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Schädlinge und Unkraut auf dem Spielfeld: Nach der Aktivmannschaft verschwindet jetzt auch der kultige Rickenbacher Fussballplatz

Auf dem Rickenbacher Sportplatz Au wird seit über einem Jahr nicht mehr Fussball gespielt. Nun lässt ihn der Gemeinderat zurückbauen.
Roman Scherrer
Der Zerfall hat eingesetzt: Seit über einem Jahr spielt der FC Rickenbach nicht mehr auf dem Sportplatz Au. (Bilder: Roman Scherrer)Der Zerfall hat eingesetzt: Seit über einem Jahr spielt der FC Rickenbach nicht mehr auf dem Sportplatz Au. (Bilder: Roman Scherrer)
Nur noch Mini-Tore stehen auf dem ehemaligen Spielfeld, auf dem nun Unkraut wächst.Nur noch Mini-Tore stehen auf dem ehemaligen Spielfeld, auf dem nun Unkraut wächst.
Auf diesen Bänken nahmen bei Fussballspielen die Trainer und Auswechselspieler statt. Die Bänke daneben dienten als Zuschauerplätze, waren aber laut den Richtlinien des Ostschweizer Fussballverbands eigentlich zu nahe am Spielfeld.Auf diesen Bänken nahmen bei Fussballspielen die Trainer und Auswechselspieler statt. Die Bänke daneben dienten als Zuschauerplätze, waren aber laut den Richtlinien des Ostschweizer Fussballverbands eigentlich zu nahe am Spielfeld.
Die Tore auf dem Sportplatz Au liegen auf dem Feld. Ende Jahr wird hier wohl nichts mehr auf die kultige Anlage hindeuten.Die Tore auf dem Sportplatz Au liegen auf dem Feld. Ende Jahr wird hier wohl nichts mehr auf die kultige Anlage hindeuten.
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Der kultige Rickenbacher Fussballplatz Au verschwindet

Er ist eigentlich zu klein und zu uneben. Und wegen seines verhältnismässig hohen Gefälles wurde er nicht selten belächelt. Dank der ungewöhnlichen Beschaffenheit geniesst der Rickenbacher Sportplatz Au Kultstatus – nicht nur unter Amateurfussballern.

Oder besser gesagt: Er genoss Kultstatus. Der Gemeinderat Rickenbach lässt die Anlage, welche sich südwestlich des Dorfs in der Landschaftsschutzzone befindet, nämlich zurückbauen.

Der Fussballplatz wird seit Sommer 2018 nicht mehr benutzt, da der FC Rickenbach seither keine Aktivmannschaft mehr stellt. Der Verein hat aktuell je eine Mannschaft in den Juniorenkategorien E, F und G gemeldet, die auf den Naturrasen bei der Primarschule Thurlinde und beim Oberstufenzentrum Ägelsee in Wilen ihre Trainings und Spiele austragen.

Schädlinge und Unkraut breiten sich aus

Durch die fehlende Nutzung wurde der Platz in der Au mehrere Monate nicht mehr gepflegt. «Er befindet sich in einem Zustand, in dem er nicht mehr bespielbar ist», sagt der Rickenbacher Gemeindepräsident Ivan Knobel.

Ivan KnobelGemeindepräsident Rickenbach

Ivan Knobel
Gemeindepräsident Rickenbach

Heute befinden sich auf dem Feld – zusätzlich zu den bekannten Unebenheiten – Mäusehaufen. Und an mehreren Orten spriesst Unkraut. Deshalb hat sich der Landeigentümer beim Gemeinderat gemeldet. Ivan Knobel erklärt:

«Der Landwirt nutzt die Felder rund um den Fussballplatz. Die Schädlinge und das Unkraut könnten auch dort Schaden anrichten.»

Schädlinge haben auf dem Fussballplatz ihre Spuren hinterlassen.

Schädlinge haben auf dem Fussballplatz ihre Spuren hinterlassen.

Deswegen, weil der Platz derzeit nicht genutzt wird und weil die Gemeinde dem Eigentümer für die Anlage jährlich 10'000 Franken Mietzinsen bezahlt, hat die Gemeindebehörde beschlossen, den Platz zurückbauen zu lassen.

Platz wurde geduldet

Kommt dazu, dass der 1986 erstellte Fussballplatz sowohl vom Kanton Thurgau als auch vom Ostschweizer Fussballverband mehr geduldet als gern gesehen war. Für den Verband waren unter anderem die Spielfelddimensionen zu klein. Und dem Kanton war der Standort – in der Landschaftsschutzzone – ein Dorn im Auge. Als vor rund 15 Jahren eine Baubewilligung nötig wurde, um den Ballfang und die Beleuchtung zu erstellen, erlaubte er das Vorhaben nur unter der Voraussetzung, dass der Gemeinderat einen geeigneteren Standort sucht.

Und das tat die Behörde auch. Im 2013 vom Regierungsrat genehmigten kommunalen Richtplan sah sie einen Sportplatz an der Gemeindegrenze vor, vis à vis des Oberstufenzentrums Ägelsee. Schon Anfang 2014 legte der Gemeinderat das Projekt aber wieder zu den Akten, weil er und der Landeigentümer sich in den Kaufverhandlungen nicht einig wurden. Zudem war man in Wilen einem Sportplatz beim Schulzentrum nicht gut gesinnt, weil zusätzlicher Lärm und Verkehr befürchtet wurde.

Umzonung würde nötig

Was aber, wenn der FC Rickenbach demnächst wieder eine Aktivmannschaft stellt und damit einen grossen Fussballplatz benötigt? Ivan Knobel sagt:

«Der Platz beim Schulzentrum ist nach wie vor im Richtplan.»

Bevor gebaut werden könnte, sei aber eine Umzonung von der Landschaftsschutz- in die Landwirtschaftszone nötig. «Er wäre deshalb erst bei der nächsten Ortsplanungsrevision in 15 bis 20 Jahren wieder ein Thema», erklärt Knobel. Aktuell hat der Rickenbacher Gemeinderat per 16. September die revidierte Ortsplanung in Kraft gesetzt.

Sollte der FC Rickenbach wieder ein grosses Spielfeld benötigen, kann sich Ivan Knobel auch eine Mietlösung vorstellen, etwa im Wiler Sportpark Bergholz. Die Anlage in der Au soll jedenfalls bis Ende Jahr zurückgebaut sein. Dort dürfte dann kaum mehr etwas an den wohl kultigsten Fussballplatz der Region erinnern.

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