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Schafferin im Gegenwind: Uesslingens Gemeindepräsidentin Elisabeth Engel tritt zur Wiederwahl an

Die langjährige Gemeindepräsidentin Elisabeth Engel stellt sich noch einmal zur Wiederwahl – und muss sich einer Herausforderin stellen. Die Amtsinhaberin über Sexyness und dörfliche Idylle.
Mathias Frei
Blick nach vorne: Gemeindepräsidentin Elisabeth Engel stellt sich für eine weitere Legislatur zur Wahl. (Bild: Andrea Stalder)

Blick nach vorne: Gemeindepräsidentin Elisabeth Engel stellt sich für eine weitere Legislatur zur Wahl. (Bild: Andrea Stalder)

Es ist kein Ärger oder sogar Enttäuschung, nein, es ist vor allem Erstaunen. Elisabeth Engel ist überrascht ob der Situation, wie sie sich nun präsentiert. «Offensichtlich gibt es Leute in der Gemeinde, die einen Wechsel wollen», stellt sie fest. «Ich bin halt eher die solide Schafferin, nicht die Verkäuferin.» Sie, seit 2005 fest im Amt als Gemeindepräsidentin von Uesslingen-Buch, zuvor schon zwei Jahre Gemeinderätin. Diesen Spätsommer hat Engel bekanntgegeben, dass sie sich noch einmal zur Wiederwahl stellt. Die Legislatur 2019 bis 2023 beginnt am 1. Juni 2019. Und dann das: Im Oktober wird Cornelia Büchis Gegenkandidatur publik. Büchi wirkte bis Sommer 2017 zehn Jahre im Gemeinderat.

«Den Stimmbürgern bin ich das schuldig.»

«Es ist wichtig, dass der Wahlkampf bis zum Schluss sauber bleibt», sagt Elisabeth Engel. Und dieses Ende ist nah, an der Bechtelisgemeinde vom 21. Januar 2019 finden die Behörden-Gesamterneuerungswahlen statt. Die Situation sei schon schwierig genug für die zwei Dörfer, schwierig genug für den Gemeinderat. «Wir waren Arbeitskolleginnen auf einer herzlichen Ebene», sagt Engel über die gemeinsame Behördentätigkeit mit Büchi. «Sie leistete gute Arbeit.»

Cornelia Büchi besuchte Elisabeth Engel vor den Sommerferien 2018 auf der Gemeindeverwaltung und erkundigte sich nach den Plänen für das Präsidium in der kommenden Amtszeit. Engel beschied ihr, dass sich der Gemeinderat für diesen Entscheid bis nach den Sommerferien Zeit gegeben habe. Das Nächste war Büchis Kandidatur. «Wenn die Leute einen Wechsel wollen, dann ist es sicher kein Generationenwechsel», sagt Engel, die Jahrgang 1954 hat. Büchi ist sechs Jahre jünger.
Engel ist wichtig, dass sie ein zentrales Geschäft abschliessen, bevor sie in Pension geht: die Ortsplanung. «Das bin ich den Stimmbürgern schuldig.» Vor den Gesamterneuerungswahlen 2015 habe sie gedacht, dass sich das Thema in dieser Legislatur abschliessen lasse. Dem war nicht so, woran aber die Behörde nicht schuld sei.

«Offenbar gibt es Leute, die einen Wechsel
wollen.»

In jüngerer Zeit ein Stammtischthema waren Engels präsidiale Stellenprozente und jene der Gemeindeverwaltung. Um der Transparenz willen hat Engel die Situation bereits in der Gemeindepublikation «Rutscher Blick» richtiggestellt. Das Präsidium hat 40 Prozent. Wegen zusätzlicher Aufgaben in der Verwaltungsführung hat Engel heuer zehn Prozent mehr gemacht. Dieses Zusatzpensum übernimmt 2019 die Gemeindeschreiberin. Für das Bauwesen, das Engel unter sich hat, gibt es entgegen anderer Aussagen kein fixes Stellenprozent-Pensum. «Im Bauwesen kann man nie alle glücklich machen», sagt Engel.
«Und unsere Gemeindeverwaltung ist also ziemlich schlank aufgestellt. Das hat mir unser externes Treuhandbüro bestätigt.» Ein Gesamtpensum von 255 Stellenprozenten verteilt sich auf vier Personen. Wenn die Einwohner vier verschiedene Angestellte sehen würden, denke man vielleicht an mehr Pensum. Aber gerade dank der zwei kleineren Pensen sei man umso flexibler.

Die Freude an der Arbeit überwiegt

Engel sieht sich im Präsidium als Dienstleisterin am Gemeinwesen – verbunden mit einer gewissen Demut vor dem Amt und dem Auftraggeber, dem Stimmbürger. Trotz dieser Auffassung des Amts muss sie auch immer wieder unberechtigte Kritik entgegennehmen. Damit müsse man in dieser Position leben können. «Ohne Probleme wäre es zu einfach, das Amt wäre zu sexy.»

Letztlich überwiege aber die Freude an dieser Arbeit. Ansonsten käme es ihr nicht in den Sinn, sich nochmals zur Wahl zu stellen, sagt Engel. Sie ist – wie auch ihre Herausfordererin Cornelia Büchi – keine Ureinwohnerin von Uesslingen-Buch. Ganz bewusst entschlossen sich Elisabeth Engel und ihr Ehemann vor 19 Jahren, die Stadt Winterthur hinter sich zu lassen und aufs Land zu ziehen. In Uesslingen fanden sie das, was sie gesucht hatten. «Wenn man Znacht isst in einem Restaurant – und plötzlich stehen zwei Tische weiter ein paar vom Männerchor auf, fangen an zu singen. Das ist für mich dörfliche Idylle, wie ich sie mag», sagt Elisabeth Engel und wirkt zufrieden.

Podium am 14. Januar

Eine Woche vor der Wahl lädt der Verein «Dorläbe Buch» zur Podiumsdiskussion mit beiden Kandidatinnen ein. Am Montag, 14. Januar 2019, nehmen Elisabeth Engel und Cornelia Büchi Stellung zu verschiedenen lokalpolitischen Themen. Die Veranstaltung findet in der Turnhalle Buch statt und beginnt um 20 Uhr. TZ-Redaktor Mathias Frei zeichnet für die Moderation verantwortlich. Auch Fragen aus dem Publikum werden Platz finden. Zum Schluss darf ein Apéro nicht fehlen. (red)

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