Frauenfeld
Promitalk mit dem Thurgauer Sherlock Holmes im Alten Zeughaus

Andreas Schelling steht bei einer Führung den Fragen von Historiker Dominik Streiff Rede und Antwort.

Manuela Olgiati
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Historiker und Kurator Dominik Streiff und GLP-Politiker Andreas Schelling im Alten Zeughaus.

Historiker und Kurator Dominik Streiff und GLP-Politiker Andreas Schelling im Alten Zeughaus.

Bild Manuela Olgiati

Andreas Schelling deckte eine skandalöse Wahlmanipulation auf. Was ihn motivierte, beharrlich demokratische Prozesse zu durchleuchten, war das Thema des Gesprächs zwischen dem glp-Politiker Schelling und dem Historiker und Kurator Dominik Streiff vom Historischen Museum an der Führung vom Samstag im Alten Zeughaus.

Seinen Entscheid, hartnäckig und beharrlich das Wahlresultat der letztjährigen Grossratswahlen in Frauenfeld in Frage zu stellen, führte zur Aufdeckung des grössten politischen Skandals der jüngeren Thurgauer Geschichte. Streiff stellt beim Rundgang durch die Sonderausstellung «Thurgauer Köpfe – Tot oder lebendig» dem prominenten Gast Fragen. Ein Dutzend Besucher nehmen an der Führung teil. Den Thurgau bezeichnet der neue Sherlock Holmes als idealen Ort zum Leben. Er ist auch Thurgauer. In Dussnang wurde er geboren und hat in Matzingen die Schulen besucht, später dann die Kanti in Frauenfeld.

Auf der Suche nach der Wahrheit

«Im Thurgau ist es typisch, vieles zu verschweigen, bis in die höchsten Ämter und Stellen. Das geschieht aber auch in Familienkreisen»

Das sagt Schelling. Und das in der Hoffnung, dass eine «Geschichte» rasch in Vergessenheit gerate. Doch die Rechnung geht nicht immer auf. Schelling beharrt auf Wahrheiten. Dafür setzt er seinen Instinkt und seinen hohen Gerechtigskeitssinn ein. Akribisch genau, wie ein Detektiv, und strukturiert arbeitet der 68-jährige diplomierte Ingenieur auch im Alltag. «Ich habe in Ländern gearbeitet, die nicht unbedingt dafür bekannt sind, dass alles korrekt abläuft», sagt Schelling und spielt mit dem Begriff «Gaunerei».

Historiker Dominik Streiff und GLP-Politiker und «Thurgauer Sherlock» Andreas Schelling.

Historiker Dominik Streiff und GLP-Politiker und «Thurgauer Sherlock» Andreas Schelling.

Bild: Manuela Olgiati

Er habe ein gesundes Gespür für Ungereimtheiten entwickelt. Auch war Schelling für mächtige Arbeitgeber unterwegs. Ein Zeichen von Macht erwähnt er mit einem Sitzungszimmer, in welchem dicker Zigarrenrauch lag. Schelling wirkt bescheiden im Rampenlicht. Seine Beziehung zu Persönlichkeiten äussert er jedoch klar. Auch Mächtige sind nur Menschen, sagt er.

«Strippenzieher oder Normalos» ist Thema der Ausstellung, die noch bis 24. Oktober geöffnet ist. Die letzte Tour von Dominik Streiff in der Sonderausstellung ist am 23. Oktober.

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