Rabauzbrüder im Kantonsrat

Von einem Schüler erwartet man, dass er aufs Maul hocken kann. Von einem Kantonsrat ist dies offenbar zu viel verlangt, schreibt David Angst in seinem ResTZucker.

David Angst
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David Angst.

David Angst.

Zum Glück ist ihm das diesen Donnerstag passiert und nicht eine Woche zuvor, dass der Zug ohne ihn abfährt. Die Rede ist von Urs Martin, dem Regierungsratskandidaten der SVP. Warum der Lokführer ihn hat stehen lassen, ist nicht bekannt. Vielleicht eine Strafaktion. Martin gehört im Grossen Rat nicht zu den Pflegeleichten. Er hat ab und zu Rabauz gemacht.

Aber da ist er ja nicht der Einzige. Von einem Schüler erwartet man, dass er aufs Maul hocken kann. Von einem Kantonsrat ist dies offenbar zu viel verlangt – wie die Nachbearbeitung der PH-Affäre zeigt. Dabei haben sich mittlerweile sogar die Dozenten der PH beruhigt, wie es scheint.

Es wäre an der Zeit, dass die PH wieder zur Ruhe käme. Damit wäre allen gedient – abgesehen von ein paar Klamaukbrüdern im Grossen Rat. Sie lassen sich auch durch das «Silentium» des Ratsbüros nicht zähmen. Wenn schon im Rat nicht mehr über die PH-Affäre diskutiert werden darf, köcheln sie das Thema mit einer Einfachen Anfrage wieder auf. Verflucht sei der Tag, als die parlamentarischen Vorstösse erfunden wurden.

Ein anderer hat gleich noch eine Einfache Anfrage zum Amt für Informatik eingereicht, wo der Chef letzte Woche von heute auf morgen freigestellt wurde. Darauf wird es keine vernünftige Antwort geben. Er hätte eben so gut fragen können, ob der Regierungsrat eine Ahnung habe, wer Kurt Eggers Velo am Eschliker Bahnhof gestohlen hat. Aber das ist ja das Schöne an einer solchen Anfrage: Eine Antwort ist gar nicht nötig.