Da staunt sogar der Konsumentenschutz: Die Hinterthurgauer Repair-Café-Eröffnungen waren ein Erfolg

Initianten der Repair Cafés in Aadorf, Münchwilen und Wallenwil ziehen eine positive Bilanz. Die Fortsetzung folgt bereits im Januar.

Roman Scherrer
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In einem Monat werden Reparateure im Aadorfer Gemeinde- und Kulturzentrum wieder verschiedenste defekte Gegenstände flicken.

In einem Monat werden Reparateure im Aadorfer Gemeinde- und Kulturzentrum wieder verschiedenste defekte Gegenstände flicken.

Bild: Donato Caspari (21. September 2019)

Sehr positiv. So bilanziert Andrea Suter kurz zusammengefasst die Eröffnung der drei Hinterthurgauer Repair Cafés. Die Eschliker Studienfachberaterin hat die Reparaturanlässe mit dem Eschliker Energiefachmann und neu Nationalrat Kurt Egger sowie dem pensionierten Münchwiler Schreiner Erich Stör ins Leben gerufen.

Nachdem Ende November die Eröffnung des Eschliker Repair Cafés in Wallenwil über die Bühne ging, haben die Initianten Zahlen zusammengetragen. «Wir hatten eine sehr gute Quote bei den Gegenständen, die repariert werden konnten», sagt Andrea Suter.

«Darüber hat auch der Konsumentenschutz gestaunt.»

Bei den drei Anlässen konnten zwischen 54 und 58 Prozent der Gegenstände repariert werden. Die Anzahl der Objekte, welche die Reparateure entgegennehmen durften, stieg stetig an. In Aadorf waren es deren 77, in Wallenwil bereits 142. Am meisten hätten die Besucher defekte Elektronik- und Haushaltsgeräte vorbeigebracht, berichtet Suter. Aber auch diverse Liebhaberstücke seien dabei gewesen.

Aus Fehlern gelernt

Die Rückmeldungen der Besucher seien ebenfalls äusserst positiv ausgefallen, erzählt Suter. «Nur beim ersten Repair Café in Aadorf waren ein, zwei Leute unzufrieden, weil wir aufgrund des grossen Besucherandrangs schon ab 12 Uhr keine neuen Gegenstände mehr annehmen konnten.» Man habe aber daraus gelernt und für nachfolgenden beiden Reparaturanlässe das freiwillige Personal aufgestockt.

Andrea Suter, Mitinitiantin der Hinterthurgauer Repair Cafés.

Andrea Suter, Mitinitiantin der Hinterthurgauer Repair Cafés.

(Bild: Roman Scherrer)

Die Reparateure haben mit ihrem Fachwissen und ihren kostenlosen Dienstleistungen für viele strahlende Gesichter gesorgt. Andrea Suter nennt das Beispiel eines älteren Herrn, der seinen Laptop zur Reparatur brachte. Ein IT-Spezialist habe ein aktuelles Betriebssystem installiert und das Gerät so wieder funktionstüchtig gemacht. «Der Besitzer war unheimlich froh darüber, weil er das selber nicht gekonnt hätte.» Aber nicht nur bei den Besuchern sind die Repair Cafés auf Anklang gestossen, wie Suter sagt:

«Die Gemeindebehörden haben die Anlässe alle unterstützt.»

Mit dieser positiven Bilanz gehen die Initianten bereits in die nächste Runde. So stehen fürs kommende Jahr bereits pro Standortgemeinde wieder je zwei neue Daten für die Hinterthurgauer Repair Cafés fest. Den Anfang macht – bereits am 11. Januar – wiederum jenes im Gemeinde- und Kulturzentrum Aadorf.

Dabei werden die Organisatoren wieder auf einige treue Helfer zählen können. «Wir sind natürlich froh um die Reparateure, die immer wieder kommen. Das sorgt für eine gewisse Routine», sagt Andrea Suter. Aber auch für all die Helfer, welche einmalig oder jeweils nur an einem bestimmten Standort dabei sind, sei man sehr dankbar. Mittelfristig wolle man die Reparaturanlässe im Bezirk gar institutionalisieren, erklärt die Mitinitiantin. «Wir sehen vor, dass wir uns als Verein konstituieren.»

Weitere Informationen unter: www.repair-cafe.ch