Glosse

ResTZucker: Einen Shitstorm gibt es nur im Internet

Den 120 toten Vögeln in Triboltingen kann nicht das gleiche widerfahren sein wie dem jungen EVP-Politiker Benjamin Zürcher. 

David Angst
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David Angst.

David Angst. 

Bild: Ralph Ribi

Auch in Triboltingen ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Aber ein Star. Was heisst hier einer? Nicht weniger als 120 Vögel fielen vom Himmel herab und blieben tot liegen. «Experten» rätseln nun darüber, was die Ursache für dieses Massensterben war.

Ein Shitstorm kann es nicht gewesen sein, der die armen Stare aus ihrer Flugbahn befördert hat. Dieses Phänomen existiert nicht in der realen Luft, sondern in der dünnen, der sogenannten «Social Media» im Internet.

Davon kann der 18-jährige Benjamin Zürcher aus Leimbach nun ein Liedchen singen. Zürcher hatte via Twitter verbreitet, er sei «gegen die Homo-Ehe, gegen Klimahysterie und gegen die Cannabis-Legalisierung». Und sich dann gewundert, dass über 3000 Personen seine Ansichten kommentierten. Viele von ihnen schrieben ganz gemeine Sachen an die Adresse des jungen Mannes.

Mit derart heftigen Reaktionen hatte Benjamin Zürcher nun wirklich nicht gerechnet. Ob der Hasstiraden ist er nun so perplex, dass er nicht mehr schläft. An die bevorstehenden Grossratswahlen hat Zürcher nach eigenen Angaben gar nicht gedacht, als er den Tweet absetzte. Jedenfalls sagt der Kandidat der jungen EVP auf Anfrage dieser Zeitung, er betrachte seine Äusserungen nicht als billigen Stimmenfang. «Dafür hätte ich das Gegenteil verkünden müssen.» Das kann er ja vor den nächsten Wahlen versuchen. Vielleicht schläft er dann auch wieder besser.

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