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Frauenfelder Wärmering soll Anschluss finden

Der Stadtrat will die Fernwärmeversorgung im Bereich der Stadtkaserne und Grabenstrasse um 400 Meter erweitern. Dafür muss der Gemeinderat einen Bruttokredit über 800'000 Franken bewilligen.
Mathias Frei

Wenn der Gemeinderat will, wird der Wärmering, der sich seit 1.Januar 2018 im alleinigen Besitz der Stadt befindet, noch dieses Jahr 400 Meter länger. Das entspricht einer Erweiterung um zehn Prozent.

Bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt. Aus der Hoffnung kann nun Realität werden. Der Stadtrat sah bereits im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit dem Rettungsring 2.0 für den Wärmering entsprechendes Entwicklungspotenzial, falls weitere Anschlüsse für die kalte Fernwärmeversorgung dazukommen. «Durch zusätzliche Anschlüsse könnte die Fernwärme mittel- und langfristig Gewinne abwerfen und so mit der Zeit die Verluste der Vergangenheit aufwiegen», hiess in der Botschaft zu den Turnaround-Massnahmen für die Wärme Frauenfeld AG von Ende Mai 2017.

Wegen dichter Bebauung Erdsonden keine Alternative

Nun legt der Stadtrat dem Gemeinderat eine Botschaft vor, bei der es um die Erweiterung der Versorgungsanlagen im Bereich der Stadtkaserne und Grabenstrasse geht. «Zugunsten einer besseren Ausnutzung der bereits erstellten Anlagen sind neue Anschlüsse erwünscht», schreibt der Stadtrat. Gemäss Reglement muss der neue Bereich der Fernwärme eigenwirtschaftlich sein. Mehrere grössere Liegenschaften in diesem Gebiet wie das Casino, die Passage und die Stadtkaserne stünden vor energetischen Sanierungen. Und aufgrund des Gestaltungsplans gilt auch für den Neubau Grabenstrasse 5/7 eine Anschlusspflicht. Erdsonden als Alternative sind aufgrund der dichten Bebauung nicht möglich.

"Sogar bei einem Szenario ‹minimal› muss nicht mit finanziellen Verlusten gerechnet werden. Das finanzielle Risiko ist somit tragbar."
(Botschaft des Stadtrats)

Der Stadtrat hat drei Szenarien untersucht. Im Minimalfall (Szenario 1) kommen das Casino, die Stadtkaserne und die Grabenstrasse 5/7 an die Fernwärmeleitung. Als realistisch (Szenario 2) erachtet der Stadtrat, dass zusätzlich noch das Einkaufszentrum Passage und die Adlerpassage einen Anschluss finden. Denn sie haben denselben Liegenschafteneigentümer wie die Passage. In der Maximalvariante kämen zehn weitere Liegenschaften zwischen Kasernen- und Rheinstrasse dazu, die sich grossteils in Privatbesitz befinden. «Im heutigen Stadium werden diese Liegenschaften als Zusatzpotenzial betrachtet und deshalb nicht in den bestehenden Business-Case miteingerechnet», heisst es dazu in der Botschaft. Der Brutto-Baukredit bezieht sich entsprechend auf das realistische Szenario Nummer 2. Von den 800'000 Franken würden dieses Jahr 620'000 Franken verbaut werden, der Restbetrag würde später aktiviert.

Von den 800'000 Franken betreffen 90'000 Franken elektrische Leitungen. In den Business-Case für die Fernwärmeerweiterung kommen also noch 710'000 Franken. Davon übernehmen die Liegenschafteneigentümer Anschlusskostenbeiträge in der Höhe von 267'000 Franken. So verbleiben letztlich noch Nettoinvestitionen über 443'000 Franken. Bei der mittleren Variante «ist die Refinanzierung der zu tätigenden Investitionen sehr gut möglich. Sogar bei einem Szenario ‹minimal› muss nicht mit finanziellen Verlusten gerechnet werden. Das finanzielle Risiko ist somit tragbar», hält der Stadtrat in der Botschaft fest.

"Sicherheitshalber wird mit der tieferen Nutzungsdauer von 50 Jahren gerechnet."
(Botschaft des Stadtrats)

Es wird von einer Lebensdauer der Leitungen von 50 bis 80 Jahren ausgegangen. «Sicherheitshalber wird mit der tieferen Nutzungsdauer von 50 Jahren gerechnet.» Bei einem Kapital-Zinssatz von einem Prozent wäre beim realistischen Szenario die Gewinnschwelle (Break-Even) im Jahr 2029 überschritten, bei einem Zinssatz von 3,5 Prozent müsste man noch zwei weitere Jahre warten.

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