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Rechtsstreit um Wittenwiler Bauernhof ist beigelegt

Im Streit um einen Wittenwiler Bauernhof einigen sich Einsprecher und Bauherr. Letzterer kann seinen Stall nun bauen, verzichtet aber vorerst auf eine Schweinehaltung in Wittenwil.
Olaf Kühne
Vor der maroden Scheune bei Wittenwil führte der Bauherr im Februar unter anderem die 31 Namen der Einsprecher auf. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Vor der maroden Scheune bei Wittenwil führte der Bauherr im Februar unter anderem die 31 Namen der Einsprecher auf. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Eine «abschliessende, gütliche Einigung» habe man erzielen können, schreibt Rechtsanwalt Mike Gessner von der Frauenfelder Anwaltskanzlei Fürer Partner in seiner Medienmitteilung. Angesichts der emotionalen Vorgeschichte ist dabei das Attribut «gütlich» keine Selbstverständlichkeit.

In den Haaren lag man sich in Wittenwil schon länger. Das Wängemer Landwirtepaar Beat und Astrid Schär hatte von der Gemeinde Aadorf ihr Baugesuch zum Neubau eines Milchviehlaufstalls mit Remise, einer Mastkälberaufzucht sowie Terrainveränderung und Rückbau verschiedener Ökonomiegebäude bewilligt erhalten.

31 Einsprachen gingen gegen das Vorhaben der Schärs ein. Die Rekurrenten befürchteten insbesondere, dass für die Schärs dereinst ein erst andernorts geplanter Schweinestall wieder zum Thema werden könnte.

«Infotafel» sorgte für Aufruhr

Auf die Einspracheflut reagierte Landwirt Schär mit einer mannshohen «Infotafel» auf dem fraglichen Baugrund. Die Tafel wurde indes von den Einsprechern als Pranger verstanden. Hatte doch Schär auf dem Bauwerk ein siebenseitiges Dokument veröffentlicht, welches unter anderem die Namen der Einsprechenden enthielt.

Die Gemeinde Aadorf schaltete sich ein. Allerdings nicht wegen einer mutmasslichen Persönlichkeitsverletzung. Vielmehr hatte es der Bauer versäumt, für seine «Infotafel» ein Baugesuch einzureichen. Schär erhielt eine 20-tägige Frist eingeräumt, zog es schliesslich aber vor, das Konstrukt wieder abzubrechen.

Bis 2039 keine Intensivmast

In der Sache kehrte vorübergehend Ruhe ein. Bis sich nun Rechtsanwalt Gessner zu Wort meldete. In der erzielten Einigung sticht als Erstes ins Auge, dass die Schärs tatsächlich im Sinn hatten, in Wittenwil Schweine zu mästen. So steht nun in der Einigung:

«Das Ehepaar Schär nimmt bis sicher 2039 Abstand von seinen bisherigen Plänen, in Wittenwil eine Intensiv-Schweinehaltung zu realisieren.»

Auch verzichte die Bauernfamilie bis 2030 darauf, «am Standort Wittenwil eine normale Schweinehaltung zu betreiben.»

Rekurrenten akzeptieren Bau für Milchviehhaltung

Bauen können die Schärs nun aber dennoch. Denn im Gegenzug zu den Zusagen bezüglich Schweinemast ziehen die Rekurrenten ihre 31 Einsprachen gegen das Bauprojekt für Milchviehhaltung zurück. Darüber hinaus stimmen die Einsprecher «auch einer künftigen Erweiterung dieser Milchviehhaltung im Grundsatz zu».

In seiner Mitteilung betont Gessner zudem, dass beide Parteien mit dem erzielten Kompromiss zufrieden seien, weshalb «keinerlei weitere Presseaktivitäten mehr erfolgen werden.» In Wittenwil können also nicht nur die Schweine aufatmen.

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