Puppen, Rüebli und schrille Lieder im Hof des Naturmuseums in Frauenfeld

Aus James Krüss’ «Sängerkrieg der Heidehasen» macht die Theaterwerkstatt Gleis 5 in Frauenfeld eine schräge Show unter freiem Himmel für Klein und Gross.

Dieter Langhart
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Proben zu «Sängerkrieg der Heidehasen» im Hof des Naturmuseums Thurgau mit Rahel Wohlgensinger, Simon Engeli und vielen Plüschhasen. (Bild: Dieter Langhart)

Proben zu «Sängerkrieg der Heidehasen» im Hof des Naturmuseums Thurgau mit Rahel Wohlgensinger, Simon Engeli und vielen Plüschhasen. (Bild: Dieter Langhart)

800 Kilo wiegt der zauberhafte Wandertheater-Karren, den Beat Fuhrimann von Karls Kühner Gassenschau für Rahel Wohlgensinger und Simon Engeli gebaut hat: vorn ein Velo, hinten ein Velo, dazwischen ein Turm samt Leiter und eine Wand voller Stoffhasen. Vom Foyer der Theaterwerkstatt Gleis 5 haben die beiden das Gefährt in den Hof des Naturmuseums gestrampelt, um die Proben unter freiem Himmel fortzusetzen.

Lodengrün heisst der junge Hase, der um die Gunst der Prinzessin singt im «Sängerkrieg der Heidehasen», doch er ist nicht allein. Simon Engeli schnappt sich also ein Rüebli als Mikrofon, klettert auf den Wagen, schmettert los. Wird sein Lied der Tochter König Lamprechts des Siebenten gefallen? Rahel Wohlgensinger führt die Hand der Prinzessin, um die die Heidehasen anhalten.

Heidenspass für die ganze Familie

Die beiden schlüpfen in alle Rollen und machen aus dem «Sängerkrieg der Heidehasen» einen Heidenspass für die ganze Familie. James Krüss’ Klassiker aus den Fünfzigerjahren, als Hörspiel bekannt geworden, wird in der Theaterwerkstatt auch zu einem Singspiel. Es bewege sich quer durch alle Musikstile, komme moderner daher, spiele auch auf die modernen Castingshows an, sagen Rahel Wohlgensinger und Simon Engeli während einer Probe, unter weiter:

«Die Bühne ist der eigentliche Star unserer Inszenierung, sie dient uns als Spielpartner.»

Regisseur Giuseppe Spina ergänzt: «Wir spielen in der Tradition des Wandertheaters, sind ganz nah am Publikum – und nichts lässt sich verstecken.» Die beiden Spieler wechseln nonstop Rollen, Kostüme und Puppen, üben die technischen Abläufe, besprechen die Einspielungen. Die Musik steuert Benjamin Engeli bei, Simon Engelis Cousin.

Hinweis
Premiere: So, 28.4., 15 Uhr, Hof des Naturmuseums; bis 25.8. Infos unter www.theaterwerkstatt.ch