Restzucker: Thurgauer Politiker verteilen toxische Geschenke

Politiker haben diese Woche im Thurgau fleissig Geschenke verteilt. Eines ging an die Wasserkorporation Roggwil und ist toxisch. Das andere ging an die SP und Grünen im Grossen Rat – und könnte sich auch als toxisch erweisen.

David Angst
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David Angst. (Bild: Ralph Ribi)

David Angst. (Bild: Ralph Ribi)

Ritterlichkeit zahlt sich früher oder später aus. Sogar in der Politik, wo doch sonst meist die Ellbogen ausgefahren werden. So hat kürzlich der aus dem Thurgau stammende Aargauer BDP-Nationalrat Bernhard Guhl ein geknicktes SVP-Plakat wieder aufgerichtet. Diese Tat brachte ihm immerhin eine Ehrenmeldung im «Sonntagsblick» ein.

Der Ritter der Woche ist aber Stephan Tobler, der Gemeindepräsident von Neukirch-Egnach und Fraktionspräsident der SVP im Grossen Rat. Er hat erstens der Wasserkorporation Roggwil einige Quellen geschenkt. Diese sind zwar antrazinverseucht und voller Keime. Aber die Roggwiler wollten sie unbedingt haben – weiss der Geier, was sie damit vorhaben. Das kann Tobler egal sein, er muss sich jedenfalls nicht mehr darum kümmern.

Das zweite Geschenk geht an den politischen Gegner. Die SVP-Fraktion unter Toblers Führung hat der SP geholfen, eine Volksabstimmung zu erzwingen. In seltener Eintracht haben SVP und SP gegen die Steuerreform das Behördenreferendum ergriffen. Was die SVP damit im Schild führt, hat Tobler noch nicht verraten. Die Sozialdemokraten sollten jedenfalls aufpassen. Auch dieses Geschenk könnte toxisch sein.