Kolumne
ResTZucker: Gelassen reagieren

Dass jemand in seinem Haus wohnen kann, will die Denkmalpflegerin schon mal nicht verhindern. Sie will es ihm höchstens ein wenig verleiden, schreibt David Angst in seinem ResTZucker.

David Angst
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David Angst, Chefredaktor der «Thurgauer Zeitung».

David Angst, Chefredaktor der «Thurgauer Zeitung».

Bild: Ralph Ribi

Gegen die geplanten Kreuzlinger Alterswohnungen ist keine einzige Einsprache eingegangen – sehr zur Überraschung des Genossenschaftspräsidenten und der Baukommission. Nun rätseln die Verantwortlichen, ob sie möglicherweise etwas falsch gemacht haben.

Hätten sie nicht doch besser an der Kirchstrasse noch ein paar Parkplätze mehr einplanen sollen? Oder das Gebäude doch fünfstöckig planen, statt nur vierstöckig? Oder ein paar Bäume fällen? Dafür ist es nun zu spät.

In Hauptwil schlug die kantonale Denkmalpflege diese Woche moderate Töne an. «Wir wollen nicht verhindern, dass jemand in seinem Haus wohnen kann», sagte die Bauberaterin des zuständigen Amtes.

Die Motion des Grossen Rats «für eine Denkmalpflege mit Augenmass» hat also bereits Wirkung gezeigt. Dass jemand in seinem Haus wohnen kann, will die Denkmalpflegerin schon mal nicht verhindern. Sie will es ihm höchstens ein wenig verleiden.

Die Kantonsräte, welche nach der Lektüre jenes Berichts schon wieder an der Decke klebten, hätten stattdessen besser zuerst den Artikel gelesen, der darunter stand. Da sprach Karin Härry am Amriswiler Frauenfrühstück zum Thema «Wenn’s kracht». «Es lohnt sich, gelassen zu reagieren», sagte die Referentin. Dies gilt übrigens auch für die Fans eines Historischen Museums in Arbon, nachdem Frauenfeld diese Woche sein Projekt präsentiert hat.