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Kolumne

Romanshorn am Rheinfall

Mosttröpfli: Der epochale Fels mitten im Rheinfall ist das passende Symbol für die Hochpreisinsel Schweiz. Jetzt tauchte sogar der Preisüberwacher dort auf.
Silvan Meile
Silvan Meile (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Silvan Meile (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Während am Rheinfall die Wassermassen in die Tiefe stürzen, schnellen die Preise in die Höhe. Die Schaffhauser trauten im vergangenen Frühling ihren Ohren nicht und die Touristen hatten Tränen in den Augen.

Der konkurrenzlose Bootsunternehmer, der die Fahrten zum Rheinfelsen anbietet, erhöhte die Billettpreise um bis zu 300 Prozent. 20 statt 10 Franken für Erwachsene, gar 15 statt 5 Franken für Kinder soll die kurze Fahrt durch die Gischt des Rheinfallbeckens kosten, damit der Felsen bestiegen und die spektakuläre Rundumsicht dieses touristischen Leuchtturms genossen werden kann.

Es gibt kein anschaulicheres Symbol der Hochpreisinsel Schweiz als dieser epochale und von Wasser umflutete Gesteinsbrocken, auf dem eine rote Flagge mit weissem Kreuz weht.

Dieser Preisaufschlag schlug derart hohe Wellen, dass der Schweizer Preisüberwacher am Rheinfall auftauchte. Nach seiner Intervention ruderte der Bootsbetreiber nun aber nur zaghaft zurück. Resultat der Verhandlungen: Immerhin die «Einheimischen» dürfen ab der Saisoneröffnung Ende März wieder zum alten Preis mitfahren.

Doch allzuleicht wird es ihnen nicht gemacht. Sie müssen zuerst beim Büro von Schaffhausen Tourismus antraben und beweisen, dass sie zur günstigeren Fahrt berechtigt sind.

Wer einheimisch ist, entscheidet die Postleitzahl. Der günstigere Billettpreis gilt für die Bewohner von Orten mit den ersten beiden Ziffern 81, 82, 84 und 85. Dank dieses Kompromisses dürfen sich etwa die 65 Kilometer entfernten Romanshorner (8590) am Rheinfall einheimisch fühlen und sich somit günstiger zum mächtigen Felsen gondeln lassen.

Anders sieht es beispielsweise für die Jestetter (D-79798) aus. Sie wohnen zwar nur fünf Kilometer vom Touristen-Hotspot entfernt, als einheimisch gelten sie aber nicht. Die Jestetter müssen trotzdem nicht bis zum Rheinfall fahren, um sich fremd zu fühlen. Dieses Gefühl verspüren sie bereits auf dem Aldi-Parkplatz im eigenen Dorf.

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