«Ritter und Burgfräulein müssen trinkfest sein»: Beim höfischen Dinner in Frauenfeld hat das Publikum diverse Prüfungen zu meistern

Er will das Publikum eigenhändig «um die Ecke bringen». Schauspieler Florian Rexer läuft als böser Mönch in der Wirtschaft zur Bürgerstube zur Höchstform auf.

Christoph Heer
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Schauspieler Florian Rexer sorgt beim höfischen Dinner in der Wirtschaft zur Bürgerstube als Mönch für Unterhaltung.

Schauspieler Florian Rexer sorgt beim höfischen Dinner in der Wirtschaft zur Bürgerstube als Mönch für Unterhaltung.

Picasa

«Seid jetzt mal still. Warum? Weil ich das so will.» Von Beginn weg gibt der Mönch (Schauspieler Florian Rexer) den Tarif durch. Die Teilnehmer des höfischen Dinners in der Wirtschaft zur Bürgerstube merken anfänglich gar nicht, wie ihnen geschieht.

«Atmet jetzt zuerst einmal tief ein und dann nie wieder aus.»

Die Befehle des Mönchs nehmen immer mehr Fahrt auf, das Gelächter der Gäste ebenso.

An das höfische Dinner mit Burgfräulein, Ritter und Mönch haben die Besucher schon von vornherein überaus grosse Erwartungen. So sagen gleich mehrere, dass sie sich auf einen spannenden, lustigen und kurzweiligen Abend freuen. «Und natürlich auf das köstliche Viergangmenu», fügt ein Besucher lachend an.

Doch wird an diesem Abend nicht nur auf die Karte Kulinarik und Unterhaltung gesetzt. «Ihr werdet euch mehreren Prüfungen ausgeliefert sehen, aber keine Angst, um die Ecke bringe ich euch höchstpersönlich», sagte der Mönch mit erhobenem Mahnfinger.

Marion, die Trinkfeste und «Schleppschinken» Thomas

Die Besucher werden aufgefordert, aktiv am Geschehen teilzunehmen, ein Entrinnen gibt es nicht. So wird aus dem Besucher Thomas der «Schleppschinken» und die Besucherin Marion ist an diesem Abend «Marion, die Trinkfeste».

Im kleinen Rahmen der Wirtschaft zur Bürgerstube wechseln sich Schauspiel und Essen ab. Letzteres kann sich sehen lassen. Herbstliche Geflügelterrine mit geschmorten Maronen, Ballotine von der Rehhaxe, gebackenes Tofuschnitzel, um nur einige Höhepunkte zu nennen. Dazwischen meistern die Anwesenden diverse Prüfungen:

Bild: Christoph Heer

Natürlich wird dabei getrunken. Das gehört sich schliesslich im Mittelalter, aber auch der Hofknicks wird gelernt. Es formiert sich langsam, aber sicher eine adelige Gesellschaft, welche tags darauf sicherlich von Lachmuskelkater geplagt sein wird.

«Wer zum Ritter oder Burgfräulein geschlagen werden will, muss trinkfest sein, so will es das Gesetz», sagt der Mönch, ehe seine Burgfräulein einen gruseligen Drink mixen. Umso besser, dass der Kasper zu Beginn erklärt hat, dass niemand Angst vor der Toilette haben muss. Das höfische Dinner überraschte und hat den Gästen äusserst gut gefallen.

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