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1,56 Millionen Franken erschlichen: Thurgauer Reitstall-Betrüger macht jetzt im Aargau weiter

Er hat im Thurgau und in seinem Heimatkanton Luzern Menschen um viel Geld betrogen. Jetzt ist er im Aargau in flagranti erwischt worden und sitzt in Untersuchungshaft.
Ida Sandl
Der mutmassliche Betrüger und sein Thurgauer Pflichtverteidiger Hermann Lei vor dem Gerichtsgebäude in Bern. (Bild: Screenshot Tele M1)

Der mutmassliche Betrüger und sein Thurgauer Pflichtverteidiger Hermann Lei vor dem Gerichtsgebäude in Bern. (Bild: Screenshot Tele M1)

Dieser Mann scheint unbelehrbar: Obwohl ihn das Berner Wirtschaftsstrafgericht zu 3,5 Jahren Haft verurteilt hat, macht der ehemalige Betreiber eines Thurgauer Reitstalls weiter, als ob nichts wäre. Jetzt ist er aber an den Falschen geraten. Wie verschiedene Aargauer Medien melden, wurde der 55-Jährige in der Region Zofingen auf frischer Tag ertappt und verhaftet. Er wendet dieselbe Masche an, mit der er vor Jahren im Thurgau schon Menschen um ihr Geld betrogen hat.

Wieder tischt er die angebliche Erbschaft auf

Wie das «Zofinger Tagblatt» schreibt, sei der Mann Anfang Oktober in einem Autohaus erschienen. Wortreich und überzeugend habe er sich als Freund des Garagisten ausgegeben, der in den Ferien weilte. Dem Mechaniker erzählte er von einem momentanen finanziellen Engpass, der sich aufgrund einer Erbschaftssache ergeben habe.

Der angebliche Freund der Familie

Er bat den Mechaniker deshalb um ein Darlehen in Höhe von 15000 Franken. Zum Beweis legte er Bankunterlagen vor, die sich später als gefälscht erweisen sollten. Der Mechaniker liess sich schliesslich dazu bewegen, dem Unbekannten 1000 Franken zu geben. Gegenüber «Tele M1» sagte der Mechaniker, dieser Mann habe so viele Details über seinen Chef gewusst, dass er überzeugt gewesen sei, es handle sich um einen Freund der Familie. Nur einen Tag später nahm der Mann mit dem Angestellten erneut Kontakt auf. Er drängte abermals dar­auf, ihm ein Darlehen von 15000 Franken zu gewähren. Beim Mechaniker kamen nun endgültig Zweifel auf und er schaltete die Polizei ein. Als der Tatverdächtige dann wie angekündigt in der Garage erschien, wurde er von den Polizisten festgenommen.

Wegen Verdunklungsgefahr in Untersuchungshaft

Die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm hat gegen den Verdächtigen eine Strafuntersuchung wegen mehrfachen Betrugs eröffnet. Er befinde sich in Untersuchungshaft, sagt die Sprecherin Fiona Strebel auf ­Anfrage unserer Zeitung. Das Zwangsmassnahmengericht habe drei Monate Untersuchungshaft angeordnet wegen Verdunkelungsgefahr. Wie viele Delikte dem Mann zur Last gelegt werden, sei Gegenstand der laufenden Untersuchung.

1,56 Millionen Franken erschlichen

Dabei ist der Mann vor zwei Jahren vom Wirtschaftsstrafgericht in Bern bereits wegen gewerbsmässigen Betrugs und Urkundenfälschung verurteilt worden. Das Obergericht hat die Strafe noch erhöht. Im Moment ist das Bundesgericht am Zug, das Urteil ist also noch nicht rechtskräftig. Das Wirtschaftsstrafgericht sah es als erwiesen an, dass der Beschuldigte in 28 Fällen Menschen betrogen oder es zumindest versucht hat. 1,56 Millionen Franken habe er sich dabei erschlichen.

Die Opfer stammen vor allem aus seinem Heimatkanton Luzern und dem Thurgau, wo er lange gelebt hat. Meist legte er ihnen gefälschte Dokumente vor, die belegen sollten, dass er Geld aus einer Erbschaft oder aus Entschädigungsrechten für den Abbau von Kies auf dem Grundstück der Eltern zu erwarten habe.

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