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Schaffhauser Verein will nun auch Tiere im Thurgau retten

Die rund zehn Mitglieder des Tierrettungsvereins "Animal Rescue" möchten ihr Einsatzgebiet ausweiten.
Svenja Rimle
Ricky Meyer ist Tierretter aus Leidenschaft. (Bild: PD)

Ricky Meyer ist Tierretter aus Leidenschaft. (Bild: PD)

Drei Jahre lang in einem düsteren Keller. Angekettet. Vernachlässigt. Verachtet. Als der Schaffhauser Tierretter Ricky Meyer gemeinsam mit der Polizei einen Hund aus dieser Situation befreite, wollte er seinen Augen nicht trauen. Für ihn ist es unvorstellbar, wie man mit einem Tier, einem Lebewesen im Besitz einer Seele, so umgehen kann. Umso schöner war der Moment, als er ebendiesen Hund einige Zeit später beim Spazieren, am anderen Ende der Leine eine neue Besitzerin, wiedersah.

«Obwohl er durch seine Vergangenheit sehr menschenscheu geworden ist, rannte er schwanzwedelnd in meine Richtung. Er hat mich tatsächlich wiedererkannt, das war ein wunderschönes Gefühl», erzählt Meyer. Trotz 30-jähriger Tierrettungs-Erfahrung gibt es für ihn auch heute noch Situationen, die ans Herz gehen.

75 Prozent der Notfälle betreffen Wildtiere. (Bild: PD)

75 Prozent der Notfälle betreffen Wildtiere. (Bild: PD)

Geschichten mit Happy End gibt es im Arbeitsalltag der Vereinsmitglieder von Animal Rescue leider selten. Oft sind die Tiere so schwer verletzt, dass für sie jede Hilfe zu spät kommt. Dennoch sind die Aufträge der Tierretter vielfältig. Bei 75 Prozent der Meldungen sind Wildtiere wie beispielsweise Vögel, Eichhörnchen und Igel involviert. Die Tierretter sind dafür verantwortlich, dass verletzte Tiere zu Auffangstationen, Tierärzten oder Spezialisten transportiert werden.

Fahrermangel im Thurgau

Eine angefahrene Katze, ein Vogel, der in eine Scheibe geflogen ist - bei Animal Rescue sammeln sich tierische Notfälle aller Art. Seit 2016 hilft der Verein hauptsächlich im Kanton Schaffhausen und im süddeutschen Raum. Bis im nächsten Sommer möchte er sich aber auch im Thurgau einen Namen machen. An Tatendrang mangelt es Vereinspräsident Ricky Meyer nicht, jedoch an Mitarbeitern. «Um die Anfahrtszeit unter 30 Minuten halten zu können, benötigen wir im Thurgau noch einige freiwillige Fahrer», sagt er.

Über zu viele Interessenten kann sich Meyer nicht beklagen. Einer Infoveranstaltung im letzten Jahr wohnten rund 60 Personen bei, Animal Rescue beigetreten seien im Anschluss nur zwei. «Es ist ein deftiges Hobby», gibt Ricky Meyer zu. Man sollte psychisch stabil sein. Trotz allem Elend, sei es aber auch eine schöne Arbeit.

Vom Notfall-Fahrzeug hinters Mischpult

Ricky Meyer arbeitet seit drei Jahren ehrenamtlich als Tierretter. An finanziellen Zustupf kommt er durch seine Nebenbeschäftigung als DJ. Vom Mischpult weglaufen, um ein Tier zu retten, müsse er allerdings nie. «Ein bis drei unserer Leute sind jeden Tag abrufbar und können bei Notfällen mit ihren Privatautos ausrücken», so Meyer. Eine Bezahlung der Mitarbeiter liege leider nicht drin. Lediglich eine Kilometerentschädigung sei machbar. Viele verzichten aber auch darauf, denn Animal Rescue befindet sich in einem finanziellen Engpass.

Ricky Meyer und sein Team sind verantwortlich für Notfälle aller Art. (Bild: PD)

Ricky Meyer und sein Team sind verantwortlich für Notfälle aller Art. (Bild: PD)

Ricky Meyer kann den Verein von Monat zu Monat mit Hilfe von Sponsoren und Spendengeldern finanzieren. Durch einen Auffahrunfall im letzten Jahr entstand am einzigen, professionell ausgestatteten Notfall-Fahrzeug ein Totalschaden. Bis nächstes Jahr muss ein neues Fahrzeug her, damit Meyer und sein Team auch weiterhin komplexe Notfälle übernehmen können. Diese Investition ist nicht eben klein, bis zu 80 000 Franken soll ein entsprechendes Gefährt kosten. «So viel Geld haben wir einfach nicht», sagt Meyer.

Mit dem Fokus auf nur unkomplizierte Notfälle können sie das Geschäft nicht weiterführen, denn dadurch würden viele Sponsoren und Spender abspringen. Meyer: «Entweder wir machen die Tierrettung richtig oder gar nicht. Hinter etwas Halbbatzigem könnte ich nicht stehen».

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