Neuer Sirnacher Verein bringt Flüchtlingskinder zum Lachen

Der neu gegründete Verein «Plume» gibt Kindern in den ärmsten Regionen Zirkuskurse. Im Februar stehen Einsätze in Moldawien und Anatolien auf dem Programm.

Olaf Kühne
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Spitalclown Kurt Bucher und Animator Gian Cadonau posieren mit syrischen Flüchtlingskindern. (Bild: ZVG)

Spitalclown Kurt Bucher und Animator Gian Cadonau posieren mit syrischen Flüchtlingskindern. (Bild: ZVG)

Kinder zum Lachen bringen, die eigentlich nichts zu Lachen haben. Mit dieser hehren Absicht reiste der Sirnacher Zirkusunternehmer Lucas «Pepe» Cadonau vor drei Jahren in die Südtürkei. Grund für die Reise war eine Anfrage aus der Stadt Mardin, 20 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt.

Syrischen Flüchtlingskindern sollte eine Tagesstruktur geboten werden, vor allem aber einfach Spiel und Spass. Kofferweise Zirkusmaterial und gespendete Kostüme begleiteten den Sirnacher nach Südostanatolien. Anfangs dieses Jahres folgte Gian Cadonau dem Beispiel seines Vaters. Zusammen mit dem Surseer Spitalclown Kurt Bucher gab er den Flüchtlingskindern neun Tage lang Zirkusunterricht. Ähnliche Einsätze leisteten Bucher und die Cadonaus auch schon in einer moldawischen Zirkusschule.

«Zirkus ist universell. Ein dankbares Thema, das auf  der ganzen Welt verstanden wird.»

Reisen, Material, Unterkünfte – das ging und geht ins Geld. «Wir konnten vieles über Spenden decken», sagt Gians Mutter Dagmar Cadonau. Nur seien diese Spenden oftmals auf das Geschäftskonto des «Circus Balloni» einbezahlt worden. «Wir wollten Unternehmen und soziales Engagement aber sauber trennen», sagt Dagmar Cadonau weiter. Die Idee, einen Verein zu gründen, war geboren.

SIRNACH: Bunte Kostüme im Gepäck

Nächste Woche fliegt Gian Cadonau vom Circus Balloni in die Türkei, wo er eine Zirkusschule für Flüchtlingskinder aus Syrien unterstützt. Vor zwei Jahren trat sein Vater die gleiche Reise an.
Roman Scherrer

So ist nun Gian Cadonau Präsident des Vereins «Plume», Dagmar Cadonau ist Kassierin und Kurt Bucher Aktuar. Und bereits stehen die nächsten Engagements auf dem Programm: Im Februar reisen Cadonau und Bucher wieder in die Türkei und nach Moldawien. «Zudem haben wir eine weitere Anfrage erhalten», erzählt Dagmar Cadonau. «Eine Schweizer Maturandin ist auf uns zugekommen. Sie schreibt ihre Maturarbeit über eine Waldorfschule in Rumänien und hat uns um Unterstützung gebeten.» Dies entspricht ganz dem Vereinsmotto «Grenzenloses Zirkusspiel». Davon ist auch Dagmar Cadonau überzeugt. «Zirkus ist universell», sagt sie, «und ein dankbares Thema, das auf der ganzen Welt sofort verstanden wird.»

Kinder und Jugendliche sollen im Zentrum stehen. «Aber wir sind auch offen für ein tolles Erwachsenenprojekt.» Wie genau sich der neue Verein dereinst entwickeln soll, weiss man in Sirnach noch nicht. «Wir engagieren uns anhand des Spendeneingangs», sagt Dagmar Cadonau. «Wir stehen noch ganz am Anfang und sind selber gespannt, wie es sich entwickeln wird.»