Halinger Radweg kommt nicht vom Fleck

Die Zahlen stimmen in der Sekundarschulgemeinde, und das Tagesstrukturprojekt trägt Früchte. Einzig die Verzögerungen rund um den Radweg bleiben für Schulpräsident Markus Müggler ein trauriges Kapitel, das sich nächstes Jahr zum 30. Mal jährt.

Christof Lampart
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Die Sekundarschule Halingen aus der Vogelperspektive. (Bild: Olaf Kühne)

Die Sekundarschule Halingen aus der Vogelperspektive. (Bild: Olaf Kühne)

Einer Punktlandung gleicht die Rechnung 2018, und auch das Budget 2019 der Sekundarschulgemeinde Halingen ist wenig spektakulär. Wie die Finanzchefin der Schule, Iris Amrein, am Mittwochabend vor 32 Stimmberechtigten in der Aula des Schulhauses Halingen darlegte, geht es der Schulgemeinde nach etlichen guten Rechnungsjahren bestens. Auch die Jahresrechnung 2018 schloss positiv ab, nämlich mit einem Gewinn von 62'000 Franken. Budgetiert waren 68'200 Franken.

Steuern zu optimistisch budgetiert

Die Versammlung hiess den Antrag einstimmig gut, 60'000 Franken des Gewinns als Einlage dem Bauerneuerungsfonds für künftige Investitionen zuzuweisen, und die restlichen 2000 Franken dem Eigenkapital, das sich somit auf 1,301 Millionen Franken erhöht. Wie Amrein erläuterte, kam dieses genaue Ergebnis trotz grösserer Verschiebungen zustande.

Markus Müggler, Schulpräsident Halingen. (Bild: Christof Lampart)

Markus Müggler, Schulpräsident Halingen. (Bild: Christof Lampart)

So resultierten einerseits deutlich weniger Fiskalerträge (minus 150'000 Franken), insbesondere aus Matzingen und Thundorf, und auch die Grundstücksteuern (minus 85'000 Franken) fielen geringer aus.

Sie habe, aufgrund der vielen guten vergangenen Jahre, dieses Mal bei den Steuern wohl ein wenig zu optimistisch budgetiert, räumte Amrein ein. Dem gegenüber standen jedoch insbesondere deutliche Minderausgaben in der Sekundarschule in der Höhe von 202'000 Franken.

Für das Budget 2019, das vom Souverän ebenfalls diskussionslos und einstimmig gutgeheissen wurde, rechnet die Schulbehörde bei einem gleichbleibenden Steuerfuss von 38 Prozent mit einem Rückschlag von gut 26'000 Franken.

Kanton lässt sich nicht in die Karten blicken

Eine unendliche Geschichte ist der Radweg Halingen, der nicht kommen und kommen will. Schulpräsident Markus Müggler wirkte fast ein wenig resignierend, als er erklärte, dass er erst in der vergangenen Woche – fünf Monate nach der letzten aktiven Ortsbegehung – einen Entscheid des Kantons erhalten habe. Er sagte:

«Es ist verrückt, wie träge das Verfahren läuft.»

Allerdings habe sich der Kanton in dieser Angelegenheit nicht in die Karten schauen lassen, welche der beiden Lösungsvorschläge er präferiere. «Für mich ist es eine traurige Geschichte. Wir haben im nächsten Jahr ein 30-Jahr-Jubiläum – im negativen Sinne», sagte Müggler.

Als Schule sei man Bittsteller, dennoch könne er es nicht verstehen, dass man in den vergangenen Jahrzehnten auf dem Schulweg zwar überall für die Sicherheit der Kinder gesorgt habe, nur nicht «am heikelsten und gefährlichsten Teilstück». Er selbst, meinte Müggler, gehe davon aus, dass die Sache am Jubiläum noch nicht ausgestanden sei. Müggler sagte:

«Wenn das Ganze noch vors Verwaltungs- und Bundesgericht gezogen werden sollte, sind zwei weitere Jahre schnell vergangen.»

Als sehr positiv wertete Schulleiter Roland Eggenberger die erst kürzlich im Februar ausgeweiteten Tagesstrukturen an der Schule. Die Möglichkeit, während der Mittagszeit oder nach dem Unterricht die Aufgaben in der Schule und unter Aufsicht der Lehrer lösen zu können, entspreche einem Bedürfnis.

35 Kinder an Spitzentagen

An Spitzentagen seien bis zu 35 Mädchen und Buben am Lösen der Aufgaben. «Dies hat den Vorteil, dass aus den Hausaufgaben Aufgaben werden. Denn in der Schule arbeiten viele konzentriert, während die Jugendlichen zu Hause, vor allem durch digitale Medien, zu sehr abgelenkt sind», sagte Eggenberger.

HALINGEN: Ein finanzielles Luxusproblem

Eine positive Rechnung 2017, das Budget 2018 mit einem Plus und schon bald ein zusätzlicher Veloständer – bei der Sekundarschulgemeinde läuft es zurzeit grösstenteils rund.

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