Prost und en Guete: In Frauenfeld sind neue kulinarische Angebote auf dem Vormarsch

Essen und Trinken nicht in der normalen Beiz, sondern beim Food-Truck oder im Design-Verkaufsladen. Broccomeal, Brauer Bischoff und «Punschlos glücklich» machen es in der Frauenfelder Innenstadt möglich.

Mathias Frei
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Broccomeal:
Veganes Ghackets vom gelernten Koch

Florian Hoenen von Broccomeal.

Florian Hoenen von Broccomeal.

Bild: Mathias Frei

Der Broccoli ist ein Superheld – und stand so Pate für das Logo von Broccomeal. Florian Hoenen ist bewusst, dass Broccoli nicht jedermanns Geschmack ist. «Ist halt mein Lieblingsgemüse», meint der gelernte Koch. Vor einem Jahr hat er Broccomeal als Firma gegründet. Ein Kollege aus dem Militär ist mitbeteiligt und fürs Marketing zuständig. Hoenen ist 23 Jahre alt und bereits Unternehmer. Broccomeal ist ein veganes Restaurant auf Rädern. Aktuell steht Hoenens Food-Truck, den der Frauenfelder Graffiti-Künstler Oli Frei gestaltet hat, in der Altstadt.

«Meine erste Idee war ein veganer Lieferservice. Aber mit einem Food-Truck sind die Fixkosten tiefer», sagt Hoenen. Nach dem fixen Standplatz in der Altstadt geht er in die Winterpause. Ab Spätfrühling ist Hoenen dann wieder auf Achse. Oft sieht man ihn dann an Open Airs oder Strassenfesten. «An Festivals kommt gesundes Essen ennet von Junkfood sehr gut an.» Wochentags hat er fixe Standplätze. Nach Abschluss der Kochlehre ging der Frauenfelder in die Durchdiener-RS, wo er Küchenchef war. Danach zog es ihn nach Schweden, wo er eine Restaurantküche leitete.

Hoenen ist schon lange Vegetarier. In der Altstadt bietet er jeweils ein wechselndes Tagesmenu an, eine Suppe und eine Bowl, also Reis mit einem Gemüse und einer Sauce. «Vegan für eine bessere Welt.» Da gibt es etwa veganes Ghackets mit Hörnli oder Randen-Kokos-Suppe. Regionale und saisonale Produkte sind ihm sehr wichtig. Und er kämpft gegen Food-Waste. So kosten die Gerichte ab 13.15 Uhr jeweils 25 Prozent weniger. Und wer sein eigenes Geschirr und Besteck mitbringt, bekommt einen Franken Rabatt.

Broccomeal: bis 14. Dezember von Mittwoch bis Samstag vor der Drogerie Haas in der Altstadt, 11 bis 13.30 Uhr.

www.broccomeal.com

Brauer Bischoff:
Ein Ort für Bier-Fachsimpelei, aber keine Bar

Thomas Bischoff und Matthias Bischoff sind Brauer Bischoff.

Thomas Bischoff und Matthias Bischoff sind Brauer Bischoff.

Bild: Mathias Frei

Ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt und ein Designer brauen zusammen Bier. Und Brüder sind sie auch: Mediziner Thomas Bischoff und Kreativwerker Matthias Bischoff. Da erstaunt es nicht, dass sie sich Brauer Bischoff nennen und Craft-Bier-Perlen unter dem Label Bruderbier an die Leute bringen. Ihrer süffigen Leidenschaft frönen sie seit über drei Jahren, neu hat Bruderbier aber auch ein Daheim. Denn Matthias Bischoffs Partnerin May-Britt Wehrli hat ihren Design-Verkaufsladen Flothus von der Balierestrasse 17 in der Gerberei Kappeler ins Internet gezügelt. Die Brauer Bischoff haben die Räumlichkeiten deshalb umfunktioniert.

