Sattes Defizit: Schulgemeinde Aadorf rechnet 2021 mit einem Verlust von 1,2 Millionen Franken

Dass die Aadorfer Schulbehörde ein Minus budgetiert, ist nicht neu. Mit einem so hohen Verlust wie für das kommende Jahr, hat sie aber noch nie gerechnet. Ein Grund dafür liegt in der Erwartung von tieferen Steuererträgen.

Roman Scherrer
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Die Aadorfer Sekundarschulanlage Löhracker.

Die Aadorfer Sekundarschulanlage Löhracker.

Reto Martin (14. Februar 2019)

Eigentlich ist es fast schon Usus: In den vergangenen Jahren hat die Aadorfer Schulbehörde stets ein Defizit budgetiert. «So hoch war es aber noch nie», sagt die Aadorfer Schulpräsidentin Astrid Keller. Denn für 2021 ist im 20-Millionen-Haushalt ein sattes Minus von knapp 1,2 Millionen Franken vorgesehen.

Ebenfalls Usus war in den vergangenen Jahren, dass die Rechnung der Aadorfer Schulgemeinde viel besser abschnitt als das Budget und jeweils gar mit Gewinn abschloss. Keller sagt:

«Wir haben das Minus gar nie erreicht, weil die Steuererträge so gut waren.»

Die Verantwortlichen gehen aber nicht davon aus, dass dies so weitergeht. Denn sie rechnen mit 439'000 Franken weniger an Steuereinnahmen. Auf der anderen Seite schlagen – unter anderem wegen zusätzlicher Kindergärten und Schulklassen – 600'000 Franken an höheren Personalkosten zu Buche. Und ab 2022 sagt der Finanzplan jährliche Verluste von bis zu 1,5 Millionen Franken voraus.

Allfällige Massnahmen bei Investitionen

Dennoch will die Schulbehörde an der Gemeindeversammlung vom 7. Dezember einen gleichbleibenden Steuerfuss von 90 Prozent beantragen. Gleichzeitig schreibt sie in ihrer Mitteilung zum Budget, es sei ihr bewusst, «dass allfällige Massnahmen bei den Investitionen getroffen werden, sobald absehbar ist, in welche Richtung sich die Steuererträge und die finanzielle Situation der Schule bewegen.»

Astrid KellerSchulpräsidentin Aadorf

Astrid Keller
Schulpräsidentin Aadorf

Bild: PD

Tut es die Schulbehörde also der politischen Gemeinde gleich? Diese hat – um ihren Schuldenberg abzubauen– beschlossen, die jährlichen Investitionen auf 2,5 Millionen Franken zu deckeln. «Das wäre eine Möglichkeit», sagt Astrid Keller.

Sie sähe aber vor allem auch das Aufschieben einzelner Investitionen als Option. «Nebst dringenderen anstehenden Sanierungen haben wir auch solche, mit denen man eher zuwarten könnte.» Anderweitig Kosten zu sparen, sei schwierig:

«Wir können nicht Klassen und damit verbundene Stellen streichen.»

Und ein allfälliges Anheben des Steuerfusses hätte in Aadorf ebenfalls einen schweren Stand, wie die kürzlich erfolgte Präsentation des Budgets zeigte. «Die Parteien haben mehrheitlich zu verstehen gegeben, dass sie dies nicht unterstützen würden», berichtet Keller.

Noch genügend Eigenkapital vorhanden

Solche Massnahmen muss die Schulgemeinde allerdings auch nicht sofort umsetzen. «Wir haben ja noch genügend Eigenkapital, das wir abbauen können», sagt Keller. Dieses beträgt derzeit insgesamt knapp acht Millionen Franken. Und was die Steuereinnahmen betrifft, bleibt die Schulpräsidentin grundsätzlich optimistisch: «Wir rechnen in den kommenden Jahren nach wie vor mit einem Einwohner-Zuwachs.»