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Eine Diessenhoferin und ihre Torten

Seit gut einem Jahr betreibt Shiranthi Masillamoni in der Diessenhofer Altstadt eine Tortenwerkstatt. Dort entstehen Kunstwerke, die ihren Kunden den schönsten Tag im Leben versüssen.
Rahel Haag
In der Tortenwerkstatt: Shiranthi Masillamoni präsentiert eine neunstöckige Hochzeitstorte. (Bild: Reto Martin)

In der Tortenwerkstatt: Shiranthi Masillamoni präsentiert eine neunstöckige Hochzeitstorte. (Bild: Reto Martin)

Shiranthi Masillamoni ist gerade mit dem Spritzbeutel zugange. Ihr konzentrierter Blick ruht auf einem Stockwerk ihrer Torte. Als sie den Besuch wahrnimmt, schaut sie hoch. «Ich bin fast fertig», sagt sie mit einem entschuldigenden Lächeln.

Das Kunstwerk, an dem die 48-Jährige arbeitet, erstreckt sich über neun Stockwerke. Eine Hochzeitstorte für 250 Personen, einen Meter hoch, schneeweiss mit 100 Zuckerrosen bestückt. «Rosen sind meine Lieblingsblumen», sagt Schery, wie Masillamoni genannt wird.

Daheim in ihrem Garten würden 56 Sorten wachsen. «Im Sommer nehme ich einzelne Blüten mit in die Werkstatt und versuche, sie eins zu eins aus Zucker nach zu machen.» Die Herstellung einer Rose dauere ungefähr zwei Tage. «Es braucht viel, damit ich zufrieden bin», sagt sie und nickt dazu.

«Die Gäste können mir bei der Arbeit zuschauen»

Hauptberuflich arbeitet Masillamoni in einem 50-Prozent-Pensum in der Pflege. Die Torten sind ihr Hobby, «und das soll auch so bleiben». Sie brauche eben einen Ausgleich zum Alltag im Altersheim. Doch auch in Sachen Tortenhandwerk schloss sie im vergangenen Jahr eine Ausbildung ab und bildet sich stetig weiter.

Dafür reist sie viel. «Im Februar war ich in England, im März in Dubai und im April in Texas», zählt Masillamoni auf. Dort habe sie jeweils Workshops besucht. «Es ist wichtig, neue Techniken und Methoden zu lernen.»

Mit ihrer eigenen Tortenwerkstatt, die sie vor gut einem Jahr in der Diessenhofer Altstadt einrichtete, habe sie sich einen Traum erfüllt. Neben ihrem Arbeitsplatz stehen mehrere Tischchen.Aus dem ungenutzten Platz machte Masillamoni, die aus Sri Lanka stammt, kurzerhand ein Café. Dort bietet sie englische Patisserie und den traditionellen Afternoon Tea an. «Die Gäste können mir bei der Arbeit zuschauen.» Sie kichert, fast wie ein Schulmädchen.

Ihre Torten eignen sich für jede Gelegenheit, aber die meisten Kunden würden bei ihr eine Hochzeitstorte bestellen. Für ein Kunstwerk mit mehreren Stockwerken braucht Masillamoni drei Monate Vorlaufzeit:

«Ich bespreche mit den Kunden ihre Wünsche und fertige anschliessend eine Skizze an.»

Manche liessen ihr freie Hand, andere hätten bestimmte Vorstellungen. «Manchmal kommen die Frauen auch mit ihren Brautkleidern vorbei», erzählt sie, «dann kann ich bestimmte Elemente, wie beispielsweise ein Lilienmuster auch für die Torte übernehmen».

Trotz der langen Vorlaufzeit entsteht die Torte jeweils erst zwei Tage vor dem Termin. «Es muss ja alles frisch sein», sagt Masillamoni. Dann arbeite sie Tag und Nacht. Das sei stressig, doch für sie sei die Arbeit wie eine Art Meditation. «Wenn ich an einer Torte arbeite, vergesse ich alles um mich herum», sagt sie und lächelt.

In den Torten steckt Liebe und Herzblut

Bei diesem ersten Treffen bespreche sie mit ihren Kunden auch jeweils das Budget. Ihr neunstöckiges Kunstwerk würde 3000 Franken kosten. «Doch es lässt sich für jedes Budget etwas machen», sagt Masillamoni. Kleine Torten gebe es bereits ab 45 Franken. Auf Wunsch stelle sie ausserdem auch vegane und laktosefreie Torten her. «Danach wird immer häufiger gefragt.»

Damit am grossen Tag auch alles reibungslos klappt, liefert Masillamoni die Torten eigenhändig aus. «Da muss man aufpassen, das nichts kaputt geht», sagt sie. Dafür fahre sie unter anderem nach Zürich, Winterthur, Kreuzlingen oder Radolfzell. In ihren Torten stecke Liebe und Herzblut. «Das muss so sein», sagt Masillamoni, «sonst werden sie nicht so schön».

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