Die nächste Erweiterung: Der Wärmering soll in die Schlossmühle zur Frauenfelder Badi

Der Stadtrat will das städtische Fernwärmenetz im Gebiet Algisser- bis Schlossmühlestrasse erweitern. Für die 550 Leitungsmeter braucht es aber noch ein Ja des Gemeinderats zu einem 939000-Franken-Kredit.

Mathias Frei
Drucken
Teilen

Er wächst und wächst und wächst, der Wärmering. Eben erst ist die Leitungserweiterung vom Oberen Mätteli bis zum derzeit noch im Bau befindlichen Geschäftshaus Grabenstrasse 5/7 fertiggestellt worden. Nun bringt der Stadtrat bereits einen nächsten Leitungsarm auf die Traktandenliste des Gemeinderats. Es geht dabei um 550 Meter langes Stück Leitung, das am aktuellen Ende des Wärmerings hinter dem kantonalen Verwaltungsgebäude an der Algisserstrasse ansetzt und bis zur Schlossmühlestrasse führen soll. Zuhanden des Gemeinderats ist dafür ein Bruttokredit über 939000 Franken beantragt.

Wie bereits beim Leitungsarm an die Grabenstrasse hat der Stadtrat drei Szenarien betreffend Anzahl Anschlüsse unter die Lupe genommen. Zwei der drei Szenarien sind zudem gerechnet, mit je zwei Kapitalzinssätzen (1 und 3,5 Prozent). In der Botschaft heisst es dazu:

«Sowohl in Szenario 1 (minimal) wie auch in Szenario 2 (realistisch) rechtfertigen sich die zu tätigenden Vorinvestitionen gemäss dem beantragten Kredit.»

Im Minimal-Fall sind es Bruttoinvestitionen von 918000 Franken respektive 707000 Franken netto nach Abzug der einmaligen Anschlusskosten. Im realistischen Fall wiederum geht es um brutto 939000 Franken respektive Nettoinvestitionen über 653000 Franken. So wäre der Break-even zwischen Ende 2030 (realistisch, Zinssatz 1 Prozent) und Ende 2038 (minimal, Zinssatz 3,5 Prozent) erreicht.

Anschlusspflicht für Schlossmühlestrasse 7

Treiber des Leitungsausbaus ist auch dieses Mal eine private Liegenschaft. Für den Ersatzneubau Schlossmühlestrasse 7 ist ein Gestaltungsplan in Arbeit, der eine Anschlusspflicht an den Wärmering inkludiert. Ebenfalls im Minimal-Szenario befinden sich die Badi mit dem geplanten Hallenbad-Neubau sowie bei einem Heizungsersatz das Feuerwehrdepot. Bei diesen städtischen Liegenschaften gilt aufgrund des behördenverbindlichen Energierichtplans eine Anschlusspflicht. Der Stadtrat erachtet es als realistisch (Szenario 2), dass auch die vor dem Umbau stehende Liegenschaft Schlossmühlestrasse 9 sowie die Gebäude Thundorferstrasse 14 bis 18 angeschlossen werden. Beides sind private Liegenschaften. Das Maximal-Szenario enthält nebst Liegenschaften der Schulen und der katholischen Kirchgemeinde unter auch das Einkaufszentrum Schlosspark enthalten. Der Stadtrat schreibt:

«Aufgrund der dichten Bebauung ist die Erstellung von Erdsonden erschwert.»

Zentral für beide Szenarien ist, dass der Hallenbad-Neubau kommt. «Ohne Hallenbad lassen sich die Investitionen nicht decken.»

Derzeit sind es 8,4 Kilometer Warmwasser-Leitungen

Der Frauenfelder Wärmering nutzt die Abwärme der Kläranlage in der Grossen Allmend zur Wärmeversorgung. Derzeit fliessen rund 850 Kubikmeter Wasser im in sich geschlossenen Wärmering. Etwa 8,4 Kilometer Leitungen sind erstellt. Im Vollausbau soll das Netz 9,4 Kilometer messen. Zuletzt ist bis Ende 2018 ein 400 Meter langer Leitungsarm vom Oberen Mätteli Richtung Grabenstrasse gebaut worden. Der Gemeinderat hat dafür einen Bruttokredit über 800000 Franken bewilligt. Im Vollausbau beträgt das jährliche Einsparpotenzial an fossilen Brennstoffen rund 18 Gigawattstunden, was 1,8 Millionen Litern Heizöl entspricht. Der Bereich Wärmeversorgung ist seit Anfang 2018 ein neuer Geschäftsbereich der Werkbetriebe. (ma)

Bei einem Ja lässt sich viel Geld sparen

Dieses Jahr werden im Gebiet der geplanten Wärmering-Erweiterung zwei grössere Tiefbauprojekte (Algisserstrasse und Knoten St. Gallerstrasse/Marktstrasse) realisiert. «Bei gleichzeitiger Ausführung des Leitungsbaus für Fernwärme in den betroffenen Strassenabschnitten werden durch Synergieeffekte Kostenersparnisse von rund 200000 Franken erzielt», heisst es in der Botschaft. Bei einem Nein fürchtet der Stadtrat aufgrund der Anschlusspflicht Schadenersatzforderungen der Bauherrschaft des Objekts Schlossmühlestrasse 7. Eine Genehmigung des Kredits und dementsprechend eine Leitungserweiterung helfe wiederum mit, die Übernahmekosten für den Wärmering besser zu refinanzieren.

Frauenfelder Wärmering soll Anschluss finden

Der Stadtrat will die Fernwärmeversorgung im Bereich der Stadtkaserne und Grabenstrasse um 400 Meter erweitern. Dafür muss der Gemeinderat einen Bruttokredit über 800'000 Franken bewilligen.
Mathias Frei