Glosse

ResTZucker: Das C in der Verpackung

Die EDU habe das C in und nicht auf der Verpackung, sagte der Romanshorner Daniel Frischknecht, der neu die nationale Partei präsidiert. Zum Thema Verpackung und Inhalt von Parteien gäbe es da noch ganz andere Ideen.

David Angst
Drucken
Teilen
David Angst.

David Angst.

Bild: Ralph Ribi

Daniel Frischknecht aus Romanshorn ist Präsident der EDU Schweiz und damit der erste Thurgauer Politiker seit Philipp Stähelin, der zum Präsidenten einer nationalen Partei gewählt worden ist.

Stähelin war von 2001 bis 2004 Präsident der CVP Schweiz, der Christlichdemokratischen Volkspartei. Damals wurde noch nicht darüber diskutiert, ob man das C aus dem Namen streichen sollte.

Heute hingegen finden viele, die CVP habe mit «christlich» ohnehin nichts mehr am Hut. Entsprechende Andeutungen macht jedenfalls der neue EDU-Chef. Die eigentliche christliche Partei sei die EDU, sagt Daniel Frischknecht im TZ-Interview: «Die EDU hat das C in, und nicht auf der Verpackung.»

Das trifft sich ja gut. Falls die CVP das C tatsächlich ablegt, müsste es sich die EDU gleich an die Fahne heften: Statt Eidgenössisch-Demokratische Union hiesse sie dann Christlich-Demokratische Union, kurz CDU. Mit diesem Namen könnte sie gut und gerne zehnmal so viele Wähler ansprechen wie heute. Siehe Deutschland.

Und im nächsten Interview könnte Frischknecht dann noch sagen, dass die EDU übrigens auch Bürgerlich-Demokratisch, Freisinnig-Demokratisch und Sozial-Demokratisch sei, obwohl nichts davon auf ihrer Verpackung stehe. Und eine Volkspartei sei sie sowieso schon immer gewesen. In der Folge bräuchte es bald keine andere Partei mehr. Und sie hiesse dann «Schweizerische Eidgenössische Demokratiepartei», kurz SED. Und dann würde in den Wahlbüros garantiert sicher nicht mehr geschummelt.

Mehr zum Thema