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Zwischen Rampenlicht und Hühnerhof: Pepe Lienhard kurz vor Tourbeginn in seinem Frauenfelder Daheim

Wenn bloss der Fuchs Pepe Lienhards Federvieh in Ruhe lässt, denn in einer Woche geht der 72-jährige Bandleader mit Big Band und Sängern wieder auf Schweizer Tournee.
Stefan Hilzinger
«Hoi Pepe! Grüezi Herr Lienhard!»: Der Musiker winkt vor seinem Haus an der Laubgasse Passanten zu. (Bild: Reto Martin)

«Hoi Pepe! Grüezi Herr Lienhard!»: Der Musiker winkt vor seinem Haus an der Laubgasse Passanten zu. (Bild: Reto Martin)

Auf dem grossen Tisch unter dem Dach der ausgebauten Scheune liegen Mappen. Pepe Lienhard greift eine von ihnen und schlägt sie auf: «Das ist die originale Notenhandschrift von Bert Kaempfert.» Der König des Easy-Listening-Jazz hat der Musikwelt bekannte Ohrwürmer hinterlassen, etwa «Swinging Safari» oder «Strangers In The Night». Und er war ein begnadeter Arrangeur.

Zum Aufakt des diesjährigen Konzertprogramms stimmt die Pepe Lienhard Big Band Kaempferts Arrangement von «The Good Live» an: Die Erkennungsmelodie der sonntäglichen Radio-Talkshow «Persönlich» ist eine Komposition des französischen Chansonniers Sacha Distel. «Das wissen nicht viele Leute», sagt Lienhard. Doch die verträumte Melodie werden an den kommenden Konzerten viele erkennen. «Das originale Arrangement hat mir Kaempferts Tochter überlassen, die im Kanton Zug wohnt», sagt er.

Ein Musiker geht nicht in Pension

Pepe Lienhard. (Bild: Ralph Ribi)

Pepe Lienhard. (Bild: Ralph Ribi)

«The Good Live» könnte als Motto auch über der Biografie des 72-jährigen Bandleaders stehen. Seit gut sechs Jahren wohnt er mit seiner Frau Christine in dem umgebauten Bauernhaus an der Laubgasse in Frauenfeld. Mit vielen Grössen aus dem Musikbusiness hat der gebürtige Lenzburger im Laufe seiner Karriere zusammengearbeitet: etwa Frank Sinatra oder Sammy Davis Jr. – und natürlich Udo Jürgens. Lienhard sagt:

«Seit Udos Tod sind die Auftritte halt seltener geworden.»

Doch ein Musiker lasse sich nicht pensionieren. «Es gibt nur zwei Gründe, um aufzuhören: Entweder die Gesundheit macht nicht mehr mit oder du bist nicht mehr gefragt beim Publikum.» Die Big-Band-Musik sei zwar immer wieder totgesagt worden. «Doch Musiker wie Robbie Williams und vor allem Michael Bubblé beweisen das Gegenteil», sagt Lienhard. Und auch er habe ein treues Publikum. Auf die Tournee durch die Deutschschweiz folgt im kommenden Frühling eine Deutschlandtour. Die Musiker der Big Band seien alles Vollblut-Jazzer, die das Konzertprogramm ab Blatt spielen würden.

«An den wenigen Proben vor der Tournee feilen wir nur an den Details.»

Das Programm «World of Music» biete Bekanntes aber auch Neues, darunter ein Big-Band-Arrangement der «Bohemian Rhapsody» der Rockgruppe Queen.

Bei Pepe Lienhard in Frauenfeld daheim. Hier füttert er gerade seine Hühner.(Bild: Reto Martin)

Bei Pepe Lienhard in Frauenfeld daheim. Hier füttert er gerade seine Hühner.(Bild: Reto Martin)

Ebenso gerne wie in Partituren blättert Pepe Lienhard in den Büchern seiner vogelkundlichen Bibliothek. Die Ornithologie ist Lienhards zweite Passion. Nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis. Eine bunte Schar Hühner bevölkert den Hühnerhof hinter dem Bauernhaus. «Wieder», sagt Lienhard. Denn der Fuchs hatte sich diesen Sommer am Bestand mehrfach gütlich getan. Wesentlich freundlicher als der Stadtfuchs sind die Nachbarn, die bei Bedarf zum Rechten schauen, wenn er auf Tournee ist. «Ich musste anfänglich meinen Anti-Thurgau-Reflex schon etwas überwinden», sagt er. Seine Frau hatte da weniger Probleme. «Als Aarbergerin war sie den herbstlichen Geruch der Zuckerfabrik schon gewohnt.»

Die Tournee startet mit Konzerten am 20. und 21.Oktober in Zürich. Am 22.Oktober ist die Band im Casino Frauenfeld zu Gast, am 27.Oktober in St.Gallen.
Weitere Infos unter www.pepelienhard.ch.

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