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Holländische Idee kommt im Hinterthurgau an: Aadorf erhält sein erstes Repair Café, Münchwilen und Wallenwil folgen

In Aadorf eröffnet am Samstag das erste Hinterthurgauer Repair Café. An Helfern mangelt es nicht.
Roman Scherrer
In Frauenfeld haben sich Repair Cafés nach bald vier Jahren etabliert.Bild: Donato Caspari (27.10.2018)

In Frauenfeld haben sich Repair Cafés nach bald vier Jahren etabliert.Bild: Donato Caspari (27.10.2018)

Kostenlos reparieren lassen statt gleich wegwerfen und neu kaufen. Dazu Kaffee und Kuchen geniessen: Was sich andernorts bereits etabliert hat, ist ab Samstag auch im Hinterthurgau möglich. Dann eröffnet in Aadorf das erste Repair Café im Bezirk. Zwei weitere werden in Eschlikon und Münchwilen folgen.

Kurt EggerKantonsrat Grüne

Kurt Egger
Kantonsrat Grüne

Initiiert haben sie die Eschliker Studienfachberaterin Andrea Suter, der pensionierte Schreiner Erich Stör aus Münchwilen sowie der Eschliker Energiefachmann und Grüne-Kantonsrat Kurt Egger. Im Mai kündigten sie die drei Repair Cafés an. «Ich mache ja viel politische Arbeit. Aber von den Rückmeldungen, die ich hierfür erhalten habe, war ich einfach überwältigt», sagt Kurt Egger, der für das Aadorfer Repair Café verantwortlich zeichnet. Zahlreich und positiv seien die Reaktionen auf die Ankündigung gewesen.

50 Anmeldungen sind eingegangen

Mit der Ankündigung haben die Initianten einen Aufruf gestartet: Sie suchten Profi-Reparateure und Hobby-Bastler, welche ehrenamtlich verschiedenste defekte Gegenstände wieder in Stand setzen. «Wir hatten damals noch Angst, dass wir nicht genügend Leute finden», sagt Egger. «Jetzt wurden wir regelrecht mit Anfragen überschwemmt.»

Rund 50 Anmeldungen seien eingegangen. «Darunter waren viele Pensionierte, die sich zum Beispiel zu Hause eine kleine Werkstatt eingerichtet haben oder eine Schweissanlage besitzen», erzählt Kurt Egger. Ursprünglich planten die Initianten, einzelne Reparateure an mehr als einem Standort einzusetzen. «Weil es so viele sind, kann nun jeder nur einmal im Einsatz stehen», erklärt Egger. Es gebe gar eine Warteliste. Auch an weiteren Helfern – für das Café oder den Empfang – mangelt es nicht.

Zwei Eröffnungen folgen

Die Idee des Repair Cafés ist vor rund zehn Jahren erstmals in den Niederlanden in einer kleinen Stiftung umgesetzt worden. Nun hat sie auch den Hinterthurgau erreicht. Diesen Herbst finden Eröffnungen an drei Standorten statt: Nach der ersten am 21. September im Gemeinde- und Kulturzentrum Aadorf folgt am 19. Oktober jene im Theorielokal der Münchwiler Dreifachturnhalle Waldegg und am 23. November jene in der Mehrzweckhalle Wallenwil. (rsc)

Er habe schon einiges organisiert, das Projekt Repair Café sei aber mit nichts zu vergleichen, sagt Kurt Egger. «Bis jetzt lief es einfach wie geschmiert.» So hätten etwa die drei Gemeinden sofort ihre Unterstützung zugesagt. Sie stellen die Räumlichkeiten gratis zur Verfügung und leisten einen Beitrag für die Werbeflyer. Am Samstag, zwischen 10 und 15 Uhr, laden Egger und das Repair-Café-Team ins Aadorfer Kultur- und Gemeindezentrum ein, um defekte Objekte kostenlos begutachten und reparieren zu lassen.

Anmeldungen sind nicht nötig

Bleibt abzuwarten, wie das Angebot genutzt wird. «Wir haben keine Ahnung, mit wie vielen Leuten wir rechnen können», sagt Egger. Anmeldungen seien nämlich nicht nötig. Die Erfahrung von anderen Repair Cafés zeige aber, dass eine Anlaufzeit benötigt wird, bis es eine gewisse Bekanntheit erlangt hat.

Bereits vor der ersten Durchführung haben die Initianten Ideen, wie es mit den Hinterthurgauer Repair Cafés weitergehen könnte. Ihr Anliegen ist es, auf den Umgang mit Gegenständen zu sensibilisieren und der Wegwerfgesellschaft entgegenzuwirken. «Wir könnten dazu Workshops durchführen oder Filme zeigen», sagt Kurt Egger. «Jetzt fangen wir aber einmal mit der Basis an, dem Reparieren.» Wenn die ersten drei Repair Cafés Anklang finden, könnten sie bereits Anfang kommendes Jahr wiederholt werden, erklärt Egger. «Das wäre unser Idealszenario.»

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