Promi
Vom Studienabbrecher zum Musikprofi: Pepe Lienhard referiert vor der Volkshochschule Frauenfeld

Ein Solo auf dem Saxofon oder Pop-Melodien auf der Piccolo-Flöte: Pepe Lienhard improvisiert den Charakter jeder Art von Musik und setzt seine eigene Note. An der Volkshochschule Frauenfeld im historischen Rathaussaal sprach Pepe Lienhard über 60 Jahre Erfahrung auf der Bühne.

Manuela Olgiati
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Pepe Lienhard erzählte in Frauenfeld von seiner Karriere. Hier spielte er in Weinfelden.

Pepe Lienhard erzählte in Frauenfeld von seiner Karriere. Hier spielte er in Weinfelden.

Bild: Reto Martin (04.10.2019)

Seine Art ist charmant. Pepe Lienhard ist ein aufmerksamer Gesprächspartner und nah bei den Leuten. Man will gar viel wissen, über Frauen, die Ausbildung, das Militär. Und auf alles antwortet der Musiker ganz unkompliziert.

Wegen Corona fielen die meisten Vorträge der Volkshochschule Frauenfeld aus. «Umso mehr freue ich mich über unseren Weltstar», sagte Vorstandsmitglied Renata Riebli. Der Frauenfelder Lienhard sprach am Dienstagabend im festlichen Rathaussaal vor Publikum über sein Musikerleben. Zu seinem Glück zählt seine Ehefrau Christine Lienhard, mit ihr ist er seit zehn Jahren verheiratet. Lienhard sagt:

«Meine Frau führt das Management meiner Band perfekt und wunderbar.»
Pepe Lienhard, Musiker

Pepe Lienhard, Musiker

Bild: PD / Michael Kessler

Zusammen mit seinem Sextett mischte er mit Hits wie «Sheila Baby», «Piccolo Man» und dem Eurovision-Klassiker «Swiss Lady» die Schweizer Musikszene auf. Alles begann mit der Liebe zum mitreissenden, jazzigen Sound der Big Bands der 1960er-Jahre. Lienhard träumte bereits als Jugendlicher davon, selbst eine zu leiten. Doch sein Vater wollte, dass er einen «rechten» Beruf erlernte. Also studierte Lienhard Jura.

Doch weder seine Laufbahn als Musiker, noch als Jurist ging es vorwärts. So brach Lienhard nach vier Semestern sein Jurastudium ab und entschied sich für den Weg als Musikprofi. Vor wenig Publikum war es zuerst schwierig, später kam der volle Erfolg. «Ich befasste mich im Beruf und privat mit Musik», sagt Lienhard ‒ auch wenn es mal nicht gut lief. Er habe mit tollen Leuten zusammenarbeiten können, erlebte die Hochs und Tiefs des Musikmachens. Und auch noch jetzt, mit 75 Jahren, zeigt Lienhard Freude am Spielen.

Eine Schweizer Tournee geplant

«Mit 35 Jahren habe ich mit dem Sextett aufgehört, ich wollte nicht bis 60 in Diskotheken Musik mit dem Alphorn machen.» Die Zusammenarbeit mit seinem Weggefährten Udo Jürgens dauerte 37 Jahre. Als Begleitensemble hatte die Pepe Lienhard Big Band weit über Europa hinaus einen exzellenten Ruf. Stars aus den USA, das renommierte Jazz Festival Montreux und der wohl bedeutendste Bandleader und Musikproduzent der Neuzeit, Quincy Jones, wollten Lienhard und seine Big Band dabeihaben. Lienhard sagt:

«Auch Schweizer Musiker haben mich beeindruckt.»

Einige hat er vom Unterrichten in der Militärmusik kennen gelernt und Freundschaften sind entstanden. Für Lienhard geht die Big Band Zeit weiter. Die grosse Schweizer Tournee startet am 11. Mai 2022.