Glosse
ResTZucker: Rezeptfreier Versand

Resezptfreie Medikamente kann sich trotz Corona nicht ohne Rezept nach Hause schicken lassen. Die Thurgauer «Apotheke zur Rose» ist mit Rezepten sowieso vorsichtig geworden. Und die TKB fängt bei ihren Gutscheinen gar nicht erst mit Rezepten an.

David Angst
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David Angst.

David Angst.

Bild: Ralph Ribi

Ein rezeptfreies Medikament ist eines, das man in einer Drogerie ohne Rezept kaufen kann. Wer sich das gleiche Medikament nach Hause schicken lassen will, der hingegen braucht dafür ein Rezept. Wer das nicht kapiert, dem ist nicht zu helfen, weder juristisch noch medizinisch. Gerade jetzt, wo unsere Senioren ohnehin kaum mehr aus dem Haus kommen, ist ein Gang in die Apotheke sowieso eine willkommene Abwechslung. Bewegung hält fit. Und ausserdem kann die Verkäuferin mit dem netten Lächeln (zurzeit leider hinter Schutzmaske) gleich noch eine Schnelldiagnose machen. Und den Kunden auf die Risiken und Nebenwirkungen von Kamillosan oder Prostasan hinweisen.

Nun hatte ein Thurgauer Versandhaus einen Weg gefunden, das Gesetz auszutricksen. Es liess Ärzte für unbekannte Personen Rezepte ausstellen. Zwar hat die «Apotheke zur Rose» diese Praxis längst eingestellt. Aber Strafe muss sein, findet der Verband real existierender Apotheken «Pharmasuisse». Und hetzt der «Rose» die Staatsanwaltschaft auf die Pelle.

Die 30-Franken-Gutscheine, welche die Thurgauer Kantonalbank in den nächsten Wochen verschenkt, bekommt man übrigens rezeptfrei. Man muss nicht einmal persönlich vorbeigehen, sie werden allen zugeschickt. Man kann sie in jeder Apotheke einlösen – aber nur, wenn diese sich bei der TKB registriert hat. Das ist auch für die TKB ganz praktisch, zwecks Sichtung potenzieller Firmenkunden