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Rachmanowa-Denkmal in Ettenhausen bleibt vorerst stehen

Bestsellerautorin Alja Rachmanowa (1898–1991) soll sich für das Nazi-Regime eingesetzt haben. Sie hatte lange in Ettenhausen gelebt. Der Gemeindepräsident will die Situation erst analysieren, bevor über das Rachmanowa-Denkmal entschieden wird.
Dinah Hauser
Matthias Küng, Gemeindepräsident von Aadorf will erst im Gemeinderat über Alja Rachmanowa sprechen, bevor er Massnahmen ergreift. (Bild: PD)

Matthias Küng, Gemeindepräsident von Aadorf will erst im Gemeinderat über Alja Rachmanowa sprechen, bevor er Massnahmen ergreift. (Bild: PD)

Die Bestsellerautorin Alja Rachmanowa hatte sich für den Nationalsozialismus eingesetzt, wie Forschungen des Basler Slawisten Heinrich Riggenbach belegen. An ihrem ehemaligen Wohnort in Ettenhausen in der Gemeinde Aadorf steht seit 1998 ein Denkmal. Was damit und dem nach ihr benannten Weg passiert, kann der Gemeindepräsident Matthias Küng derzeit nicht sagen. «Wir werden das Thema demnächst im Gemeinderat kritisch besprechen und analysieren, was zu unternehmen ist», sagt Küng.

Zudem wolle er erst einmal abwarten, wie die Leute auf die Berichterstattung reagieren. Denn:

«Die Einwohner haben Alja Rachmanowa in positiver Erinnerung».

Dies bestätigt Louis Hürlimann, ehemaliger Ortsvorsteher von Ettenhausen und Historiker. «Da schwingen sehr viele Emotionen mit.»

Beurteilung ist schwierig

Laut Hürlimann sei es schwierig eine Sachlage mehr als 50 Jahre nach dem Ereignis zu beurteilen. «Als russische Emigrantin setzte sich Alja Rachmanowa gegen den Kommunismus ein. Zudem lebten sie und ihr Mann vom Verkauf der Bücher.» Daher mache es Sinn, dass sie sich mindestens neutral gegenüber den Nazis gezeigt hat. Ja sogar musste, um den deutschen Markt zugänglich zu erhalten und damit das Einkommen zu sichern. Hürlimann sagt:

«Nach dem Fall Deutschlands hatte sie sich auch nie wieder politisch geäussert.»

Das Denkmal in Ettenhausen wurde anlässlich ihres hundertsten Geburtstags angefertigt. Der zugehörige Weg allerdings trägt seinen Namen schon länger. In den 70er Jahren erhielten laut Hürliman die Strassen in Ettenhausen Namen. «Da Rachmanowas Haus direkt neben dem Weg lag, wurde er nach ihr benannt», sagt Hürlimann. Das baufällige Haus wurde abgerissen. Nun stehen dort sechs Einfamilienhäuser. Und der Rachmanowa-Fonds erfüllt den Vereinen so manchen Wunsch.

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