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Prall dunkelgelb ist die beste Frauenfelder Andenbeere

Das Saatgut-Zuchtprojekt im Klösterligarten trägt erste Früchte. Die urbanen Gärtner haben mit einer Verkostung die beste Andenbeere erkoren. Die schönste schmeckt am besten und ist angenehm süss.
Mathias Frei
Konzentriertes Verkosten, das aber auch Spass macht: Stadtrat Urs Müller, Fiona Käppeli vom Verein Offenes Gärtnern in Frauenfeld und ein weiterer interessierter Besucher probieren und notieren. (Bild: Andrea Stalder)

Konzentriertes Verkosten, das aber auch Spass macht: Stadtrat Urs Müller, Fiona Käppeli vom Verein Offenes Gärtnern in Frauenfeld und ein weiterer interessierter Besucher probieren und notieren. (Bild: Andrea Stalder)

«Ich kann sie gar nicht mehr auseinanderhalten», meint eine ältere Frau, lacht, öffnet einen nächsten Lampion und schiebt sich die gelbe Frucht genüsslich in den Mund. Die Wahl der besten Frauenfelder Andenbeere (auch Physalis genannt) braucht viel Konzentration. Aber die Verkostung solle auch Spass machen, sagt Saatgut-Experte Robert Zollinger. Und es muss den anwesenden urbanen Gärtnern schmecken. Denn mit der auserkorenen Andenbeeren-Sorte geht das Samengemeinschaftszucht-Projekt (Sagezu) im Klösterligarten in die nächste Phase.

Im Rahmen einer Studie des Bundes unter Zollingers Leitung nimmt der Verein Offenes Gärtnern in Frauenfeld (OGiF) an einem vierjährigen Saatgut-Zuchtprojekt teil, das vergangenen Frühling gestartet ist. Damals haben die OGiF-Gärtner je drei Sorten Rüebli, Knackerbsen und Andenbeeren angesät. Mittlerweile ist Erntezeit, und im Zentrum steht die Frage, mit welcher der drei Sorten man ins zweite Jahr geht.

Andenbeeren im Lampion. (Bild: Andrea Stalder)

Andenbeeren im Lampion. (Bild: Andrea Stalder)

Knackerbse Sultan soll’s sein, aber kein Rüebli

Bei den Knackerbsen ist der Entscheid bereits intern gefallen. Knackerbsen muss man mit der Hülle essen können und süss müssen sie sein. Gewonnen hat die Sorte Sultan. Die Rüebli dagegen sind nicht gut gekommen. Der Boden im Klösterligarten sei wohl zu steinig, sagt Fiona Käppeli vom Verein OGiF.

«Wir versuchen es mit einem neuen Gemüse.»

Und nun sind die Andenbeeren an der Reihe.

Eine Andenbeere in den Händen einer urbanen Gärtnerin. (Bild: Andrea Stalder)

Eine Andenbeere in den Händen einer urbanen Gärtnerin. (Bild: Andrea Stalder)

Zwei Dutzende Interessierte sind am Freitagnachmittag in den Klösterligarten gekommen, darunter ein ETH-Agronom und die Geschäftsführerin der Schweizerischen Kommission für die Erhaltung von Kulturpflanzen (SKEK). Auch Stadtrat Urs Müller lässt sich die Verkostung nicht entgehen. Wenn es um das Thema der inneren Verdichtung gehe, würden in der Stadt Freiräume – gerade auch im Kleinen – immer wichtiger, sagt er. Obwohl Müller lobende Worte findet für die urbanen Gärtner, hat auch er nur eine Stimme.

Und so stehen die Verkoster von allen Seiten um den langen Tisch, greifen in die Schalen, packen die Andenbeeren aus den vertrockneten Lampionen. Die einen Früchte sind klein und haben einen Grünstich, dann gibt es aber auch die grossen, orangenfarbenen. Es geht ums Aussehen, das Mundgefühl und den Geschmack. Wie ist die Kaubarkeit, Haut, Feuchtigkeit? Wie steht’s um Süsse, Säure und Umami, die wohlschmeckende Geschmackswahrnehmung? Nebst den drei OGiF-Sorten Erdbeerkirsche, Sternkirsche und Schönbrunner Gold hat Zollinger noch zwei Vergleichssorten mitgebracht. Geschmack sei immer subjektiv, sagt der Saatgut-Experte. Bei der wissenschaftlichen Auswertung für die Studie des Bundes fliessen für Zollinger noch 40 weitere Parameter in die Beurteilung ein.

An der Verkostung. (Bild: Andrea Stalder)

An der Verkostung. (Bild: Andrea Stalder)

Bei der abschliessenden Abstimmung ist schnell klar, dass die Vergleichsbeere vom Projektstandort Wettingen komplett durchfällt. Die drei Frauenfelder Beerensorten seien allesamt gut gekommen, urteilt Zollinger. Die Frauenfelder Sorte Erdbeerkirche erhält am zweitmeisten Stimmen. Überflügelt wird sie aber von der Andenbeere einer gewissen Familie Schwarz, eigentlich auch eine Vergleichssorte. Diese hat ein rundes Verhältnis von Süsse und Säure, ist gross und hat einen schönen Lampion. «Mit dieser Sorten machen wir nun weiter», sagt Fiona Käppeli.

www.offenesgaertnerninfrauenfeld.com

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