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Töff-Pulling Halingen: Richtig gut Dreck

Viel Publikum und schönes Wetter zum alljährlichen Töff-Pulling in Halingen oberhalb von Matzingen am Pfingstsamstag waren dem Motorfahrerclub Thundorf genug Geschenk zum 65-Jahr-Vereinsjubiläum.
Andreas Taverner
Ein Teilnehmer am Töff-Pulling drückt ordentlich aufs Gas. (Bild: Andreas Taverner)

Ein Teilnehmer am Töff-Pulling drückt ordentlich aufs Gas. (Bild: Andreas Taverner)

Motoren heulen auf. Die Fahrer konzentrieren sich ganz auf die grüne Tafel. Wenn diese erscheint, heisst es: Gas geben! Damit die rund 60 Meter lange Strecke in möglichst kurzer Zeit gefahren werden kann. Kaum gestartet, schon spritzen die Motorräder per Hinterrad richtig viel Dreck nach hinten: Das ist Töff-Pulling in Halingen.

"In meinen Töff habe ich über 100 Stunden Arbeit und 5000 Franken fürs Material investiert."

Was heute jährlich am dritten Wochenende im Mai durchgeführt wird, hat seinen Anfang vor gut 65 Jahren. Wie der Vereinsgeschichte zu entnehmen ist, brauchte es die Initiative und den Idealismus von Erwin Fuchs aus Frauenfeld. Am 2.Dezember 1953 reichte der provisorische Vorstand des neuen Motorfahrerclubs Thundorf das Aufnahmegesuch in die FMS (Föderation der Motorradfahrer der Schweiz) ein.

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt

Während sich die Kinder in der Mittagszeit auf der Hüpfburg vergnügen, wird das Töff-Pulling, bei dem ein rund 600 Kilogramm schwerer Anhänger über das freie Feld gezogen werden muss, besprochen. Ralf Dörig erklärt anhand seiner selbst umgebauten Honda CBR 1100, wie sich viele Fahrer vorbereiten. «Die ursprüngliche Honda 450 habe ich zu einem Offroad-Dragrace-Töff für Beschleunigungsrennen optimiert», erzählt der begeisterte Töffler und Mechaniker. «Die Schweissarbeiten an der Maschine habe ich selbst gemacht», erklärt er. Nachdem die umgebaute Maschine auf dem Prüfstand war, wurde sie weiter optimiert. «Die Radschwingen wurden verlängert, damit ich beim Start nicht das ‹Männli› mache. Auch braucht die neue Vergaseranlage ein neues Luft-Benzin Gemisch», erläutert Dörig die Technik. Er schätzt seinen Arbeitsaufwand auf über 100 Stunden. Die Investitionen für das Material, Prüfstand und so weiter kostet ihn nochmals rund 5000 Franken, bis das Unikat fertig war. Auch er hat wie viele Fahrer starke Kabelbinder um das Hinterrad angebracht. «Das dient dazu, das Durchdrehen des Pneus auf der Felge zu verhindern», erklärt er. Sicherheit wird grossgeschrieben. Jedes Motorrad hat eine Abreissleine. Fällt der Fahrer, wird sofort die Zündung unterbrochen. Unterdessen dreht der achtjährige Jayden Bernhard auf seinem Pocket-Bike auf dem Gelände seine Runden. «Er erhielt statt Milch Benzin im Schoppen», erklärt der Vater die Faszination seines Sohns für Motorräder.

Es ist mittlerweile kurz vor 13 Uhr: Das Pulling beginnt. Gestartet wird in vier Kategorien: Strassentöff und Enduro sind marktübliche, unveränderte Motorräder. Die Kategorien Open und Fun sind «bremswagenoptimiert». Das heisst zum Beispiel, dass sie extra Stahlplatten montiert haben, um das Rad am Boden zu halten. Fun erlebt in der Fun-Klasse ein Fahrer, der kaum wegkommt mit seinem starken Töff. Wie sich dann aber schnell herausstellt, ist der Traktor, der den Anhänger zum Start zurückziehen soll, noch nicht abgekoppelt worden. Die Kreativität der Fahrer ist fast endlos. «Um noch mehr Gewicht für ihre Fahrzeuge zu erhalten, haben einige Fahrer die Luftschläuche mit Wasser gefüllt», sagt der Speaker.

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