Ruine Helfenberg in Hüttwilen auf den Sockel gestellt

Seit dieser Woche laufen die Restaurantsarbeiten an der Ruine Helfenberg zwischen Hüttwiler- und Hasensee. Grabungsschnitte brachten zudem neue Erkenntnisse zutage.

Evi Biedermann
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Archäologin Iris Hutter zeigt einem Mitarbeiter des Restaurationsteams mit einer Kelle eine wichtige Baulinie. (Bilder: Andrea Stalder)

Archäologin Iris Hutter zeigt einem Mitarbeiter des Restaurationsteams mit einer Kelle eine wichtige Baulinie. (Bilder: Andrea Stalder)

«Sehen die Linie dort an der Grabenwand?» Iris Hutter zeigt mit der Archäologenkelle darauf. Die diagonal verlaufende Linie sei ein Hinweis darauf, wie die Burg gebaut wurde, erklärt die Archäologin. Eine wichtige Information, wie die Projektleiterin für die Restaurierungsarbeiten der Ruine Helfenberg betont.

«Wir wissen relativ wenig über die Geschichte der Burg.»

Erstmals erwähnt wurde die Baute Anfang des 14. Jahrhunderts in einer St. Galler Urkunde. Aufgrund von Funden bei Grabungen, die das Amt für Archäologie des Kantons Thurgaus 1980 durchführte, dürfte die Burg jedoch bereits 100 Jahre früher erbaut worden sein.

Die diagonale Linie entlang der Grabenwand zeigt an, wie damals die Baugrube für die Mauer ausgehoben wurde. Zudem kam am unteren Ende des etwa anderthalb Meter tiefen Grabenschnitts ein Sockel aus Mörtel zum Vorschein, auf dem dann das gesamte Mauerwerk aufgeschichtet wurde. «Diese Erkenntnis ist wertvoll für uns», sagt Iris Hutter.

Letzte Sanierung liegt 
neun Jahre zurück

Der Hauptgrund für die Präsenz der Archäologin und drei weiterer Mitarbeitern sind jedoch Restaurationsarbeiten, die in den nächsten Wochen am nördlichen Mauerwerk vorgenommen werden. Die letzten umfassenden Sanierungsarbeiten liegen neun Jahre zurück. Bedingt durch den natürlichen Witterungsprozess ist der Mörtel zwischen den Steinen bröslig geworden, auch frisst immer mal wieder Unkraut daran.

Diese Stellen werden nun sorgfältig entfernt und danach von einem Maurer fachmännisch wieder mit Mörtel und Steinen geflickt. Ziel ist, die unebenmässige Struktur der Mauer zu belassen. Für diese Arbeiten wird die Wand eingerüstet. Das Gerüst ermöglicht auch den Zugriff an der Mauerkrone, wo einzelne Steine abgebrochen sind und ersetzt werden müssen.

Die Ruine Helfenberg liegt im Seebachtal zwischen Hasensee und Hüttwilersee.

Die Ruine Helfenberg liegt im Seebachtal zwischen Hasensee und Hüttwilersee.

«Wir machen das alles in erster Linie aus Sicherheitsgründen», sagt Iris Hutter. Die Ruine ist öffentlich zugänglich und wird – wie das Beispiel von ein paar Wanderern an diesem Nachmittag zeigt – oft zufällig besucht, denn sie liegt an einem Wanderweg. Natürlich sei der Kanton Thurgau, in dessen Besitz die Ruine Helfenberg seit 1978 ist, auch bestrebt, seine Kulturgüter in Schwung zu halten, fügt die Archäologin bei. Erhalten werden soll aber nur die Substanz der einstigen Burg aus dem Mittelalter.

Anlage bleibt weiterhin öffentlich zugänglich

Was die Schnittstellen in die Erde betrifft, werden die drei Gruben von der ebenfalls anwesenden Grabungstechnikerin vermessen, nachgezeichnet, fotografiert sowie beschrieben und danach wieder mit Erde verfüllt. Die Nachweise werden der Grabungsdokumentation beigefügt. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis diesen September. Die Ruine ist aber von der Südseite her – wo sich auch der Eingang befindet – weiterhin öffentlich zugänglich.