Referat bei Komed Regio Thurgau: Homöopathie ist auf dem Vormarsch

Das Thema Demenz wird das Gesundheitswesen in Zukunft prägen. Eine Homöopathin sagte in der Frauenfelder Glashausklinik, dass Komplementärmedizin die Schulmedizin bereichern soll.

Christoph Heer
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Edith Graf-Litscher (Präsidentin Komed Regio Thurgau), Referentin Lilian Simanic und Sabrina Melone (Direktorin Glashausklinik). (Bild: Christoph Heer)

Edith Graf-Litscher (Präsidentin Komed Regio Thurgau), Referentin Lilian Simanic und Sabrina Melone (Direktorin Glashausklinik). (Bild: Christoph Heer)

Homöopathie wird weltweit bei chronischen und akuten Krankheiten eingesetzt, bei körperlichen und bei Gemütserkrankungen. «Eine homöopathische Arznei kann einen kranken Organismus nur heilen, wenn die Krankheitssymptome im Wesentlichen mit den Symptomen übereinstimmen, welche eine Arznei im gesunden Organismus zu verursachen vermag», sagte Lilian Simanic.

Denn die Arzneimittelprüfung an gesunden Menschen habe schon vor vielen Jahrzehnten aufgedeckt, dass die kleinste Portion einer Arznei die grössere Wirkung besitze, als die grösste Verabreichung. Lilian Simanic referierte am Donnerstagabend über dieses Thema. In der Glashausklinik hörten ihr Drogisten, Pflegefachpersonen, Naturheilpraktiker und andere Fachpersonen gespannt zu.

Fokus auf Person, nicht auf Krankheit

Die Homöopathin aus Winterthur betonte, dass das Motto der Homöopathie klar definiert ist:

«Weniger ist mehr. Das sollten sich viele Menschen auf die Fahne schreiben.»

Wenn man die tägliche Medikamentendosis vieler Patienten anschaue, werde es einem mulmig. Und was vielen nicht bewusst sei: «Homöopathie erzeugt – bei fachlich korrekter Anwendung – im Gegensatz zur Schulmedizin keine Nebenwirkungen.»

In der Homöopathie stehe zudem der Mensch als Ganzes im Mittelpunkt. Der Fokus werde auf die Person gelegt und nicht nur auf die Krankheit oder gar eine menschliche Ressource, die krankheitshalber nicht mehr vorhanden sei.

Wertvolles Wissen weitergeben

Das Referat ist Teil des neusten Anlasses des Vereins Komed Regio Thurgau mit Präsidentin und Nationalrätin Edith Graf-Litscher an der Spitze. Mit solchen Aktionen wird ein umfassenderes Netzwerk im Kanton Thurgau aufgebaut.

Eine win-win-Situation bietet die Zusammenarbeit mit der Glashausklinik. Die Teilnehmer lernten die Psychiatrische Tagesklinik kennen und Klinikdirektorin Sabrina Melone gelang es, Kontakte zu knüpfen und Werbung in eigener Sache zu machen. Am Anlass selbst wurde viel Wissen weitergegeben, die Teilnehmer sind überzeugt, dass die integrative Medizin die Zukunft darstellen wird.

Lilian Simanic sagte: «Die Akzeptanz gegenüber Komplementärmedizin, wie es Homöopathie ist, wird grösser und die Nachfrage ist steigend.» In den EU-Ländern verwenden knapp 30 Prozent aller Einwohner homöopathische Arzneimittel. «Und das ist auch gut so.»

THURGAU: Akupunktur bei Kühen

Komed Regio Thurgau lud zu ihrem fünften Tag der Komplementärmedizin. Es wurde in Referaten aufgezeigt, wie sich die Komplementärmedizin bei Tieren entwickelt.
Christoph Heer