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Kolumne

ResTZucker: Über Tänikon gestolpert

Die Sitzungen des Thurgauer Grossen Rates werden neu live im Fernsehen übertragen. Das gibt den Print-Journalisten mehr Freiräume. Tatsächlich?
David Angst
David Angst, Chefredaktor der Thurgauer Zeitung. (Bild: Ralph Ribi)

David Angst, Chefredaktor der Thurgauer Zeitung. (Bild: Ralph Ribi)

Seit Ende März werden die Sitzungen des Grossen Rats live im Fernsehen übertragen und fachmännisch durchkommentiert. Es stellt sich daher die Frage, ob es überhaupt nötig ist, dass auch noch Printjournalisten in den Grossen Rat gehen. Die Journis drucken in ihren Gazetten ja ohnehin nur eine gekürzte Fassung ab, wobei sie das Wichtigste meist weglassen und überdies noch Fake News einbauen.


Falschmeldungen können bekanntlicherweise gravierende Folgen haben, bis hin zu Rücktritten von Bundesräten. Johann Schneider-Ammann zum Beispiel kann ein Liedchen davon singen. Er trat zurück, weil die Medien Quatsch über Agroscope verbreitet hatten. Doch, doch. Am 20. September kam Schneider-Ammann persönlich nach Tänikon, um sich zu entschuldigen bzw. um den Medien die Schuld in die Schuhe zu schieben. Doch es war zu spät. Genau fünf Tage später kündigte er seinen Rücktritt an. Nun schämt er sich so sehr, dass er auch noch auf sein Ruhegehalt verzichtet.


Zurück zum Grossen Rat. Statt ihre Tage sinnlos am Pressetisch zu verbringen, könnten die Journalisten in der Praxis überprüfen, ob die «Spezialisten» im Grossen Rat Recht haben. Zum Beispiel in den Kinderkrippen die gestressten Kinder beobachten, die es dort gemäss einigen SVP-Kantonsräten gibt.

Oder die Motion von Jacob Auer (SP) überprüfen, der die strukturellen Probleme des Detailhandels durch kürzere Ladenöffnungszeiten beheben wollte. In einem Punkt hat er ja Recht: Hätten die Verkäuferinnen kürzere Arbeitszeiten, müssten sie ihre Kinder weniger lang (bis gar nicht) in der Kita abgeben. Womit wir zum letzten Mal in diesem Jahr eine unheilige Allianz geschmiedet hätten.

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