Kolumne

ResTZucker: Kroatien ist nicht Bosnien

Die wöchentliche Kolumne des TZ-Chefredaktors David Angst.

David Angst
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David Angst, Chefredaktor Thurgauer Zeitung.

David Angst, Chefredaktor Thurgauer Zeitung.

Bild: Ralph Ribi

Wer in Nordmazedonien (oder in einem anderen Risikoland) in den Ferien war, muss sich bei der Rückkehr beim kantonalen Gesundheitsamt registrieren. Offenbar gibt es Leute, die das nicht wissen, weil sie nicht so gut Deutsch können. Jedenfalls wendet sich das kantonale Gesundheitsamt jetzt via Instagram auf Mazedonisch, Serbisch, Albanisch und Bosnisch an die Heimkehrer. Auf Englisch nicht, obwohl auch die USA zu den Risikoländern gehören.

Trotzdem vergessen einzelne Balkan-Rückkehrer, sich zu registrieren. Zum Glück gibt es Nachbarn, die aufpassen. Es geht nichts über gute Nachbarn. Sie giessen während der Ferien die Blumen, sie füttern die Katze und leeren den Briefkasten. Und freundlicherweise melden sie gleich auch noch dem Gesundheitsamt, wo man in den Ferien war.

Nun ist es dummerweise passiert, dass die gemeldeten Familien gar nicht in Bosnien waren, sondern in Kroatien. Das hat man davon, wenn man seinen Nachbarn nicht genau sagt, wohin man in die Ferien fährt. Man sollte einfach mehr reden miteinander.

Und wenn man ein gutes Verhältnis hat, so darf man einander auch mal klar seine Meinung sagen. Das lief offenbar in Salmsach schief. Dort treten nun drei Mitglieder des Gemeinderates zurück, weil der Gemeindepräsident ihr Ultimatum ignoriert hat. Das wäre nicht passiert, wenn sie klarer kommuniziert hätten. Er verstand nämlich nicht «Ultimatum», sondern «Option». Nun gut – für ihn ist das Problem ja jetzt gelöst.