Vom Mittagstisch bis vor dem Nachtessen: Eschlikon bietet ab dem neuen Schuljahr familienergänzende Kinderbetreuung an

Die Gemeinde Eschlikon führt im Sommer familienergänzende Tagesstrukturen ein.

Olaf Kühne
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Gemeinderätin Isabelle Denzler unterhält sich mit Gästen des Generationenmittagstisches.

Gemeinderätin Isabelle Denzler unterhält sich mit Gästen des Generationenmittagstisches.

Bild: Christoph Heer

Ein Schnellschuss ist es nicht. Die Idee ist drei Jahre lang gereift. 2017 erkundigte sich ein Eschliker an der Schulgemeindeversammlung nach allfälligen Plänen der Schulbehörde für eine familienergänzende Kinderbetreuung.

Der Adressat des Stimmbürgers war zwar falsch, das Anliegen stiess aber auf offene Ohren. «Familienergänzende Tagesstrukturen sind im Kanton Thurgau Aufgabe der Politischen Gemeinde», sagt Isabelle Denzler, im Eschliker Gemeinderat verantwortlich für das Ressort «Soziales und Gesundheit». Was in Eschlikon nun im Sommer startet, ist dennoch ein Gemeinschaftsprojekt von Schule und Gemeinde, richtet es sich doch explizit an Kindergarten- und Schulkinder.

Start im Sommer, Ausbau bis 2022

«Es ist keine KiTa», sagt denn auch Isabelle Denzler – und erläutert das Angebot: Im Eschliker Schulhaus Haldenweg besteht ab kommendem Schuljahr an fünf Tagen pro Woche ein Betreuungsangebot für schulpflichtige Kinder. Es startet jeweils um 11.45 Uhr mit dem Mittagstisch – zweimal jährlich zudem im Rahmen des beliebten Generationenmittagstisches – und kann danach in verschiedenen Modulen bis 18 Uhr beansprucht werden. 2021 soll eine Morgenbetreuung ab 7 Uhr dazukommen, 2022 sogar eine Ferienbetreuung.

Schliesslich ist es erklärtes Ziel von Gemeinderat und Schulbehörde, mit dem Angebot «die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu fördern und die Attraktivität von Gemeinde und Schule für Familien zu steigern».

«Es wäre utopisch, ein solches Betreuungsangebot kostendeckend betreiben zu wollen.»

Weil das Betreuungsangebot bis 2022 kontinuierlich ausgebaut wird, spricht Isabelle Denzler von einer «dreijährigen Einführungsphase». Die Bezeichnung «Pilotphase» sei hingegen falsch, betont sie im Gespräch mit unserer Zeitung. «Pilotphase würde heissen, dass wir das Angebot unter Umständen nach drei Jahren wieder einstellen würden», sagt die Gemeinderätin. «Wir wollen, dass sich die Eltern auf uns verlassen können und nicht bereits nach kurzer Zeit wieder eine neue Lösung suchen müssen.» Entsprechend stehe die Rentabilität des Vorhabens nicht im Vordergrund – im Gegenteil: «Es wäre utopisch, ein solches Betreuungsangebot kostendeckend betreiben zu wollen», sagt Isabelle Denzler. Vielmehr gehöre es einfach zu einer attraktiven Gemeinde. Gratis ist die Kinderbetreuung indes auch für Eltern nicht: Einkommensabhängige Tarife werden derzeit erarbeitet.

Hinweis
Infoveranstaltung familienergänzende Tagesstruktur: Dienstag, 25. Februar, 20.15 Uhr, Aula Wallenwil