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Renaturierung des Rheinufers bei Diessenhofen hilft den Äschen

Das Kraftwerk Schaffhausen baute rund 450 Meter an bebautem Rheinufer beim Städtchen zurück in einen naturnahen Zustand. Finanziert werden die Massnahmen durch einen Ökofonds.
Thomas Güntert
Der Bauleiter Peter Hunziker erklärt die Renaturierungsmassnahmen am Rheinufer. (Bild: Thomas Güntert)

Der Bauleiter Peter Hunziker erklärt die Renaturierungsmassnahmen am Rheinufer. (Bild: Thomas Güntert)

«Es wäre undenkbar gewesen, diese Projekte im Rahmen des Kraftwerks-Budgets zu finanzieren», meint der Bauleiter Peter Hunziker, der am Montag zusammen mit Walter Vogelsanger an einer Medienorientierung auf dem Rhein über die laufende Renaturierung des Flusses informiert.

Finanziert werden die Massnahmen durch einen Ökofonds. Vom Ökostrom-Label CleanSolution, welches die SH Power 2003 auf den Markt brachte, fliesst ein Mehrwertzuschlag von vier Rappen in den Ökofonds. Bisher wurden auf dem 14 Kilometer langen Rheinabschnitt beidseitig knapp 6,5 Kilometer Hartverbauungen abgebrochen. Für rund 7,5 Millionen Franken wird das Ufer dadurch wieder in einen naturnahen Zustand zurückgeführt. Im Winterhalbjahr konnten so zwischen Diessenhofen und Schaffhausen über 450 Meter renaturiert werden. Die Uferabschnitte befinden sich im Konzessionsgebiet des Kraftwerks Schaffhausen und damit auch in deren Verantwortung.

Äsche als Opfer des Klimawandels

Der Rhein hatte sich in den letzten Tagen wieder etwas abgekühlt und die Wassertemperatur lag am Montag bei 24,3 Grad. Die warmen Temperaturen haben insbesondere den Äschen zugesetzt, für die es kritisch wird, wenn die Wassertemperatur über 26 Grad steigt. In der letzte Woche sind rund drei Tonnen Fische verendet. Walter Vogelsanger sagt:

«Seit Freitag kommen keine toten Fische mehr.»

Der Äsche gibt er bei dem Klimawandel langfristig allerdings wenig Chancen. Nachdem fast der gesamte Bestand dem heissen Sommer 2003 zum Opfer fiel, ergriffen die Verantwortlichen im Rahmen der Uferrenaturierung spezielle Massnahmen. Die Einmündungen der Bäche wurden vertieft, damit sich die Fische im kühleren Wasser sammeln können. Zudem dürfen Bauern das Wasser zum Bewässern direkt dem Rhein entnehmen. Dadurch verbleibt mehr Wasser in den kühlen Bächen. Viel Geld wurde in die Laichgebiete investiert. Beim Äschenlaichplatz unterhalb St. Katharinental wurde der stark verdichtete Rheingrund mit einem Schreitbagger aufgelockert und mit einer 20 Zentimeter dicken Kiesschicht überdeckt. Dadurch können die Fische wieder Laichgruben schaffen. Natürliche Kiesufer und Strukturen mit alten Baumwurzeln und Findlingen sollen die Strömung beruhigen. Darauf sind insbesondere Jungfische in den ersten Lebenswochen angewiesen, damit sie nicht fortgeschwemmt werden.

Kiesufer beim St. Katharinental

«Im Gebiet Galgenacker unterhalb der ehemaligen Klosteranlage St. Katharinental wurden im letzten Winter rund 275 Meter Ufer renaturiert», sagt Peter Hunziker. Bereits früher seien rund 300 Laufmeter Betonplatten abgebrochen und recycelt worden. «Ausserdem erstellten wir naturnahe Kiesflachufer, damit die Wellenschläge der Kursschiffe keine Erosionen verursachen», sagt er. Wo es möglich war, sei ausserdem der Hochwasserschutz auf eine Wasserführung von 1000 Kubikmeter pro Sekunde erhöht worden. «Ausserdem bepflanzten wir steile Uferabschnitte», sagt Hunziker.

Im kommenden Winter sollen noch die restlichen 300 Meter Uferverbauungen entfernt werden. Auch beim Zeltplatz Laag sollen die Verbauungen weichen. Am kommenden Sonntag können im Rahmen einer Informationsexkursion vom Petri-Parkplatz bis zur Badi Langwiesen die einzelne Projekte besichtigt werden. «Hierzu haben sich bereits 200 Personen angemeldet», bemerkte Vogelsanger.

Vorerst keine Renaturierung oberhalb Diessenhofens

Der umstrittene Rheinufer-Abschnitt zwischen der Diessenhofener Badi und dem Zeltplatz soll vorerst nicht renaturiert werden. Die Diessenhofer Bevölkerung zeigt sich an der letzten Abstimmung im April 2017 zwiegespalten. 82 Stimmberechtigte sprachen sich für eine Renaturierung aus, 84 dagegen. Die Interessensgemeinschaft Rheinuferaufwertung (IGRA) fordert die schrittweise Renaturierung des Ufers. Ihre Gegner führen das Argument des Denkmalschutzes ins Feld. So stellte das Thurgauer Departement für Bau und Umwelt das Projekt vorerst zurück. (dar)

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