Red Lions Frauenfeld suchen ihr Glück mit zwei neuen Schwedinnen

Vergangene Saison standen das Unihockey-Frauenteam der Red Lions Frauenfeld nahe am Abstieg aus der höchsten Spielklasse. Für die neue NLA-Saison wurde das Kader punktuell verstärkt. Bringt das die nötige Stabilität?

Matthias Hafen
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Trainer Clemens Strub hat wieder etwas erfahrenere Spielerinnen zur Verfügung als zuletzt.

Trainer Clemens Strub hat wieder etwas erfahrenere Spielerinnen zur Verfügung als zuletzt.

Bild: Mario Gaccioli (14. September 2019)

Da kommt etwas auf die Red Lions Frauenfeld zu. Das Fachmagazin Unihockey.ch prophezeit den Thurgauerinnen zum NLA-Auftaktspiel vom Samstag um 16 Uhr in der heimischen Kantihalle eine Niederlage im zweistelligen Bereich. Der Grund: Einerseits sind die Kloten-Dietlikon Jets zu Gast, die acht Nationalspielerinnen im Kader zählen und als erster Anwärter auf den Meistertitel bei den Frauen gehandelt werden. Andererseits aber dürfte die Defensive auch in der Saison 2020/2021 die Achillesferse der Red Lions sein.

Sagenhafte 188 Gegentreffer hatten die Frauenfelderinnen in der vergangenen Meisterschaft kassiert, ehe sie der coronabedingte Abbruch der Meisterschaft in der höchsten Spielklasse hielt. Mit gezielten Transfers sollte die Equipe in diesem Sommer wieder etwas konkurrenzfähiger gemacht worden sein.

Ex-Nationalspielerin für die Verteidigung

In der Defensive soll vor allem die erfahrene Ladina Sgier Stabilität reinbringen. Zwischen 2010 und 2017 gewann Sgier mit Piranha Chur fünf Meistertitel. Ausserdem lief sie 18-mal für die Schweizer Nationalmannschaft auf und gewann 2015 an der WM in Finnland die Bronzemedaille. Nun, nach drei Jahren Pause, gibt die 28-Jährige ihr Comeback in der NLA. Zuletzt hatte die Verteidigerin in der 2. Liga Grossfeld bei den Rheintal Gators Widnau gespielt. Nach dem Goaliemangel in der vergangenen Saison stehen Trainer Clemens Strub zudem neu fünf Torhüterinnen zur Verfügung, wovon Selina Steiger mit 27 Jahren die mit Abstand älteste ist.

In der Offensive suchen die Red Lions Frauenfeld den Erfolg mit zwei neuen Schwedinnen. Malin Brolund stiess von Ligakonkurrent Rychenberg Winterthur zu den Thurgauerinnen, wo sie der Begrenzung auf neu nur noch drei Ausländerinnen pro Team und Partie zum Opfer fiel. Pauline Fylke stammt aus der Konkursmasse von Mendrisio, Frauenfelds direktem Konkurrenten aus der vergangenen Saison. Die Tessinerinnen wurden durch Dürnten Bubikon Rüti aus der NLB ersetzt.

Vacinova spielt künftig für Waldkirch-St.Gallen

Zwei Personalien im Kader der Red Lions wurden erst spät geklärt. Die Tschechin Pavlina Vacinova erhielt durch den Zuzug der Schwedinnen Brolund und Fylke und das Ausländerinnen-­Agreement mehr Konkurrenz auf ihrer Position. Durch die Zusammenarbeit mit dem NLB-Team Waldkirch-St.Gallen wird ihr nun mittels Doppellizenz Spielzeit ermöglicht. Milena Mahler, eine Identifikationsfigur bei den Red Lions, tritt aufgrund beruflicher Perspektiven kürzer.

Kantonales Projekt mit Zukunft

2016 schafften die Red Lions Frauenfeld den Aufstieg in die NLA der Frauen. Kommende Saison wird die fünfte in der obersten Liga sein. Sich dort zu etablieren, ist das mittelfristige Ziel des Vereins. Nebst einem engagierten Trainerstab und einem professionelleren Umfeld ist dazu auch eine konsequente, gezielte Nachwuchsarbeit notwendig. Aus diesem Grund beginnt in der Saison 2020/21 eine engere Zusammenarbeit im Nachwuchs der Frauen zwischen den Red Lions und dem Thurgauer Unihockeyverband mit der Thurgauer Unihockey Schule Erlen.
Seit 2017 gibt es die U17-Juniorinnen mit Spielerinnen aus dem ganzen Kanton Thurgau sowie vereinzelt aus den Kantonen St. Gallen und Zürich. Die jungen Unihockeyanerinnen sind alle in ihren Stammvereinen aktiv und können dank der Spielgemeinschaft bei den Red Lions mitspielen. Ab der neuen Saison werden die Sportschülerinnen der Thurgauer Unihockey Schule Erlen noch stärker in den Nachwuchs der Red Lions eingebunden. Dank der Vereinbarung zwischen dem NLA-Verein und dem kantonalen Unihockeyverband erhalten sechs Sportschülerinnen der ersten und zweiten Oberstufe mehr Spielzeit und Verantwortung. Damit die Koordination möglichst reibungslos verläuft, wurde Jonas Müggler als Sportchef der Frauenteams engagiert. Er kennt als ehemaliger Erler Sportschüler sowohl das Umfeld in Erlen als auch die Verbandsarbeit, da er als Geschäftsführer für den Thurgau Unihockeyverband tätig ist. (rlf)