des Bildhauers Romuald Polachowski. (Bilder: Kurt Lichtensteiger)

Die Badesaison im Freibad am Heidelberg begann äusserst verhalten. Zur Eröffnung am 18. Mai herrschte noch eine abschreckende Wassertemperatur von 12 Grad. Das Badewetter wollte sich auch danach nicht so richtig einstellen.

Erst mit dem kalendarischen Sommeranfang schlug die Sommerhitze in aller Härte zu. Badmeisterin Sabrina Herzog sagte:

«Am vergangenen Mittwoch waren rekordverdächtige 1500 Eintritte zu verzeichnen.»

Auf Rekordhöhe von 35 Grad stieg die Lufttemperatur, während im Wasser 25,6 Grad gemessen wurden. Trotzdem versprach der Sprung ins Nass eine willkommene Abkühlung. Schattenplätze unter den Bäumen oder einem Sonnenschirm waren jedoch gefragter denn je. Zur leiblichen Erfrischung trug auch ein Besuch auf der Kiosk-Terrasse bei, wo das Personal eine Bewährungsprobe zu bestehen hatte. Mithin eine Gelegenheit, bei Grossandrang einzelne Abläufe zu optimieren.

Für das «Badifäscht» hatten die Organisatoren mit der Festsetzung des Datums eine glückliche Hand bewiesen. Allerdings liess die Bekanntgabe zu wünschen übrig. Weder über die Tagespresse noch über Flugblätter konnte davon Notiz genommen werden, was einige Leute bemängelten. Über 900 Badegäste liessen sich dennoch anlocken.

Die über 900 Badegäste im Freibad Heidelberg suchten beim «Badifäscht» vor allem Schattenplätze auf.

Die über 900 Badegäste im Freibad Heidelberg suchten beim «Badifäscht» vor allem Schattenplätze auf.

Viel Sensibilität bewies man bei der Auswahl der Spiele. Diese unterhielten rund 100 Kinder und einzelne Erwachsene. Etwa beim Bobbycar-Rennen, Torschiessen, Paddeln, Büchsen-Schiessen Glücksspiel. Nach dem dreistündigen Happening besammelten sich die Beteiligten zur Rangverkündigung und Preisverteilung. Die glücklichen Kindergesichter trübte einzig der heisse Steinboden, der baren Fusses kaum zu betreten war.

Nachtschwimmen mit Barbetrieb

Den bis 24 Uhr verlängerten Samstagabend nutzten ältere Besucher zu einem Stelldichein auf der Kioskterrasse und den Badewiesen, wobei der DJ für gute Stimmung sorgte. Beim Nachtschwimmen und an der Bar ergaben sich weitere Möglichkeiten, den Sommerabend voll auszukosten.

Besondere Freude strahlte Romuald Polachowski aus. Bei der Einweihung des Bades im Jahr 1964 hatte die Familie Polachowski-Schwager einen Bronzefisch beim «Kinderbädli» und einen Wandschmuck aus Bronze geschenkt. Dazumal hatte der Modellbauer in der Firma Sulzer gearbeitet, wo er das Modell in Bronze gegossen hatte. Nach dem Bad-Umbau ist das Exponat für einige Jahre verschwunden. Auf Bestreben des Sohnes Romuald durfte der Guntershauser Bildhauer die sehenswerten Relikte nun erneut anbringen, zu seiner und auch zur Freude von aufmerksamen Betrachtern.

Aktuelle Nachrichten