«Es soll ein Ort sein, um Bier zu degustieren und über Bier fachsimpeln zu können – aber keine Bar», sagt Matthias Bischoff. Daneben wolle man auch anderen Brauern eine Plattform bieten. Zudem sind die Produkte der Flot-Linie ausgestellt. Rampenverkauf und das gemütliche «BiernachVier» finden donnerstags und freitags statt. Gleichenorts ist Matthias Bischoff mit seiner Firma Stockwerk 3 untergebracht. Deshalb sagt er: «Wenn ich im Büro bin, kann man auch an anderen Tagen reinkommen und unser Bier kaufen.»

Gebraut wird fünf Meter weiter in einer Einstellhalle. Da alle Bruderbiere obergärig sind, gären sie im 20 Grad warmen Rampenverkaufsraum. Alle zwei Wochen fangen die Bischoffs mit einem neuen 300-Liter-Sud an. Fix im Angebot haben sie, solange der Vorrat reicht, das Mosaic IPA, das American Amber und das Blonde Ale. «Wir arbeiten nebenbei aber weiter an speziellen Kreationen», sagt Thomas Bischoff. Aktuell steht ein Bier mit Quittensaft kurz vor Abfüllung.

Brauer Bischoff: «BiernachVier» und Rampenverkauf, Donnerstag und Freitag ab 16 Uhr an der Balierestrasse 17. Eröffnung am Freitag, 6. Dezember.

www.facebook.com/brauerbischoff

«Punschlos glücklich»:
Scharfer Glögg und Glühwein unter Sternen

Fiona Käppeli schenkt aus ihrem Ape Suppe aus.

Fiona Käppeli schenkt aus ihrem Ape Suppe aus.

Bild: Mathias Frei

Keine Sorge. Bei «Punschlos glücklich» gibt es trotz des Namens Heissgetränke – und sogar Punsch. Herzig sieht es aus, das dreirädrige Gefährt, das dieser Tage auf der Promenade steht. Es ist der auf Weihnachten getrimmte Ape der Frauenfelderin Fiona Käppeli. Die Primarlehrerin hat das Fahrzeug vergangenen Sommer in Stuttgart gesehen, ins Herz geschlossen und günstig gekauft. Die Fahrt nach Frauenfeld dauerte, weil der Ape maximal einen Fünfziger auf den Tacho bringt. «Aber dann ist es ungemütlich schnell», meint Käppeli.

Die Idee für einen Food-Truck hatte sie schon länger. «Eigentlich wollten wir erst nächsten Frühling anfangen, mit Kaffee, Kuchen und Glace.» Wir: Das ist eine Gruppe von Frauenfeldern. Bei «Punschlos glücklich» stehen Käppeli und ihre Nachbarin Sophia Riebel, eine Kleinkindererzieherin, an den Schöpflöffeln. Es gibt jede Woche eine Suppe, einen Punsch und ein Alkohol-Heissgetränk. Diese Woche sind das Kartoffelsuppe, weisser Glühwein und Trauben-Hibiskus-Orangen-Punsch. Den Kürbis für die letztwöchige Kürbissuppe hat Käppeli aus dem eigenen Garten. «Den Süssmost für den Apfelpunsch beziehen wir vom Bauernhof an der Walzmühlestrasse.» Denn regionale Produkte, am besten aus biologischem Anbau, sind den Betreiberinnen wichtig.

Über dem Ape glitzert die Weihnachtsbeleuchtung. Gemütlich wird es dank der Schaffelle auf den Sesseln. Es gibt drei Kessel à 20 Liter. Wenn die leer sind, ist Feierabend. Getrunken wird aus selbstgemachten Gläsern mit Filzmänteli, die früher mal Weinflaschen waren. Wer die eigene Tasse mitbringt, bekommt alles einen Franken günstiger.

Weihnachts-Ape «Punschlos glücklich»: bis 6. Januar von Donnerstag bis Sonntag auf der Promenade, 16 bis 21 Uhr.

www.facebook.com/punschlosglücklich

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