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Der 10.Februar naht, und der Frauenfelder Stadtpräsident hat Respekt vor der Bestätigung

In der neuen Legislatur will er seine Wirksamkeit erhöhen – und falls nötig auch laut werden. Deshalb tritt der Frauenfelder Stadtpräsident Anders Stokholm wieder zur Wahl an, dem Vergleich mit Trump zum Trotz.
Mathias Frei
Weitsicht ist nie verkehrt: Stadtpräsident Anders Stokholm im Rathaus-Turmzimmer. (Bild: Reto Martin)

Weitsicht ist nie verkehrt: Stadtpräsident Anders Stokholm im Rathaus-Turmzimmer. (Bild: Reto Martin)

Wahlkampf? Ja, Wahlkampf, aber auf sehr kleiner Flamme – zumindest für Anders Stokholm. Vor vier Jahren war das noch anders – als es damals um die Nachfolge von Carlo Parolari und das Stadtpräsidium ging. Mittlerweile ist Stokholm seit dreieinhalb Jahren Stadtpräsident. Er steht vor seiner ersten Bestätigung.

«Ich habe Respekt vor der Bestätigungswahl.»

Der Stimmbürger könne sich einfach äussern: Wahl oder Nicht-Wahl. «Aber am Zittern bin ich nicht», meint der amtierende Stadtpräsident. Denn im Gegensatz zu 2015 hat er keine Konkurrenten.

«Wenn man Angst vor der Öffentlichkeit hat, ist man als Stadtpräsident am falschen Ort», steht für Stokholm fest. Er hat keine Angst. Den Vergleich – wie einmal in einem Leserbrief geschehen – mit US-Präsident Trump wiederum findet er «etwas weit hergeholt». Aber dem studierten Theologen, der Pfarrer in Stein am Rhein war, Gemeindeammann von Eschenz und vor Frauenfeld Direktor des Sozialversicherungszentrums Thurgau, ist bewusst, dass es Leute gibt, die finden: Der Stokholm soll sich weniger in der Zeitung zeigen, dafür mehr machen.

«Das ist ein Spagat. Einerseits wird eine hohe Präsenz erwartet, andererseits braucht man Zeit, um zu erarbeiten und umzusetzen.»

«Stadtrat muss Bilder mit Bevölkerung teilen»

Die Herausforderung habe er 2015 gesucht – und sie ist geblieben. «Ich bin gut angekommen in Frauenfeld, gut aufgenommen worden.» Aber in Sachen Wirkung sei er noch nicht dort, wo er habe sein wollen. «Das ist mit ein Grund, wieso ich weiterhin wirken will.» Gewisse Aufgaben hätten ihn mehr in Anspruch genommen als gewünscht – Stichwort: Wärme Frauenfeld AG. Zudem habe es mehr Zeit gebraucht, um zu sehen, wo es am meisten Entwicklungsbedarf gibt. Nebst Verkehr und Mobilität würden ihn in der kommenden Legislatur Stadtentwicklungsthemen wie die Umnutzung der Armeeliegenschaften oder der Umbruch des Detailhandels inklusive Innenstadtentwicklung bewegen. In diesen Bereichen sei bislang viel geplant worden, nun gehe es an die Umsetzung.

«Der Stadtrat hat Bilder im Kopf. Diese müssen wir nun mit der Bevölkerung teilen.»

Aber es gibt nicht nur viel Arbeit, sondern auch schöne Momente. Stokholm erzählt von einer Situation, als er auf dem Nachhauseweg war. «Ein Fiat Twingo hat mich überholt, dann ist ein Mann ausgestiegen.» Was dieser Fremde dem Stapi schon immer mal sagen wollte:

«Ich bin zwar PdA-Mitglied, aber Sie machen das gut, Herr Stokholm.»

Solche Begegnungen würden ihm viel geben. Da merke man, dass wertgeschätzt werde, was man für Frauenfeld macht. Oder da war die Moschee-Eröffnung, die dem 52-Jährigen in positiver Erinnerung blieb – auch wenn es da negative Stimmen gab. «Doch was diese negativen Stimmen betrifft, muss ich gestehen, dass ich das nicht verstehen kann.» Positives und Negatives muss für ihn im Lot sein. Wenn die Waagschalen ungleich schwer sind, suche er den Ausgleich. Die dazu nötige eigene Erdung holt er sich im Sport, in den sicher sieben Stunden Schlaf pro Nacht, in der Zeit mit der Familie.

«Der festen Überzeugung, das Richtige zu machen»

«Man wird in der zweiten Legislatur mein Profil schärfer sehen.» Er sei einer, der zuerst beobachte. Er komme nicht mit einer vorgefassten Meinung, sondern er bilde sich eine Meinung, sagt Anders Stokholm. Beim Thema Freie Strasse oder bei der Twerenbold-Abstimmung, «da bin ich der festen Überzeugung, dass wir das Richtige machen».

Er sei nicht so harmoniebedürftig, wie man ihn vielleicht sehe. «Ich respektiere die andere Meinung. Aber wenn es eine Konfrontation braucht, bin ich der Letzte, der sich davor scheut.» Von Natur sei er sehr konfliktfreudig.

«Als Kind und Jugendlicher galt ich als jähzornig.»

Nach schwierigeren Zeiten –abermals Stichwort: Wärmering – geht es mit dem Verhältnis zwischen Stadtrat und Gemeinderat wieder aufwärts. «Wir sind auf gutem Weg.» Es brauche viel Zeit, um Vertrauen aufzubauen, verspielt sei es in Kürze, sagt Stokholm.

«Aber ich erwarte auch vom Gemeinderat Vertrauen.»

Um die Arbeit des Frauenfelder Stadtparlaments besser verstehen zu können, hilft Stokholm das Wirken im Grossen Rat, dem er seit 2016 ein zweites Mal angehört, mittlerweile als FDP-Fraktionspräsident. Bereits von 2004 bis 2008 war er Kantonsrat. «Zudem kann ich mich im Grossen Rat auch für die Anliegen des urbanen Thurgaus starkmachen, was wichtig ist in einem ländlich geprägten Kanton.»

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