Glosse
ResTZucker: Politik und Baseball

Ein Kandidat für das Stadtpräsidium von Romanshorn versteht etwas von Baseball. Und der abtretende TKB-CEO wird als «Spielertrainer» gelobt.

David Angst
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David Angst, Chefredaktor Thurgauer Zeitung. (Bild: Ralph Ribi)

David Angst, Chefredaktor Thurgauer Zeitung. (Bild: Ralph Ribi)

Das Komitee zur Abwahl von David H. Bon als Stadtpräsident von Romanshorn hat zwei Kandidaten gefunden, die sich perfekt ergänzen. Turi Schallenberg hat zwar eine Ahnung von Politik, nicht aber von Romanshorn. Bei Roger Martin ist es genau umgekehrt. Die beiden sollten im Jobsharing zur Wahl antreten.

Was man zur Ehrenrettung Martins noch sagen muss: Der Mann aus Salmsach versteht etwas von Baseball. Und das ist schon mal nicht schlecht. Im Baseball gelten nämlich die gleichen Prinzipien wie in der Politik. Wenn der Ball (sprich: das Problem) auf dich zufliegt, kannst du ihn entweder auffangen. Oder aber du schlägst ihn möglichst weit weg, sodass er so lange wie möglich nicht mehr zu dir zurückkommt. Bei David H. Bon ist möglicherweise das Problem, dass er sich zu sehr wie ein «Spielertrainer» aufführt. Womit wir beim nächsten Thema wären.

Der Verwaltungsratspräsident der TKB, René Bock, lobt seinen CEO, der von der Raiffeisenbank abgeworben worden ist, in den höchsten Tönen. Heinz Huber sei der ideale Spielertrainer, sagt Bock. Nun war Huber zwar einst ein guter Fussballer, ob aber «Spielertrainer» ein Kompliment für ihn ist, darf bezweifelt werden. Durch das Engagement eines Spielertrainers konnten Sportvereine einst ein Gehalt einsparen. Im modernen Profisport gibt es sie längst nicht mehr.

Es ist zu hoffen, dass Bock mit seiner Äusserung nicht gemeint hat, der eine Amateurverein (Raiffeisen) habe dem anderen (Kantonalbank) einen Spielertrainer ausgespannt. Aber vielleicht wollte er damit auch nur sagen, die Raiffeisenbank habe bei den Managerlöhnen das Preis-Leistungs-Prinzip wiederentdeckt.