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Rotkäppchen und die sieben Stücke: Der Theaterverein Frauenfeld startet in seine neue Spielzeit

Von George Orwells «1984» bis Robert Thomas' «Acht Frauen», vom Märchen bis zum Krimi: Das ist die neue Saison des Theatervereins Frauenfeld. Start ist am 25.Oktober mit einer dystopischen Liebesgeschichte.
Mathias Frei
Die Protagonistinnen des Stücks «Acht Frauen». (Bild: Hermann Posch/PD)

Die Protagonistinnen des Stücks «Acht Frauen». (Bild: Hermann Posch/PD)

So weit ist es gekommen – und der Theaterverein Frauenfeld zeigt es. Was heute Fernseh-Reality-Unterhaltung ist, war 1948, als George Orwell seinen Roman «1984» veröffentlichte, eine beklemmende, weit entfernte Zukunft: der totale Überwachungsstaat.

«Die Thematik ist hochaktuell.»

Das sagt Louis Räber. So startet der Theaterverein Frauenfeld, den Räber präsidiert, in die 61. Spielzeit. Am 25. Oktober kommt «1984» auf die Casinobühne.

Auftakt mit George Orwells Dystopie «1984»

Die Spielzeit 2019/20 des Theatervereins beginnt am 25. Oktober mit der Inszenierung von «1984» nach dem Roman von George Orwell. Am 7. November ist Henrik Ibsens Stück «Peer Gynt» zu sehen. Am 9. Dezember wird «King Charles III» von Mike Bartlett aufgeführt. Arthur Millers «Tod eines Handlungsreisenden» steht am 14. Januar auf dem Programm. Weiter geht es am 12. Februar mit «Madame Bovary» nach dem Roman von Gustave Flaubert. Die Kriminalkomödie «Arsen und Spitzenhäubchen» von Joseph Kesselring ist am 11. März zu sehen. Zum Schluss: Robert Thomas’ «Acht Frauen» am 7. Mai. Beginn im Casino ist um 19.30 Uhr. Die Theatereinführungen sind um 18.45 Uhr im «Blumenstein». (ma) Hinweis Neue Abonnements: info@theaterverein-frauenfeld.ch oder 052 721 25 64. Einzeleintritte: bis zwei Wochen vor der Aufführung tickets@theaterverein-frauenfeld.ch; danach Witzig The Office Company, Rheinstrasse 10, Frauenfeld; Abendkasse ab 18.45 Uhr.

www.theaterverein-frauenfeld.ch

Dem von Johannes Pfeifer inszenierten und vom Münchner A.gon-Theater produzierten Stück wohnt aber auch eine tragisch endende Liebesgeschichte inne. Die grossen Themen der Weltgeschichte also: Liebe und Macht. Im Falle von «1984» dürfe Theater das Publikum an dessen Grenzen bringen, liest man im Feuilleton. Grenzerfahrungen sind also inklusive.

Aus «King Charles III». (Bild: Marianne Menke/PD)

Aus «King Charles III». (Bild: Marianne Menke/PD)

Vielleicht ist das Publikum offener geworden

Orwells «1984» ist eines von traditionell sieben Stücken, die der Theaterverein seinem Publikum im Winterhalbjahr jeweils präsentiert. Es steht die Spielzeit nach dem 60-Jahr-Jubiläum an, die erste Saison, da Max Peter nicht mehr Präsident ist. Präsident Räber sagt:

«Wir nehmen viel Positives aus der Jubiläumsspielzeit mit.»

Und in jüngerer Vergangenheit sei es nicht mehr vorgekommen, dass Theaterbesucher während des Stücks den Saal verliessen. «Wir wissen, dass man es nie allen recht machen kann», sagt Magnus Thurnherr. Möglicherweise sei aber auch das Frauenfelder Publikum offener geworden.

«Wobei klar ist: Zu viele Experimente können wir uns nicht leisten.»

Wichtig sei, so Thurnherr, ein ausgewogenes Programm präsentieren zu können. Dafür setzt man auf bewährte Gastspieltheater-Compagnien wie eben A.gon München, Landgraf aus dem Schwarzwald, das Berliner Kriminaltheater oder neu auf das Theater Orchester Biel Solothurn. Die Stücke sind populär, haben gleichwohl Tiefe und sind immer wieder mit Preisen dekoriert, etwa die Landgraf-Inszenierung von Arthur Millers «Tod eines Handlungsreisenden» (1.Platz am Inthega-Preis 2018).

Aus dem Stück «1984». (Bild: Alvise Predieri/PD)

Aus dem Stück «1984». (Bild: Alvise Predieri/PD)

Und man will nicht stehen bleiben. Für die Spielzeit 2020/21, die beim Theaterverein derzeit in Vorbereitung ist, steht zum Beispiel ein Musiktheaterstück zur Diskussion.

«Wir könnten uns aber auch gutes Kabarett auf unserer Bühne vorstellen.»

Das sagt Räber. Eine wichtige Neuerung gibt es aber schon in der anstehenden Saison: Denn eigentlich sind es acht Stücke in der Theaterverein-Agenda und nicht nur sieben. Am zweiten Adventssonntag, 8.Dezember, spielt das Märli-Theater Zürich nachmittags im Casino das Grimm-Märchen «Rotchäppli» in einer Dialektfassung. Das wird ein Theaterplausch für Gross und Klein – mit Fokus vor allem auch auf zukünftiges Publikum. Kinder zahlen dafür gerade mal einen Fünfliber Eintritt, die grossen Besucher berappen 15 Franken für das Märchen. Als Komponist bei «Rotchäppli» zeichnet übrigens Andreas Rüber verantwortlich, der Frauenfelder Musiker ist bekannt von den «Galgevögel» und pensionierter Oberstufenlehrer.

Eine Szene aus «Tod eines Handlungsreisenden». (Bild: Tom Philippi/PD)

Eine Szene aus «Tod eines Handlungsreisenden». (Bild: Tom Philippi/PD)

Eine stabile Abonnentenzahl ist wichtig. In der Jubiläumssaison konnte sich dieser Wert erholen. Schon seit langem ist der Theaterverein um einen niederschwelligen Zugang zu den Stücken bemüht. Einerseits gibt es vor den Aufführungen Einführungsreferate. Räber sagt:

«Ein beliebter Service für die Besucher.»

Andererseits werden junge Besucher gepflegt. Schüler, Lernende und Studenten erhalten 50 Prozent Ermässigung. So wird hochwertiges Gastspieltheater schon ab sieben Franken pro Stück möglich.

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