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Pro Velo Thurgau wirbt für eine Beschwerdezentrale für Velofahrer

Auf einer Internetplattform können seit einigen Monaten gefährliche Stellen in der Verkehrsinfrastruktur gemeldet werden. Die Leiterin der neuen Thurgauer Fachstelle für Langsamverkehr nutzt die Plattform bis jetzt nicht, kann sich das aber grundsätzlich vorstellen.
Larissa Flammer
Abgestellte Velos anlässlich des Slow-up 2017 am Bodensee. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Abgestellte Velos anlässlich des Slow-up 2017 am Bodensee. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Dies ist ein Artikel der «Ostschweiz am Sonntag». Die ganze Ausgabe lesen Sie hier.

Wer regelmässig mit dem Velo unterwegs ist, weiss, wo es im Thurgauer Verkehr gefährlich werden kann: eine unübersichtliche Kreuzung auf dem Weg zur Arbeit, eine nicht mit dem Velo passierbare Unterführung oder zu hohe Randsteine am Ende eines Radwegs.

Bikeable.ch ist eine Internetplattform, auf der solche Stellen gemeldet werden können. Einfach mit dem Handy ein Foto schiessen und mit einer kurzen Beschreibung hochladen. Die Idee stammt von Studenten in Zürich – einer der Initianten ist Thurgauer. Seit vergangenem Herbst ist die Vollversion online.

Die pinken Punkte sind negative Meldungen, die blauen positive. (Screenshot: bikeable.ch/map)

Die pinken Punkte sind negative Meldungen, die blauen positive. (Screenshot: bikeable.ch/map)

Vera Zahner, Präsidentin Pro-Velo Thurgau. (Bild: PD)

Vera Zahner, Präsidentin Pro-Velo Thurgau. (Bild: PD)

«Das ist eine super Idee», sagt Vera Zahner, Präsidentin von Pro Velo Thurgau. Denn weder sie noch die Verantwortlichen bei den Gemeinden und beim Kanton können ständig den ganzen Thurgau mit dem Velo abfahren. Zahner relativiert aber auch: «Die Meldungen sind nicht richtig fundiert, es sind subjektive Meinungen.» Trotzdem entstehe eine Diskussion, und auch die Planer hätten ja subjektive Ansichten. Die Pro-Velo-Präsidentin sagt:

«Es wäre toll, wenn die Planer auf die Leute hören, die oft Velo fahren.»

Sie hofft, dass möglichst viele Menschen die Plattform nutzen und dass das kantonale Tiefbauamt und die Gemeinden die Meldungen prüfen. «Wie bei einer Beschwerdezentrale.»

In Arbon ist Didi Feuerle sehr aktiv

Seit etwa zwei Monaten erhält Vera Zahner jedes Mal eine E-Mail, wenn jemand einen Eintrag über den Thurgau auf bikeable.ch hochlädt. «Ich sehe mir dann die Meldung an, trete gegebenenfalls mit der Person in Kontakt und frage je nachdem beim Tiefbauamt nach.»

Diese Strasse zwischen Eschlikon und Sirnach wird als zu eng empfunden. (Bild: Bikeable)

Diese Strasse zwischen Eschlikon und Sirnach wird als zu eng empfunden. (Bild: Bikeable)

Ein Eintrag betraf kürzlich den hohen Randstein bei der Q20-Strasse in Sirnach. «Das habe ich gemeldet, und das Problem floss gleich in die Planung des neuen Radwegs entlang der Strasse ein», sagt Zahner. Was auf der Plattform noch fehlt, ist ein Vorher-Nachher-Vergleich, wenn eine Situation verbessert wurde. Das kommt aber bald, weiss die Präsidentin von Pro Velo Thurgau.

Auf der Plattform betreffen auffällig viele Thurgauer Meldungen die Stadt Arbon. Dort erfasst der Grünen-Kantonsrat Didi Feuerle sehr aktiv Meldungen. Die kostenlose Registrierung ist mit dem richtigen Namen oder einem Pseudonym möglich.

In Arbon stören diese Hindernisse einen Velofahrer. (Bild: Bikeable)

In Arbon stören diese Hindernisse einen Velofahrer. (Bild: Bikeable)

Doch nicht nur negative Orte können gemeldet werden. In Arbon werden zum Beispiel die öffentliche Velopumpe beim Hafen oder der Veloabstellplatz an der Seemoosholzstrasse gelobt. Gehäufte Meldungen gibt es auch bereits aus Münchwilen, Aadorf, Frauenfeld, Weinfelden, Kreuzlingen und Amriswil.

Die Öffnung dieser Frauenfelder Einbahnstrasse für den Veloverkehr wird gelobt. (Bild: Bikeable)

Die Öffnung dieser Frauenfelder Einbahnstrasse für den Veloverkehr wird gelobt. (Bild: Bikeable)

Das Volk muss umdenken

Beim kantonalen Tiefbauamt betreibt seit Anfang Jahr Kathrin Hager mit einem 80-Prozent-Pensum die Fachstelle Langsamverkehr. Sie kennt die Plattform bikeable.ch, nutzt sie aber bei der Arbeit zurzeit nicht. Sie sagt:

«Erste Priorität haben für mich die im Langsamverkehrskonzept definierten Schwachstellen.»

Danach könnte sie sich aber vorstellen, gemeinsam mit Pro Velo Thurgau die Eingaben regelmässig anzuschauen. «Heute erhalte ich Anrufe, wenn jemand der Meinung ist, dass irgendwo ein Radweg fehlt. Wenn die Rückmeldungen so gebündelt würden, hätte das sicher Vorteile.» Doch auch Hager gibt zu bedenken, dass der Nutzen der Plattform mit der Qualität der Meldungen steht und fällt. Positiv findet sie, dass auch gute Beispiele gemeldet werden können.

Diese Trennung von Fuss- und Veloverkehr bei Horn wird gelobt. (Bild: Bikeable)

Diese Trennung von Fuss- und Veloverkehr bei Horn wird gelobt. (Bild: Bikeable)

Vera Zahner von Pro Velo Thurgau lobt den guten Austausch mit Kathrin Hager. Sie hofft, dass künftig mehr Gemeinden das Fachwissen der kantonalen Stelle in Anspruch nehmen. Die Verbandspräsidentin sagt: «Wir können aber noch so gute Planer haben, schlussendlich muss das Volk umdenken.» Immer wieder würden Tempo-30-Zonen oder Strassenneugestaltungen an der Urne abgelehnt.

Diese neue Unterführung in Amriswil wird wegen der Kurve von Velofahrern als zu eng empfunden. (Bild: Bikeable)

Diese neue Unterführung in Amriswil wird wegen der Kurve von Velofahrern als zu eng empfunden. (Bild: Bikeable)

Mehr zum Thurgauer Langsamverkehrskonzept:

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