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Profi-Golfer Joel Girrbach: «Unser Sport ist stark von der Tagesform abhängig»

Nach einer Durststrecke auf der Challenge Tour gelingt Joel Girrbach in Prag mit Platz zwei ein Befreiungsschlag. Im Interview spricht der Ermatinger, der am Donnerstag seinen 25. Geburtstag feierte, über fehlendes Vertrauen, richtiges Pausieren und ein hartnäckiges Vorurteil.
Bernhard Hochstrasser
Joel Girrbach in Aktion beim Omega European Masters in Crans-Montana. (Bild: KEYSTONE/Olivier Maire)

Joel Girrbach in Aktion beim Omega European Masters in Crans-Montana. (Bild: KEYSTONE/Olivier Maire)

Joel Girrbach, wieso blieben gute Resultate diese Saison lange Zeit aus?

Das ist schwer zu erklären. Mein Spiel fühlte sich sicher besser an als letztes Jahr und war auch solider. Nach einigen enttäuschenden Resultaten verlor ich dann auch etwas das Vertrauen in meine Fähigkeiten. Zum Glück hat sich das in Prag geändert.

Nach dem zweiten Platz in Tschechien wurden Sie zuletzt in Italien solider 21. Nun schalten Sie eine Pause ein, bevor es auf einen fünfwöchigen Roadtrip geht. Bewusst?

Ja, ich habe meine Turnierplanung für diese Saison etwas anders aufgeteilt, mit mehr Pausen für technisches Training und mehr Erholung zwischen Turnieren und Reisen.

Ihre Resultate sind heuer so unterschiedlich: Einer 68er-Runde liessen Sie schon mal eine 75er folgen. Wie erklären Sie sich das?

Das ist das Verrückte am Golf. Es gibt Tage, da passt einfach nichts zusammen und man ist nur am Kämpfen. Dann gibt es Tage, an denen man einfach ein gutes Gefühl und Vertrauen hat. Unser Sport ist schnelllebig und stark von der Tagesform abhängig. Das Ziel ist aber, dass meine schlechten Tage resultatmässig näher an die guten Tage herankommen.

Wie gross ist der Unterschied zwischen der Challenge Tour und der unterklassigen Pro Golf Tour?

Der grosse Unterschied ist die Auswirkung der «schlechten» Runden. Auf der Challenge Tour ist das Teilnehmerfeld viel enger zusammen. Wenn man dort eine 77er-Runde spielt, hat man fast keine Chance mehr den Cut zu schaffen oder vorne mitzuspielen. Auf der Pro Golf Tour oder Alps Tour kann man das in den meisten Fällen noch ausbügeln.

Derzeit sind auf der Challenge Tour nur zwei Schweizer spielberechtigt – Sie und Marco Iten. Weshalb?

Das ist schwer zu erklären. Es ist enorm schwierig geworden, die Spielberechtigung auf der Challenge Tour zu behalten. Vor drei Jahren brauchte man noch 20000 Euro Preisgeld, um sich eine volle Berechtigung zu erspielen. Mittlerweile sind dafür bereits 30000 Euro nötig. Zudem ist es schwieriger geworden, sich überhaupt für die Challenge Tour zu qualifizieren, da auch das Niveau auf den kleineren Touren besser geworden ist.

Inwiefern hat der Schweizer Verband Einfluss auf diese Tatsache? Gibt es genügend gute Trainer in der Schweiz?

Ich glaube schon, dass wir in der Schweiz genügend kompetente Trainer haben. Natürlich muss es auch auf der menschlichen Ebene passen und das ist nicht einfach, weil man viel zusammen ist. Ich habe Glück mit meinem Trainer, der aus der nahen Umgebung kommt und mit dem ich schon seit 15 Jahren zusammen bin. Auch legt der Verband heute viel mehr Wert auf die Nachwuchsförderung.

Was machen die Länder mit den Topspielern besser?

Ich denke, dass man dort bereits als Junior grössere Konkurrenz hat und sich von klein an durchsetzen muss. In der Schweiz gibt es bei den Junioren noch zu wenig Konkurrenz. Ich glaube auch, dass der Golfsport hierzulande nach wie vor unter dem Vorurteil des «Reichensports» leidet. Es ist extrem schwierig geworden, gute Sponsoren zu finden.

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