Neuer Verein soll Wil West als Wirtschaftsstandort vermarkten

Unternehmer aus der Region erachten das Gebiet zwischen den Gemeinden Münchwilen, Sirnach und Wil als wenig attraktiven Wirtschaftsstandort. Mit der Gründung eines Vereins will die Regionalplanungsgruppe dies ändern und neue Unternehmen anlocken.

Gianni Amstutz
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Blick über das Gelände des geplanten Entwicklungsschwerpunkts Wil West (Bild: Urs Bucher)

Blick über das Gelände des geplanten Entwicklungsschwerpunkts Wil West (Bild: Urs Bucher)

«Gute Infrastruktur alleine bringt noch keine Unternehmen an den Wirtschaftsstandort Wil», sagt Guido Grütter, Präsident der Regio Wil, an einer Informations-Veranstaltung. Angesichts des geplanten Entwicklungsschwerpunkts Wil West, wo rund 2000 Arbeitsplätze entstehen sollen, plant die Regio Wil deshalb die Gründung einer Wirtschaftsorganisation.

Die Regio Wil wird sich weiterhin vornehmlich um die Raum- und Verkehrsplanung kümmern. Es gehe vor allem darum, die Projekte des zweiten  Agglomerationsprogramms zu koordinieren und vorwärts zu bringen. Ein neuer Autobahnanschluss oder eine Bahnverlegung der Frauenfeld-Wil-Bahn, wie sie im Gebiet Wil West vorgesehen ist, sei zwar schön, veranlasse aber keine Unternehmen, sich im Gebiet niederzulassen. Der neue Verein wäre also in erster Linie um die Vermarktung des Wirtschaftsstandorts besorgt.

Standort als Schlafregion wahrgenommen

Guido GrütterPräsident Regio Wil

Guido Grütter
Präsident Regio Wil

Obwohl die Region über zahlreiche Vorteile verfüge, werden diese bisher noch zu wenig wahrgenommen, sagt der Regio Wil Präsident. «Eine regionale Wirtschaftsidentität fehlt.» Dieses Bild bestätigen Interviews mit Unternehmern aus der Region. Sie nehmen den Wirtschaftsstandort Wil als «Schlafregion zwischen St. Gallen und Zürich» wahr. Passiv und wenig innovativ sind weitere unschmeichelhafte Attribute, welche die Unternehmer Wil zuschreiben. Das soll sich durch die Gründung des neuen Wirtschaftsvereins ändern.

Die Standort- und Wirtschaftsorganisation soll also der schwer greifbaren Region Wil, die über Gemeinde- und Kantonsgrenzen hinausgeht, zu einer gemeinsamen Identität verhelfen beziehungsweise diese betonen. Regio Wil Präsident Grütter sagt:

«Die Welt muss wissen, dass Wil ein attraktiver Wirtschaftsstandort ist».

Der Fokus soll dabei auf der Maschinen- und Metallindustrie sowie der Dienstleistungs- und Nahrungsmittelindustrie liegen, die in der Region bereits überdurchschnittlich ausgebaut sind.

Bündelung der Kräfte von Wirtschaft und Politik

Damit der Verein die grösstmögliche Kraft entwickeln könne, soll er neben Vertretern der Gemeinden auch aus Personen aus der Wirtschaft zusammengesetzt sein, sagt Grütter. Dasselbe gilt für die Finanzierung. Der Verein wird eigenständig geführt, allerdings einen Leistungsauftrag der Regio Wil erfüllen, welche denn auch die Anschubfinanzierung und danach einen jährlichen Betriebskostenbeitrag leistet. Die Initianten hoffen, dass der Verein mittelfristig zu grossen Teilen von Unternehmen getragen wird.

Nun ist es an den Delegierten der Regio Wil, an der Versammlung vom 22. November über die Gründung der regionalen Standort- und Wirtschaftsorganisation abzustimmen. Guido Grütter betont am Anlass die Wichtigkeit des Vorhabens: «Wenn wir das Projekt nicht angehen, droht Stillstand. Dann gerät die Region in Gefahr, ihre wirtschaftlichen Wachstumsziele nicht zu erreichen oder sogar an Substanz zu verlieren.»