Erb-Villa in Winterthur und landwirtschaftliche Flächen in Salenstein werden versteigert

In den nächsten Monaten werden die letzten Liegenschaften aus dem Konkurs von Rolf Erb öffentlich versteigert. Im Thurgau handelt es sich noch um zwei Flächen in der Nähe von Schloss Eugensberg.

Sebastian Keller
Drucken
Teilen
Die Villa Wolfensberg, Wohnhaus des verstorbenen Milliardärs Hugo Erb, in Winterthur. (Bild: PD)

Die Villa Wolfensberg, Wohnhaus des verstorbenen Milliardärs Hugo Erb, in Winterthur. (Bild: PD)

Am 14. Februar 2020 werden die letzten Liegenschaften aus der Konkursmasse des Pleitiers Rolf Erb im Thurgau versteigert. Es handelt sich um zwei landwirtschaftliche Grundstücke in Salenstein. Zusammen sind sie so gross wie fünf Fussballfelder – 19000 m2 und eines 21000 m2. «Sie grenzen an das Gut von Schloss Eugensberg», sagt Martin Wenk, Abteilungsleiter Konkursamt Kanton Thurgau. Das Schloss ging im Frühling an den Meistbietenden.

Das verbleibende Land konnte nicht mit dem Schloss verwertet werden. «Es gehörte nicht zur historischen Einheit», sagt Wenk. Als Käufer des Wieslandes kommen eigentlich nur Landwirte aus der Region in Frage; die Flächen unterstehen dem bäuerlichen Bodenrecht.

Die Versteigerung, die in Frauenfeld stattfindet, beginnt bei 0 Franken. Doch aus der Portokasse ist das wohl nicht zu stemmen. Für das grössere Grundstück liegt der Schätzwert bei 134000 Franken. «Wir gehen davon aus, dass mindestens dieser Preis erzielt wird», sagt Wenk. Damit werden die Verhältnisse sichtbar: Schloss Eugensberg samt Riesenpool, prunkvollem Inventar und weiteren Liegenschaften ging im Frühling an einen IT-Millionär. Er zahlte deutlich über 36 Millionen Franken.

In der Erb-Konkursmasse befindet sich weiter die Villa Wolfensberg samt Umschwung – einstiger Wohnsitz von Hugo Erb. Diese Versteigerung nimmt das Konkursamt Wülflingen-Winterthur vor. Das Konkursverfahren Erb läuft seit rund 15 Jahren. Zum bisherigen Verwertungserlös macht Wenk keine Angaben. Er stellt in Aussicht, nach dem Abschluss Zahlen zu nennen.

Auch wenn laut Mitteilung «erfreuliche Verwertungserlöse» erzielt werden konnten. Die Gläubiger bleiben auf dem Löwenanteil der Milliarden Forderungen, welche die Erb-Gruppe mit ihrem Konkurs hinterliess, sitzen. Es handelt sich um die zweitgrösste Firmenpleite der helvetischen Wirtschaftsgeschichte.

Aktuelle Nachrichten